Aalen steckt im Stau - auf diesen Straßen ist es für Pendler am schlimmsten

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Im Berufsverkehr ein Nadelöhr - die Kreuzung am Aalener Rathaus. Hier treffen die Friedrichstraße und die Julius-Bausch-Straße auf die Stuttgarter Straße.
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Wie lange Pendler in und aus Aalen im vergangenen Jahr im Stau standen, was das kostet und welche Lösungen es geben könnte.

Aalen. Pendler im Aalener Raum brauchen Geduld. 28 Stunden standen Aalener Autofahrerinnen und Autofahrer im vergangenen Jahr in der Stadt im Stau. Das zeigt eine Auswertung der Verkehrsdaten-Analysefirma Inrix, die das Staugeschehen in mehr als 1000 Großstädten in 50 Ländern ausgewertet hat. Damit hat es die Kocherstadt in die Top 50 der bundesweiten Städte geschafft. Sie steht auf Platz 41. Aalen ist die einzige Stadt im Ostalbkreis, die in der Analyse auftaucht.

Zum Vergleich: München bleibt die Stadt mit den größten Zeitverlusten durch Staus in der Bundesrepublik: 74 Stunden verbrachten Pendler dort im vergangenen Jahr im Durchschnitt im Stau, in Berlin waren 71 Stunden.

Nach der Corona-Pandemie sei der traditionelle Pendlerverkehr am Morgen und am späten Nachmittag zurückgekehrt, sagte Verkehrsanalyst Bob Pishue. Das Verkehrsaufkommen in Deutschland, gemessen in Fahrzeugkilometern an Wochentagen, stieg laut Inrix um 21 Prozent im Vergleich zu 2021 und lag damit acht Prozent über dem Niveau von 2019.

Nie schneller als 30 km/h

In Aalen macht sich das an der Geschwindigkeit bemerkbar. Im Jahr 2019 konnten die Autofahrer die letzten 1,6 Kilometer ins Stadtzentrum im Durchschnitt 30 km/h fahren. 2022 betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 27 km/h.

Die Namen der meistbefahrenen Straßen im Pendlerverkehr sind nicht überraschend: B29, Stuttgarter Straße, Rombacher Straße, Friedrichstraße, Ziegelstraße, Johann-Gottfried-Pahl-Straße, Bahnhofstraße.

Wirtschaftlich führen die Staus zu enormen Schäden. Durch den Zeitverlust für die Fahrer, aber auch durch zusätzlich verbrauchte Energie und höhere Emissionen beziffert Inrix für Aalen die Kosten auf 258 Euro pro Autofahrer. Zum Vergleich: In München liegt der Wert bei 746 Euro pro Pkw-Fahrer.

Lösungen für Stau im Berufsverkehr

Laut statistischem Landesamt Baden-Württemberg gab es im Jahr 2021 19.458 Einpendler, also Beschäftigte, die nicht in Aalen wohnen und 13.427 Auspendler, die nicht in Aalen arbeiten.

Wie kann der Pendelverkehr entlastet werden? Eine Möglichkeit, Staus im Pendelverkehr zu verhindern, ist die Förderung und bessere Taktung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Eine weitere Möglichkeit ist die Förderung von Fahrgemeinschaften, also dem gemeinsamen Fahren im privaten Pkw. Eine intelligente Verkehrssteuerung kann ebenfalls helfen, den Verkehr flüssiger zu gestalten und Staus zu vermeiden. Auch die Förderung von flexiblen Arbeitszeiten, sowie Homeoffice-Optionen können dazu beitragen, das Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Viele Kommunen konzentrieren sich zudem auf den Ausbau des Radverkehrs. (mit dpa)

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