Aalener Adventszauber ohne Glühwein

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Der Aalener Weihnachtsmarkt ist aufgebaut - die meisten Buden haben geschlossen.
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Vorerst keine Würstchen & Co. auf dem Aalener Spritzenhausplatz. Waren wie Socken, Schmuck und Süßigkeiten dürfen verkauft werden.

Aalen

Der Aalener Weihnachtsmarkt, der sogenannte Adventszauber des ACA-Innenstadtvereins, sollte an diesem Montagvormittag für Besucher öffnen. Wegen der besorgniserregend hohen und weiter steigenden Inzidenzzahlen bleiben nun Stände, an denen es Essen und Trinken gibt, vorerst geschlossen. Die sogenannten Non-Food-Stände, wo Deko, Textilien und Schmuck verkauft werden, sind geöffnet. Ebenso nicht betroffen sind das Kinderkarussell und Süßwaren wie Magenbrot und gebrannte Mandeln.

Ellwangen, Bopfingen, Westhausen und Wasseralfingen haben ihre Weihnachtsmärkte bereits abgesagt. Jetzt legt die Stadt Aalen den „Adventszauber“ noch im letzten Moment vor der Eröffnung zum größten Teil auf Eis, während Schwäbisch Gmünd noch die Corona-Verordnung des Landes abwartet, die bis Dienstag vorliegen und am Mittwoch in Kraft treten soll. Da letzten Endes aber die Kommunen selbst entscheiden, ob sie Weihnachtsmärkte unter den vorgegebenen Bedingungen zulassen werden oder nicht, hat Aalens OB Frederick Brütting Fakten geschaffen.

Das sagt OB Brütting

„Wir können es nicht verantworten, angesichts des Infektionsgeschehens einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten“, begründet OB Brütting die Absage eine halbe Stunde vor der Eröffnung angesichts der Tatsache, dass der Ostalbkreis seit Sonntag landesweit die höchste 7-Tages-Inzidenz aufweist und somit als Corona-Hotspot gilt. „Wir müssen unseren Beitrag leisten, damit die vierte Welle gebrochen wird“, betont Brütting.

Deshalb habe man sich schweren Herzens dazu entschieden, nach dem vergangenen Jahr auch in diesem Jahr darauf zu verzichten einen Weihnachtsmarkts, wie in Vor-Corona Zeiten üblich, auszurichten. Brütting weist in diesem Zusammenhang auf auf das Landratsamt hin, das am Sonntag mit einer Allgemeinverfügung und weiteren Zutrittsverboten und Ausgangsbeschränkungen für Nichtgeimpfte auf die starkgestiegenen Inzidenzen im Ostalbkreis reagiert hat.

Das bietet der Adventszauber

Doch ein wenig adventliches Flair wird es auf dem Spritzenhausplatz dennoch geben. Die bereits aufgebaute weihnachtliche Deko und die Beleuchtung sollen bis auf Weiteres stehen bleiben dürfen. Die Verkaufsstände mit weihnachtlichem Warenangebot, wie Deko, Schmuck und Textilien dürfen öffnen - analog zu den umliegenden Geschäften Montag bis Samstag, von 11 bis 18 Uhr. Und kleine Gäste können Runden auf dem Karussell drehen.

Das sagt der Citymanager

Reinhard Skusa macht seinem Ärger Luft. „Die Stimmung ist vergiftet; man kann's keinem richtig machen“, sagt der Citymanager - und nicht nur das. Skusa erzählt von zig Anrufen in den vergangenen Tagen. Zahlreiche Anrufer, die selbst wohl kaum zu den Weihnachtsmarktbesuchern zu zählen seien, hätten sich beschwert, dass in diesen Tagen der Pandemie ein Weihnachtsmarkt stattfinden solle. „Die Atmosphäre ist zerrissen“, urteilt Skusa über die unterschiedlichen Meinungen der Bürgerinnen und Bürger. Dabei habe der ACA mit seinen engagierten Händlern den Adventszauber in den vergangenen zehn Tagen aus dem Boden gestampft. „Dass jetzt nichts geht, war damals noch nicht absehbar; die Situation hat sich unerwartet zugespitzt“, sagt Skusa. Es sei schade für diejenigen Standbetreiber, die kurzfristig ihre Unterstützung zugesagt haben und denen jetzt abgesagt werden müsse. Aber auch er betont, dass angesichts der aktuellen Lage alles getan werden müsse, um Kontakte möglichst zu reduzieren. Skusa hofft, sofern die Inzidenz sinkt, dass mit entsprechendem Konzept der Weihnachtsmarkt noch eine Chance erhält.

„Die Sicherheit unserer Kunden und der Mitarbeiter gehtvor“, sagt Josef Funk ACA-Vorsitzender und betont, dass in den Aalener Geschäften die Corona-Auflagen eingehalten werden und so im Advent dort sicheres Einkaufen möglich sei.

160 Liter Glühwein für den Gully

Auf eine Chance hofft auch Dietmar Kübler. Der Schausteller hat an diesem Vormittag bereits 160 Liter Glühwein in den Gully gekippt. Einmal aus der Flasche, muss er verzehrt oder entsorgt werden. Kübler macht keinen Hehl daraus, wie sehr ihn und seine Kollegen und Kolleginnen die Absage des Weihnachtsmarkts schmerzt. Vor allem in finanzieller Hinsicht. „Das ist das zweite Jahr, in dem uns Einnahmen fehlen“, sagt der Schausteller und spricht von einer „finanziellen Katastrophe“ und davon, dass er sich gewünscht hätte, die Stadt hätte eine Alternative, etwa mit Glühwein-to-Go und einer 2G-Plus-Regelung, den „Adventszauber“ eröffnet.

Auch Standbetreiberin Manuela Hirsch ist überzeugt, „ein kleiner Weihnachtsmarkt mit Sicherheitsdienst hätte funktioniert“. Sie trifft es nicht ganz so hart, wie andere, denn mit Mineralien, Schmuck, Deko-Artikeln und Gefilztem darf sie öffnen.

Indessen bedauern Jana und Jörn, dass sie wegen der hohen Inzidenz, zunächst auf Würstchen & Co. am Spritzenhausplatz verzichten müssen. „Wir wollten über den Weihnachtsmarkt schlendern“, erzählt Jana. Beide sind der Ansicht, mit 2G plus Test sei man für Veranstaltungen, wie Weihnachtsmärkte, gut aufgestellt.

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Der Aalener Weihnachtsmarkt ist aufgebaut - die meisten Buden haben geschlossen.
Der Weihnachtsmarkt ist aufgebaut – Buden mit Essen und Trinken haben geschlossen.
Schausteller Dietmar Kübler bedauert die Absage des Marktes
Keine Besucher am späten Montagvormittag. Die Eröffnung fällt flach.
Pavillons, an denen vorerst weder Glühwein, Punsch noch Würstchen oder Steak verzehrt werden.
Der Aalener Weihnachtsmarkt ist aufgebaut - die meisten Buden haben geschlossen.
Der Aalener Adventszauber sollte an diesem Montag eröffnet werden.

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