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Aalener Bierhalle: Mit Herz am Herd

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Die als das älteste Aalener Gasthaus in die Aalener Geschichte eingegangene Wirtschaft Bierhalle wird seit 2016 von Christian Hellriegel betrieben.
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Wie das traditionsreichste und älteste Aalener Wirtshaus dem 31-jährigen Wirt Christian Hellriegel ans Herz gewachsen ist. Und was er daraus gemacht hat.

Impressionen aus der Aalener Bierhalle

Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder
Impressionen aus der Aalener Bierhalle
Impressionen aus der Aalener Bierhalle © Peter Hageneder

Aalen. Na, wenn das nicht zünftig ist: Schummrig-gemütliches Licht fällt aus alten kupfernen Braukesselköpfen auf ebenso alt-ehrwürdige Wirtshausgarnituren. Allerhand Patina, viele Erinnerungen und noch mehr Ortsgeschichte haftet an Tischen, Stühlen und Wänden der Aalener „Bierhalle“: nostalgische Brauereischilder an der einen Wand, an der anderen Auszüge der Deutschen Chronik, daneben Bild und Büste des Herausgebers derselben. Christian Friedrich Daniel Schubart, überschwänglicher Literat, Journalist und Komponist sowie Feuerkopf seiner Zeit, war wohl der prominenteste Gast in der inzwischen 336 Jahre alten Tradition des Wirtshauses im Mittelpunkt der Stadt, gegenüber der evangelischen Stadtkirche.


Die als das älteste Aalener Gasthaus in die Aalener Geschichte eingegangene Wirtschaft wird seit 2016 von Christian Hellriegel betrieben.


Wenn der 31-Jährige von seinem Wirtshaus erzählt und von dem, was das mehr als 336 Jahre alte heute denkmalgeschützte Haus schon erlebt hat, merkt man schnell: es ist nicht Verliebtheit. Es ist Liebe, die ihn mit dem Haus, seiner Geschichte und seiner ureigenen Bestimmung als Gastbetrieb und als Umschlagplatz für Neuigkeiten verbindet. „Ich musste selbst erst einmal in die Geschichte hineinwachsen, um mir bewusst zu werden, welche Ehre es ist, dieses Wirtshaus zu betreiben“, sagt Hellriegel, der ursprünglich Immobilienwirtschaft studiert hat, parallel aber schon einige Jahre in der Aalener Event- und Gastroszene engagiert ist.


Er hat sich eingelesen, war in Bibliotheken, hat die Geschichte der Bierhalle bis in ihr Ursprungsjahr 1686 zurückverfolgt, als sie noch „Grüner Baum“ hieß und eine von Balthasar Simon betriebene Brauerei war. Hellriegel weiß auch, dass die Bierhalle einst ein Wirtschaftsraum war, in dem Beschläge für Pferdehufe gefertigt und Gurte und Sättel geflickt wurden. „Auch Feldfrüchte wurden hier gelagert und da lag es nahe, dass auch Bier gebraut wurde.“

Wirtshaus mit kleinster Küche

Wer die Aalener Bierhalle heute bewirtschaftet, steht vor einer ganz besonderen Herausforderung: Denn das Wirtshaus ist nicht nur Aalens ältestes, sondern zugleich auch jenes mit der kleinsten Küche. Der Platz zwischen Ausgabe und Herd, die „Spielwiese“ für den Koch, ist nicht viel größer als der Tisch für die Stammgäste. Chefkoch Gerald Stelzer versteht die Kunst, auf diesem kleinen Parkett schwäbisch-vollmundige und traditionell-zünftige Gerichte zu zaubern. 

Unsere von Hand zubereiteten Maultaschen haben dem Schnitzel mit Pommes den Rang abgelaufen.“

Christian Hellriegel, Gastronom


Neben Schubart’s Zwiebelrostbraten mit medium-gegrillten Roastbeef mit Maultäschle und Butterspätzle, dem Bierhallen-Töpfle mit Schweinefilet-Medaillons und dominieren handgemachte Maultaschen in sechserlei Variationen die Speisekarte: Ihr Aggregatzustand reicht von paniert, geröstet, geschmelzt oder als „Waldgeflüster“ mit gebratenen Pilzen oder als Lasagne mit Bergkäse überbacken. „Eindeutig haben unsere von Hand zubereiteten Maultaschen in der Beliebtheitsskala der Gäste dem obligatorischen Schnitzel mit Pommes den Rang abgelaufen“, sagt der findige Wirt Christian Hellriegel stolz. Es läuft. Außerordentlich gut sogar. Selbst das To-Go-Geschäft während und nach des Lockdowns. Alles gibt’s auch auf Bestellung für zuhause. Daraus hat sich der Bringservice „Kocherbote“ entwickelt. 

900 Maultaschen pro Woche

Organisation, Lagerung der Lebensmittel und Herstellung brauchen Platz. Mehr Platz, als die 12-Quadratmeterküche der Bierhalle hergibt. Besonders dankbar ist Christian Hellriegel darum der Stadt Aalen. Denn nachdem er vor zwei Jahren den Zuschlag für die Pacht der Mensa im Schubart-Gymnasium erhalten hatte, ist es ihm nun neben den täglich 200 Mittagessen für die Schülerinnen und Schüler in der Mensa-Küche auch möglich, all das von Hand für Bierhalle und Catering vorzubereiten, was sich vakuumieren und in Gläser verpacken lässt: Spätzle und Soßen wie auch die originären Bierhallen-Maultaschen – 900 Stück pro Woche. „Vor Ort in der Wirtshausküche werden die Speisen dann noch geschmacklich verfeinert und veredelt“, sagt Hellriegel, der gerne auch aktuelle Trends in die Traditionsküche einfließen lässt. Wie neulich die vegetarische Wochenkarte, die mit fleischlosem Sellerieschnitzel, Blumenkohlsteak und Kartoffelsellerie-Püree bei den Gästen gepunktet hat. 

Wovon der Wirt träumt

In manch einer lauen Sommernacht, wenn alle Gäste schon gegangen sind, sitzt Christian Hellriegel vor „seiner“ Bierhalle, blickt auf die Silhouette der teils mehrere Jahrhunderte alten Gebäude um sich herum: auf die evangelische Stadtkirche gegenüber, und auf die alte Lateinschule (heute „Rambazamba“) nur einen Steinwurf entfernt von „seinem“ Wirtshaus, der Bierhalle. Und träumt davon, wie schön es wäre, wenn das Wirtshaus eines Tages wieder wie einst als Hotelbetrieb geführt werden könnte. „Es gibt schon immer wieder Touristen, die uns nach einem Zimmer fragen.“

Hier schmeckt‘s - gut zu wissen¶

Die Maultaschen sind der Renner

Besonders beliebt: Von Hand zubereitete Maultaschen, sechserlei Art Gerichte, die Portion (jeweils drei) zu 13 bzw. 14 Euro. Ein Zuschlag ist jederzeit möglich, für zwei Euro pro Maultasche.

Das Schmankerl: Das Bierhallentöpfle mit Schweinefilet-Medaillons, Rahmsoße, Kässpätzle und Röstzwiebeln für 19 Euro. 

Das günstigste Gericht: Schweizer Wurstsalat, 9 Euro. 

Das teuerste Gericht: Schubart‘s Zwiebelrostbraten mit einer handgemachten Maultasche und Butter-Spätzle, 29 Euro.

Sitzplätze: innen 40 bis 50, im Biergarten vor der Bierhalle rund 50, weitere 30 bis 40 während des Sommers im Biergarten direkt an der Stadtkirche.

Öffnungszeiten: täglich außer sonntags ab 11 Uhr, warme Küche durchgehend bis 22.30 Uhr. Sonntags ab 15 Uhr. 

Wichtig zu wissen: Das Bier kommt von der Heubacher Brauerei

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