Aalener Feuerwehrmann Jürgen Scherer ist gegen ein generelles Böllerverbot

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Das Silvesterfeuerwerk über Aalen vom Rathausbalkon aus gesehen. Für die Feuerwehr war es eine vergleichsweise ruhige Nacht. Foto: Oliver Giers
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Feuerwehrleute wurden in der Silvesternacht in Aalen nicht angegriffen. Im Gegenteil. Sie hatten sogar ein positives Erlebnis, wie der stellvertretende Kommandant, Jürgen Scherer, berichtet.

Aalen

Jürgen Scherer hat von den Angriffen auf Polizeibeamte und Feuerwehrleute in anderen Städten gehört. „Meine Jungs berichten genau das Gegenteil“, sagt der stellvertretende Kommandant der Aalener Gesamtfeuerwehr. Den ersten Einsatz in der Silvesternacht hätten die Kameraden um 0.30 Uhr am Spritzenhausplatz absolviert und dabei gleich ein positives Erlebnis gehabt.

Einer der Brandmelder in der Tiefgarage hatte Alarm geschlagen. Gebrannt hat es laut Scherer aber nicht. Er vermutet, dass Rauchschwaden von Böllern in die Tiefgarage hineingezogen sind und Alarm ausgelöst haben. Die Menschen, die auf dem Spritzenhausplatz gefeiert haben, hätten sich daraufhin bei den Feuerwehrleuten bedankt dafür, dass sie Dienst tun in einer Nacht, in der die meisten anderen frei haben und feiern. „Die Leute haben sogar Süßigkeiten und Cola gereicht“, erzählt der stellvertretende Kommandant.

Bis kurz vor sechs Uhr am Neujahrsmorgen seien die Kameraden noch einige Male ausgerückt. Scherer spricht von fünf oder sechs Einsätzen. Hecken seien wegen Feuerwerkskörpern in Brand geraten. Daran sei nicht unbedingt eine unsachgemäße Handhabung schuld. „Wenn es trocken ist, passiert das nun mal“, sagt Scherer. Auch Mülleimer hätten gebrannt. Das geschehe, wenn die Leute eigentlich nett sein wollten, und den Feuerwerksmüll aufräumen wollten, Teile davon aber noch glühen.

Sechs Feuerwehrleute haben Scherer zufolge in der Feuerwache Bereitschaft gehalten und haben sich um diese kleineren Brände gekümmert. Die anderen Kameradinnen und Kameraden haben derweil feiern können. Gerufen worden wären sie nur bei einem größeren Brand, der laut Scherer zum Glück ausblieb.

Das sei in früheren Jahren auch schon anders gewesen. Der stellvertretende Kommandant der Aalener Feuerwehr erinnert sich an Dachstuhlbrände in der Silvesternacht. „Wir hatten Sorge, dass dieses Mal das Einsatzaufkommen höher ist“, sagt der stellvertretende Kommandant. Denn zum Jahreswechsel von 2022 auf 2023 sind die Beschränkungen seit Beginn der Pandemie das erste Mal wieder gelockert worden. Doch die Sorge war unbegründet. In Aalen habe es nicht mehr oder weniger Einsätze gegeben als in einem normalen Jahr vor Corona.

Jürgen Scherer ist gegen ein generelles Böllerverbot. „Mein Vorschlag ist, das Böllern nicht ganz zu verbieten, sondern spezielle Plätze auszuweisen, wo man schießen darf“, sagt der stellvertretende Feuerwehrkommandant. Außerdem schlägt er vor, dort spezielle Container zur Verfügung zu stellen, wo die Menschen hinterher den Feuerwerksmüll entsorgen können.

Wo genau in Aalen solche Plätze sein könnten, darüber müsste man sich noch genauer Gedanken machen, sagt Scherer. Seiner Meinung nach müsste wegen der Lärmbelästigung auf jeden Fall ein gewisser Abstand zum Krankenhaus und zu Pflegeheimen sichergestellt werden. Und nur einen Platz anzubieten, sei in einer großen Flächenstadt in Aalen zu wenig.

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