Aalener Händler in Sorge

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Citymanager Reinhard Skusa auf dem Spritzenhausplatz, der ansonsten in der Vorweihnachtszeit belebt ist, wie Fotos aus besseren Tagen zeigen, die dort symbolisch aufgestellt sind.

Einzelhändler, Friseure und Citymanager äußern sich zu den Schließungen und den möglichen Folgen des Lockdowns am Mittwoch.

Aalen

Dem Aalener Einzelhandel macht der Lockdown schwer zu schaffen. "Für mich ist es die Ungerechtigkeit, die mich am meisten wurmt", sagt der Aalener Citymanager Reinhard Skusa. Denn während die meisten Einzelhändler dicht machen müssten, gebe es zum Beispiel Drogeriemärkte, die weiter öffnen und verkaufen dürfen – und die auch Spielwaren und Elektronik anbieten, wie Einzelhändler. Zudem sieht Skusa die Gefahr, die vom Onlinehandel ausgehe. "Es ist mittlerweile fast ein Monopol– und der normale Handel schaut in die Röhre." Zwar hätten einige städtische Händler Onlinekonzepte und Lieferdienste erarbeitet. Die größten Sorgen bereiten ihm allerdings die Waren, die die Händler in ihren Lagern haben. Würden diese nicht verkauft, drohten große Verluste. Skusa erklärt: "Wer interessiert sich Mitte Januar denn noch für typische Winterartikel? Trotzdem hat sich Skusa seinen grundsätzlichen Optimismus bewahrt: "Die Lebensqualität in Aalen wird uns keiner nehmen. Und sie wird auch nach der Krise da sein."

Die Händler

Große Sorgen bereitet die Schließung auch dem Vorsitzenden von Aalen City Aktiv (ACA), Josef Funk. "Natürlich sind wir am Boden", sagt er. Die Zeit kurz vor und nach Weihnachten gehöre zu den stärksten Wochen im Einzelhandel. Er bestätigt, dass es Ersatzangebote für den Lockdown geben wird. "Wir haben die gleichen Angebote wie letztes Mal." Auch der Online-Handel wird ein Thema sein.

Die Friseure

Bei den Friseuren stehen seit der Ankündigung des Lockdowns die Telefone nicht mehr still. Der Dezember ist einer der umsatzstärksten Monate. Kurzentschlossen hatten deshalb Philip und Clemens Gold alle ihre Friseursalons auch am vergangenen Sonntag geöffnet. Die Mitarbeiter konnten sich freiwillig für den Sondereinsatz melden, quasi alle hätten auch zugesagt, berichtet Philip Gold, der am Montag im Hüttlinger Salon im Einsatz war. Er ist überzeugt davon, dass die Masken schützen. Auch bei seinen Kunden beobachte er die Zuversicht, dass die Hygienekonzepte funktionierten. Kurz vor dem ersten Lockdown im Frühjahr sei die Verunsicherung noch deutlich größer gewesen und kaum Kunden seien damals zum Haare schneiden gekommen.

Die Ungerechtigkeit wurmt mich.

Reinhard Skusa City-Manager

Im Frühjahr gab es zuerst noch keine Maskenpflicht, keinen Mindestabstand oder andere Schutzmaßnahmen. Beim Salon Gold habe es auch noch keinen einzigen Corona-Fall gegeben, sagt er. "Das zeigt, dass die Maßnahmen funktionieren", sagt Gold, der es jetzt bedauert, wieder schließen zu müssen. Allerdings sieht er angesichts der hohen Fallzahlen die Problematik. Auch wenn es schwierig sein wird, am Dienstag noch einen spontanen Termin zu bekommen, rät er, es auf jeden Fall zu versuchen – immer mal wieder sage ja auch jemand ab.

Die Friseur-Innungen Aalen und Schwäbisch Gmünd fordern die Politik auf, keine Schließungen im Friseurhandwerk vorzunehmen. Dies sei unverhältnismäßig, Friseurbetriebe seien keine Hotspots. "Wir sind es gewohnt, mit großer Vorsicht und Umsicht zu arbeiten", schreiben Obermeisterin Jutta Grames und Obermeister Bernd Bäuerle.

Notbetreuung in Kitas und Schulen

Aalen. "Für Kita-Kinder sowie Kinder, die in der Kindertagespflege betreut werden, wird an den regulären Öffnungstagen eine Notbetreuung eingerichtet", teilt die Stadt mit. Die Notbetreuung organisiere der jeweilige Träger.

Anspruch auf Notbetreuung haben nach städtischen Angaben "Kinder, bei denen beide Erziehungsberechtigte beziehungsweise die oder der Alleinerziehende von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten". Dies gelte für Präsenzarbeitsplätze sowie für Homeoffice-Arbeitsplätze gleichermaßen. Auch Kinder, für deren Kindeswohl eine Betreuung notwendig ist, haben einen Anspruch auf Notbetreuung.

Entscheidend für die konkrete Ausgestaltung der Notbetreuung werden die Inhalte der CoronaVerordnung des Landes sein. Diese hat die Stadt – Stand Montag – noch nicht. "Eltern mit Kita-Kindern wenden sich bitte direkt an die Kindertageseinrichtung, in der ihr Kind betreut wird", so Stadt weiter.

Schulunterricht

Auch die Schulen werden ab Mittwoch bis einschließlich 10. Januar geschlossen. Es gelten folgende Regelungen:

Fernunterricht: Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge werden bis zu Beginn der regulären Weihnachtsferien am 23. Dezember verpflichtend im Fernunterricht unterrichtet. Für die Schülerinnen und Schüler der übrigen Jahrgänge gelten ab 16. Dezember vorgezogene Ferien.

Notbetreuung: Für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 7, deren Eltern zwingend darauf angewiesen sind, wird im Zeitraum 16. bis 22. Dezember an den regulären Schultagen eine Notbetreuung eingerichtet.

Anspruch auf Notbetreuung haben Kinder, bei denen beide Erziehungsberechtigte beziehungsweise die oder der Alleinerziehende von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten. Dies gilt für Präsenzarbeitsplätze sowie für Homeoffice-Arbeitsplätze gleichermaßen.

Eltern mit Bedarf an einer Notbetreuung für die Schulzeiten, bzw. für die Zeiten der Schulkindbetreuung können sich an die jeweiligen Schulsekretariate wenden. Die Schulen und die Stadt Aalen als Anbieter der Schulkindbetreuung werden ergänzend auch direkt die Eltern über das weitere Vorgehen informieren.

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