Aalener Johanniter im Hochwassergebiet: „Die Dankbarkeit ist riesig“

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Mithilfe des Betreuungsplatzes der Johanniter können rund 200 Personen versorgt werden.
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Acht Hilfskräfte der Johanniter aus Aalen und Heidenheim sind in dem vom Hochwasser stark betroffenen Erftstadt im Einsatz.

Aalen. Am Freitag, gegen 17 Uhr, erhielten die Johanniter Ostwürttemberg die Abfrage des Landesverbands, ob sie im vom Hochwasser stark betroffenen Erftstadt helfen können. Zwei Stunden später waren die Sachen gepackt und acht Hilfskräfte unterwegs ins Krisengebiet.

„Wir wissen noch nicht genau, wie lange wir dort sind“, sagt Markus Taglieber, Ehrenamtsleiter der Johanniter in Ostwürttemberg. „Aber mindestens bis Sonntag“, ergänzt er, „eher bis Montag.“ Gemeinsam mit den anderen Johannitern stellen sie den sogenannten Betreuungsplatz 200 zur Verfügung. Dabei steht vor allem die Versorgung unverletzter und plötzlich obdachloser Menschen im Vordergrund.

Betreuung für 200 Leute

„Wir haben einen Betreuungsplatz aufgebaut und können 200 Leute damit versorgen“, erläutert Taglieber. Das seien nicht unbedingt Patienten. „Das sind Menschen, die alles verloren haben, oder auch vielleicht nur einen Teil verloren haben.“ Dabei handle es sich um Leute, die etwa eine Übernachtungsmöglichkeit brauchen, oder auch nur eine Zahnbürste. „Wir haben auch Zelte dabei“, sagt Taglieber. Diese habe man aber nicht gebraucht. Denn: „Wir sind hier jetzt in einer Schule untergekommen.“ Die Einsatzkräfte aus Aalen und Heidenheim stellen dabei die Führungskomponente.

Die scheinbare Idylle

„Wir sind jetzt in einer scheinbaren Idylle in Erftstadt“, berichtet Taglieber. „Wir sitzen in einem Schulzentrum, in dem alles harmlos aussieht und nur der Keller feucht ist.“ Aber es laufen mehrere Stränge parallel. Es gebe Straßen, in denen Bergpanzer und Abschleppfahrzeuge unterwegs sind. Die versuchen, die Straße freizubekommen, Autos zu bergen – und nachzusehen, ob darin noch Personen sind. Teilweise, so wurde Taglieber berichtet, gebe es Fahrzeuge, die noch komplett unter Wasser sind.

Die Schule, in der die Aalener Johanniter helfen, suchen die Menschen aus unterschiedlichen Gründen auf. Es gebe etwa Leute, die dort schlafen: rund 40 haben sich für die Nacht angemeldet. Die Schule sei aber auch Anlaufstelle für Menschen, die Kleidung benötigen. Oder einfach jemanden zum Reden. Immerhin gebe es dort fließend Wasser, wenn auch kein warmes.

Rettungsdienst und Feuerwehr, so Taglieber, seien ebenfalls vor Ort, um zu helfen. Etwa bei der Evakuierung eines einsturzgefährdeten Altersheims. Parallel müsse auch der Regelrettungsdienst laufen. 

Aalener Johanniter in Erftstadt

Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.  © privat
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.  © privat
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.  © privat
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.  © privat
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.  © privat
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.  © privat
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.
Mit acht Kräften aus Aalen und Heidenheim sind die Johanniter in Erftstadt im Einsatz.  © privat

Hilfen im Ostalbkreis

Angesichts der Katastrophe häufen sich die Angebote von Helfern, auch im Ostalbkreis. Nichtsdestotrotz können sie die Arbeit der Einsatzkräfte behindern, etwa, wenn sie unangemeldet ins Krisengebiet fahren. „Wenn man etwas tun will, ist wahrscheinlich das Spenden an eine vertrauenswürdige Organisation das sinnvollste“, sagt der Johanniter-Ehrenamtsleiter.

Riesige Dankbarkeit

Aber wie fühlen sich die Einsatzkräfte in dieser Ausnahmesituation? „Ich selber kenne das, bin sonst auch in der Auslandshilfe tätig“, sagt Taglieber. Er war bei einem Hochwasser in Mosambik im Einsatz, oder bei einem Erdbeben in Nepal. „Solche Bilder kenne ich sonst nur von Auslandseinsätzen.“ Deshalb werde man von der Situation schon sehr mitgenommen. „Wenn so etwas in Deutschland, der vermeintlich heilen Welt, passiert.“

Was Taglieber dennoch beeindruckt, ist die extreme Hilfsbereitschaft aus dem Umland. „Wir werden überschwemmt von Essen“, berichtet er. Bei der Schichtübergabe hätten zudem rund 20 Menschen applaudiert. Taglieber betont: „Die Dankbarkeit ist riesig..“

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