Aalener Malteser retten jetzt rund um die Uhr

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Ab sofort sind die Malteser auf ihrer Rettungswache im Aalener Pelzwasen 24 Stunden im Einsatz.
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Seit diesem Jahr ist die Rettungswache rund um die Uhr in Betrieb. Das hat Auswirkungen auf die Hilfsfristen in den südöstlichen Gebieten.

Aalen

Die Hilfsfristen im Ostalbkreis haben sich in den vergangenen Jahren leicht verschlechtert. In Baden-Württemberg gilt: Notarzt und Rettungswagen sollen in 95 Prozent der Notfalleinsätze in höchstens 15 Minuten am Notfallort eintreffen. 2019 wurde dieser Wert für das ersteintreffende Rettungsmittel – meist ist dies der Rettungswagen – im Ostalbkreis mit 94,4 Prozent knapp verfehlt und hat sich gegenüber dem Vorjahr von 95,1 Prozent um 0,7 Prozent verschlechtert.

Diese Zahlen haben zu einem Gutachten geführt, das dann einen Mehraufwand ausgewiesen habe. Die Malteser in Aalen haben ihre Bereitschaft signalisiert, zusätzliche Stunden im Rettungsdienst leisten zu können. Deshalb ist seit diesem Jahr die Rettungswache der Aalener Malteser im Pelzwasen rund um die Uhr in Betrieb, erklären Rettungsdienstleiter Stefan Frenkler und der Leiter der Rettungswache Alexander Gänßler. Hinzugekommen sind die Nachtschichten von Montag bis Donnerstag, jeweils von 19 bis 7 Uhr. Bislang fuhr der Malteser Rettungsdienst lediglich die Tagschichten von 7 bis 19 Uhr und rund um die Uhr freitags, samstags und sonntags.

Außerdem zuständig für den Rettungsdienst im Aalener Raum ist die DRK-Rettungswache im Aalener Greut.

Gut für Oberkochen, Königsbronn und Ebnat

"Das Gutachten wies einen Mehrbedarf aus und innerhalb von sechs Wochen konnten wir dies bereits umsetzen", sagt Frenkler. Davon profitieren ab sofort vor allem die Ortschaften rund um Oberkochen, Königsbronn und Ebnat. "Das wird die Eintreffzeiten dort deutlich verbessern", sagt Frenkler. Somit ist immer ein Rettungswagen rund um die Uhr einsatzbereit. Besetzt ist er in der Regel immer mit einem Notfallsanitäter, einem Rettungssanitäter und einem Auszubildenden.

Das wird die Eintreffzeiten deutlich verbessern.

Stefan Frenkler Rettungsdienstleiter

Frenkler berichtet von einer "hervorragenden Entwicklung" im Rettungsdienst der Malteser. Mit aktuell elf Auszubildenden stehe man "weit überdurchschnittlich" da. Das Ziel sei, möglichst viele nach der Ausbildung im Betrieb zu halten.

Durch die Erhöhung der Einsatzbereitschaft käme das auch der Attraktivität als Arbeitgeber zugute. Zudem seien die Malteser der einzige Rettungsdienst in Baden-Württemberg, der Schwerlast-Rettungswagen betreibe, die alle mit einer elektrohydraulischen Trage für Patienten bis zu 318 Kilogramm ausgerüstet seien.

Erweiterung auch in Schwäbisch Gmünd geplant

Ab April werden die Gmünder Malteser ebenfalls ihre Rettungswache rund um die Uhr betreiben, informiert Frenkler. Auch dies eine Folge des Gutachtens. Davon profitiert dann vor allem die Innenstadt.

Die Hilfsfristen im Ostalbkreis

Innerhalb von zehn bis höchstens 15 Minuten sollen Rettungsdienst und Notarzt am Notfallort eintreffen, heißt es im Rettungsdienstgesetz. 2017 wurde das im Ostalbkreis in 95,4 Prozent der Fälle erreicht, 2018 sank die Quote leicht auf 95,1 Prozent und 2019 ging es um 0,7 auf 94,4 Prozent zurück. Zahlen für 2020 sind noch nicht veröffentlicht.

Auch bei den Eintreffzeiten für den Notarzt haben sich die Zahlen leicht verschlechtert. Von 93,8 Prozent im Jahr 2017 ging es 2018 auf 93 Prozent zurück und 2019 war der Notarzt nur noch in 92,1 Prozent aller Notfalleinsätze innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort.

Der Ostalbkreis liegt bei diesen Zahlen weder deutlich besser noch wesentlich schlechter als die umliegenden Landkreise.

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