Aalener Pfarrer Sedlmeier kritisiert die Bistumsleitung

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Der leitende Aalener Pfarrer Wolfgang Sedlmeier kritisiert das bischöfliche Ordinariat. Die Kirchen vor Ort sollen sparen. Bei Gebäuden und beim Personal. Indessen erhöhe man das Personal beim kirchlichen Verwaltungszentrum.
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Der leitende Pfarrer der Seelsorgeeinheit Aalen rügt den Umgang mit dem Kirchengemeinderat, die ungerechte Stellenverteilung und den Umgang mit den Finanzen.

Aalen. In Aalen regt sich Unmut gegen Rottenburg. Pfarrer Wolfgang Sedlmeier kritisiert massiv die Verwaltungsspitze der Diözese. Der leitende Pfarrer der Seelsorgeeinheit (SE) Aalen macht seinem Ärger über die Entscheidung für einen weiteren Kirchenpfleger und eine neue Struktur der Finanzverwaltung öffentlich Luft. Auch ärgert es ihn, dass die Verantwortlichen der Diözese über die Köpfe der Aalener Kirchengemeinderäte hinweg das Verwaltungszentrum, statt günstig im Salvatorheim, im neuen Stadtoval angesiedelt haben.

Sedlmeier ist bekanntlich ein Mann der Seelsorge. Ihm sind die Menschen und das Wort Gottes wichtig. Wenn es darauf ankommt, sagt er aber auch seine Meinung. Wie jetzt – in puncto kirchliche Strukturen. Die Seelsorgeeinheit Aalen erhält mit Steffen Prümmer aus Dewangen einen eigenen Kirchenpfleger. „Seine Stelle wird aus dem katholischen Verwaltungszentrum Aalen herausgelöst“, erklärt Sedlmeier. Er könne der Argumentation des Bistums folgen. Jochen Breitweg, der bisher das Amt des Kirchenpflegers inne hatte, könne sich ja als Verwaltungsaktuar und Aufsichtsbehörde nicht selbst als Kirchenpfleger kontrollieren. Gleichzeitig habe Rottenburg aber auch das kirchliche Verwaltungszentrum (KVZ) räumlich neu aufgestellt. „Im schicken, neuen Viertel Stadtoval wird es auf einer doppelt so großen Fläche wie bisher seine Arbeit tun“, erklärt der Theologe. Die Diözese habe den Gesamtkirchengemeinderat vorab gefragt, was dieser davon halte. „Die Räte waren dagegen und der Ansicht, das KVZ passe bestens ins renovierte Salvatorheim“, erläutert Sedlmeier. Bis dies soweit sei, wollte man eine günstige Interimslösung suchen. Zumal sowieso sparen auf allen Ebenen angesagt sei. Als Beispiel nennt der Theologe, dass in den Gemeinden über Kirchenschließungen, wie etwa bei St. Augustinus diskutiert worden sei. Zudem habe man massiv Stellen gekürzt. „Allein in der Seelsorgeeinheit Aalen wurden 2,5 Stellen für pastorale Mitarbeiter gestrichen.“ Indessen habe das KVZ seit 2007 insgesamt zehn neue Personalstellen erhalten. Da komme ihm die Redewendung in den Sinn: „Anderen Wasser predigen, selbst aber Wein trinken“. Während in der Gemeindepastoral massiv gespart werde, erhielten die Finanzverwalter, wann immer sie darum bitten, neue Stellen genehmigt. „Pfarrer aber dringen mit ihren Bitten auf taube Ohren.“ Wenn er sich darüber wundere, heiße es aus dem Personalamt des Bistums, dass man eben keine Priester, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferenten habe, die man schicken könne. Dabei gebe es geeignetes Personal – Menschen, die aus ihrem weltlichen Beruf in den Dienst der Kirche treten. Vor alle dem wünsche er sich,,dass wir in den nächsten 14 Jahren rund zehn Stellen genehmigt bekommen, denn ich bin mir fast sicher, dass auch für die Bistumsleitung die Seelsorge genauso wichtig ist wie die Geldverwaltung“.

Was das bischöfliche Ordinariat sagt

Die Verwaltungsbehörde jedoch sieht die Sachlage anders und spricht in dem Zusammenhang von „einer missverständlichen Aussage“. Das Verwaltungszentrum mit Aktuariat sei erst im Jahr 2008 gebildet und mit Personal ausgestattet worden. Aktuell betreue es neben der SE-Aalen 24 weitere Kirchengemeinden. Die Stellenzahl sei sukzessive – auf Rat eines renommierten Consultingunternehmens – erhöht worden. Mit den bisherigen „Ressourcen waren die gestiegenen Aufgaben erwiesenermaßen nicht zu erfüllen“, betont Pavel Jerabek, Pressesprecher der Diözese. Beim pastoralen Personal werde nicht gespart, betont er. Die Diözese schaue allerdings darauf, dass alle Kirchengemeinden und Seelsorgeeinheiten diözesanweit eine angemessene und vergleichbare Zuteilung von Pastoralem Personal bekommen. „Die Seelsorgeeinheit Aalen ist laut aktuellem Stellenplan sogar überbesetzt“, sagt Jerabek. Auch beim Stadtoval gibt der Pressesprecher Contra. Man wolle die weitergehende Nutzung des Salvatorheims prüfen. Der aktuelle Umzug sei aber der beengten Unterbringung der Kirchenverwaltung geschuldet.

Insgesamt sei die Umstellung in Aalen Bestandteil eines diözesanweiten Prozesses mit dem Ziel, die kirchlichen Verwaltungsstrukturen zu modernisieren und transparenter zu machen, hebt Pavel Jerabek abschließend hervor.

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