Aalener Pläne für Bahn, Rad und Auto

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Fortbewegung in der Region einfach und gleichzeitig klimaschonend zu gestalten: Das sind die Ziele für Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler in Sachen Mobilität. Archivfotos
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Radwege, Brenzbahn, Umweltticket, Bundesstraße, Seilbahn: Diese Projekte stehen in Aalen und Umgebung jetzt und in naher Zukunft an.

Aalen

Wie kommen wir künftig von A nach B? Klappt das schnell und bequem und ist es gleichzeitig noch gut für die Umwelt? Wie sich Mobilität gestaltet, wie sie sich in den nächsten Jahren entwickelt, ist eines der ganz großen Zukunftsthemen. Auch in Aalen.

"Es gibt zwei Megathemen, die in fast jeder Gemeinderatssitzung Thema sind: Mobilität und Klimaschutz. Beides hängt untrennbar zusammen." Das sagte Aalens OB Thilo Rentschler diese Woche in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Parteifreund Andreas Stoch, dem SPD-Landesvorsitzenden und Abgeordneten im Wahlkreis Heidenheim.

Ziel allen politischen Handelns beim Thema Mobilität ist dem Oberbürgermeister zufolge Klimaschutz und mehr Lebensqualität. Ein Überblick über einige der wichtigsten Projekte zum Thema in Aalen und Umgebung:

Verkehrsentwicklungsplan: Im Juli 2016 hat der Gemeinderat den Verkehrsentwicklungsplan und das Mobilitätskonzept 2030 beschlossen. Radwegenetz, öffentlicher Nahverkehr, Mobilitätsstationen, intelligentes Verkehrsleitsystem, Parkplätze, Bahnhalt West, Anschlussstellen an der Westumgehung: Alles läuft in einem Gesamtkonzept unter dieser Überschrift zusammen. Es geht nicht nur um den Ausbau der einzelnen Elemente, sondern auch um deren Vernetzung.

Radwegekonzept: Zum Mobilitätskonzept gehört ein eigenes Konzept für die Radwege im gesamten Stadtgebiet. Der Gemeinderat hat dieses Konzept dieses Jahr beschlossen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem der Altstadtring – ein Radweg um die Aalener Altstadt herum – schnelle Radwegeverbindungen nach Ellwangen, nach Oberkochen, nach Westhausen und nach Schwäbisch Gmünd und der Ausbau der Mobilitätsstationen, an denen Nutzer Fahrräder und Pedelecs ausleihen können. 20 Millionen Euro, je zwei Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren, nimmt die Stadt dafür in die Hand.

Mobilitätspakt: Ein gemeinsames Positionspapier zur Mobilität haben die Kreise Ostalb und Heidenheim auf den Weg gebracht. Zum Mobilitätspakt gehören ein verbessertes Angebot des öffentlichen Nahverkehrs, die Förderung von Fuß- und Radverkehr, bessere Leistungsfähigkeit von Knotenpunkten, mehr Verkehrssicherheit sowie die Förderung von Werksverkehr.

Mobilität und Klimaschutz. Beides hängt untrennbar zusammen.

Thilo Rentschler Oberbürgermeister Aalen

Aalens Oberbürgermeister nennt speziell die Bildung von Fahrgemeinschaften. Eine App, die die Arbeitnehmer auf denselben Strecken zusammenbringt, kann er sich dabei gut vorstellen. In der Diskussion in den Gremien ist der "Ausschluss von Denkverboten", der ausdrücklich so im Positionspapier festgehalten wurde, viel zitiert worden. Untersucht werden soll daher auch die Möglichkeit einer schnellen Seilbahnverbindung zwischen Aalen und Heidenheim. Eine mögliche Seilbahnverbindung von Aalen hinauf aufs Härtsfeld hat der Aalener Gemeinderat dagegen ausgeschlossen. Einen solchen Mobilitätsplan wie ihn die Landkreise Ostalb und Heidenheim erarbeiten, wünscht sich Andreas Stoch für alle Kreise im Land.

Brenzbahn: Ein wesentlicher Bestandteil des Mobilitätspakts zwischen den Kreisen Ostalb und Heidenheim ist der Ausbau der Brenzbahn, also der Bahnverbindung zwischen Aalen, Heidenheim und Ulm. Die Strecke ist in weiten Teilen noch eingleisig und nicht elektrifiziert. Die Region wünscht sich außerdem einen zusätzlichen Bahnhalt: Oberkochen Süd. "Das Land muss bereit sein, Geld in die Hand zunehmen", sagt Rentschler dazu. Zunächst nimmt nun der Kreis Geld in die Hand, damit es auf der Brenzbahn vorangeht. Der Ostalbkreis will Vollmitglied im Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller werden.

Remsbahn: Da der Halbstundentakt zwischen Aalen und Stuttgart inzwischen erreicht ist, sieht Rentschler auf der Remsbahn kaum Verbesserungsbedarf. "Jetzt fehlt nur noch der Bahnhalt West", sagt der Oberbürgermeister. Spatenstich für den neuen Bahnhalt auf Höhe Möbel Rieger ist wahrscheinlich erst in vier bis fünf Jahren. Eine Gefahr aber sieht Rentschler für die Bahnverbindung: "Wir müssen dafür kämpfen, dass der IC von Stuttgart nach Nürnberg nicht über die Murrbahn fährt." Bisher läuft diese Verbindung über die Rems- und die Jagstbahn mit Halten in Schwäbisch Gmünd, Aalen und Ellwangen. Aber Bündnisse im gemeinsamen Kampf gegen eine neue Fahrstrecke für den IC seien geknüpft, sodass sich der OB zuversichtlich zeigt, dass der Zug weiter über die Remsbahn fahren wird.

365-Euro-Ticket: In Aalen wird das 365-Euro-Ticket oder Umweltticket diskutiert. Für einen Euro pro Tag, so die Idee, können die Nutzer mit dem öffentlichen Nahverkehr im Stadtgebiet fahren. Aktuell kostet ein Jahresticket 468 Euro. Auch im Kreis gibt es Überlegungen für ein 365-Euro-Ticket. Andreas Stoch geht noch weiter. Er fordert ein 365-Euro-Ticket, mit dem Nutzer für einen Euro am Tag in ganz Baden-Württemberg unterwegs sind. Dazu sei es nötig, einen allgemeiner Verkehrsverbund im Land zu gründen.

B-29-Ausbau: Der Abschnitt zwischen Aalen und Essingen wird vierspurig ausgebaut. Die Fertigstellung ist für 2024 geplant. Fast 50 Millionen Euro kostet der Ausbau.

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