Aalener Räte einstimmig für Mountainbike-Weltcup

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Noch ist es eine Fotomontage, aber am 23. Juli 2022 soll das Realität sein: Weltmeister Simon Gegenheimer und Weltcupsiegerin Marion Fromberger treten bei einem Weltcup-Rennen in Aalen an. Der rund 600 Meter lange Rundkurs soll mitten durch die Innenstad
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Jetzt ist es beschlossene Sache: Vom 22. bis 24. Juli werden sich MTB-Weltprofis auf einer Rennstrecke mitten in der Aalener Innenstadt messen.

Aalen

Wenn sich im Juli erstmals Mountainbike-Profis in Aalen beim Weltcup messen werden, dann dient das dem Renommee der Kocherstadt als Sportstadt. Aber nicht nur. „Wir wollen Fahrradfahren in Aalen stärken und noch beliebter machen“, beschrieb OB Frederick Brütting am Mittwoch bei der öffentlichen Sitzung des Kultur-, Bildungs- und Finanzausschusses des Gemeinderats (KBFA) das übergeordnete Ziel des ersten Mountainbike-Weltcups in der Aalener Innenstadt (22. bis 24. Juli).

Seit Mitte Dezember ist bekannt: Brütting und Steffen Thum, geschäftsführender Gesellschafter der die Weltcups ausrichtenden Firma LTE, ist es gelungen, im Rennkalender der Union Cycliste International (kurz UCI - das ist der Dachverband nationaler Radsport-Verbände, Anm. d. Red.) ein Weltcup-Event nach Aalen zu holen. Seit Mittwoch ist es beschlossene Sache: Die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses stehen einstimmig hinter diesem Event.

Die Intention: „Aalen ist damit Teil einer Weltcup-Serie nach Abu Dhabi, Dubai und Paris.“ Das machte der MTB-Weltmeister Steffen Thum deutlich, bevor er den Räten das Konzept vorstellte. Die Intention: Kindern und Jugendlichen eine Alternative zu Computerspielen anzubieten. Zu zeigen, dass es da eine Freizeitmöglichkeit gibt, in der sie sich selbst erfahren können.

Die Rennstrecke: Um das MTB-Thema so nah wie möglich an die Menschen in Aalen zu bringen, wird die 600 Meter lange Weltcup-Strecke direkt in die Innenstadt, in die Fußgängerzone gelegt. Thum zeigte Beispiel-Videos etwa aus Dubai, wo 2019 die MTB-Rennstrecke mitten in einem Einkaufszentrum war, flankiert von tausenden mitfiebernden Zuschauern. In Aalen soll der Kurs durch die Fußgängerzone, durch das Kneipenviertel, über den Marktplatz zum Rathaus führen. Thum: „In den engen Gassen können die Zuschauer, die Kinder, Jugendlichen und Familien, optimal mit den Profis interagieren.“ Die Aalener Wahrzeichen wie Marktplatz, Spion und Rathaus, könnten dann wunderbar von den Fernsehkameras eingefangen werden, schwärmte der Aalener vom touristischen Werbeeffekt.

Die erwartete Zuschauerzahl: Die Stadtverwaltung rechnet im ersten Veranstaltungsjahr in Aalen mit 10 000 bis 15 000 Zuschauern. Laut OB Brütting soll der Weltcup in diesem Jahr Auftakt sein für Folge-Events in den nächsten drei Jahren.

Die Nachhaltigkeitsidee: Die für die Rennstrecke gebauten Trails und Hindernisse, so Thum, sollen nach dem Ende des Weltcups den Kindern und Jugendlichen weiter zur Verfügung stehen. Beispielsweise als Trainingsmöglichkeit auf Schulhöfen.

Die Gesamtkosten: Veranstalter und Ausrichter ist nicht die Stadt Aalen, sondern die Firma LTE. Damit, so der OB, sei die Stadt auch von der Haftung ausgeschlossen. Laut Sitzungsvorlage trägt die Firma LTE die Gesamtkosten von rund 400 000 Euro. Über 150 000 Euro davon kommen von externen Sponsoren.

Wie viel die Stadt beisteuert: Der OB spricht von einem Betrag von „bis zu 90 000 Euro“ - teilweise verrechnet in Sachleistungen, wie etwa Arbeiten des städtischen Bauhofs.

Abu Dhabi, Dubai, Paris - und jetzt Aalen.“

Steffen Thum, MTB-Racingteam

Das sagen die Fraktionen

Ralf Meiser (Grüne) nannte den MTB-Weltcup in Aalen eine Initialzündung. Mountainbiken füge sich optimal ein in alle Punkte einer Stadtpolitik der Zukunft, wie etwa Klimaschutz und Mobilitätskonzepte. Für seine Fraktion gab Meiser ein klares „Go. Seitens der CDU-Fraktion signalisierte Armin Abele „120-prozentige Unterstützung“. Stellvertretend für die Innenstadthändler betonte er, dass man sich über solche Aktionen freue, die für mehr Frequenz sorgten. Für die SPD regte Timo Lorenz an, am Weltcup-Wochenende auch eine Veranstaltung explizit für Menschen mit Behinderungen anzubieten. Er fragte, ob garantiert sei, dass der Anteil der Stadt die 90 000 Euro nicht überschreitet. Der OB sicherte zu, dass dieser Betrag die vertraglich vereinbarte Obergrenze sei. Petra Pachner appellierte, den Expertenrat von „Menschen mit Behinderung“ einzuholen. Bernhard Ritter (FDP/FW) wandte sich mit der Bitte an die Stadt, nicht nur einen möglichen Profit für die Gastronomie, sondern auch für den Aalener Einzelhandel mitzudenken. Zudem regte er einen begleiteten Schulaktionstag an. Inge Birkhold (Zählgemeinschaft Birkhold-Traub) empfahl „klare vertragliche Regelungen“ im Vorfeld. Michael Kurz (CDU) erkundigte sich nach Einschränkungen für den Einzelhandel. Brütting antwortete, dass man am Weltcup-Wochenende den Wochenmarkt absagen müsse. „Aber wir werden unsere Fahrradhändler einbeziehen, sie können sich präsentieren.“ Und von „Bike the Party“ am Samstagabend würden die Gastronomen profitieren.

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