Aalener sammeln 6250 Euro für Beirut

  • Weitere
    schließen
+
Dankbar sind Bilal Omayrat (links) und sein Cousin Ahmad Omeirat für die große Hilfsbereitschaft in Aalen und im Ostalbkreis. Einen Scheck über 6250 Euro für die Opfer der Explosion in Beirut übergeben sie an Ursula Finger von Caritas international.
  • schließen

Die Initiatoren bedanken sich bei den Spendern und übergeben einen Scheck an die Caritas international. Wie die Situation nach der Explosion vor Ort ist und wie das Geld helfen kann.

Aalen

Überwältigt sind die beiden Aalener von der Hilfsbereitschaft im Ostalbkreis. 6250 Euro sind bei der Spendenaktion für den Libanon zusammengekommen. Bilal Omayrat und sein Cousin Ahmad Omeirat haben nach der Explosion am 4. August im Hafen der Hauptstadt Beirut Geld für die Opfer gesammelt und die Spenden nun der Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, übergeben.

Beide Aalener haben ihre Wurzeln im Libanon. Einer ihrer Freunde in Beirut wurde bei der Explosion verletzt. Die anderen Familienmitglieder und Freunde kamen mit dem Schrecken davon. "Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut", sagt Ahmad Omeirat.

Und die Umstände sind schwierig. Vorher schon sei die Schere zwischen Arm und Reich im Libanon weit auseinandergegangen, erzählen die beiden. Dann kam Corona und dann auch noch die Explosion. 165 Menschen sind gestorben, 6000 wurden verletzt, 300 000 wurden obdachlos.

Ahmad Omairat erzählt von den Erzählungen seiner Kontakte vor Ort: "Es gibt so viele Obdachlose, die unter der Brücke schlafen." Sein Onkel hat noch ein Dach über dem Kopf. Strom gibt es aber nur sporadisch. Von einem Cousin hat Bilal Omayrat aktuelle Bilder aus Beirut geschickt bekommen. Häuser mit zerstörten Fenstern, viele halb eingestürzt, Trümmer türmen sich in den Straßen. Eine Stadt in Schutt und Asche.

Eigentlich wollten die beiden Organisatoren der Spendenaktion selbst nach Beirut fliegen und das Geld der Caritas vor Ort übergeben. Die Kosten für die Flugtickets selbst zu übernehmen, wäre für sie selbstverständlich gewesen. Wegen der Corona-Pandemie können sie das nun nicht mehr verantworten, erzählen sie. Stattdessen haben sie die Spenden nun in Aalen an Ursula Finger von Caritas international übergeben. Sie berichtet von der Hilfe, die ihre Kolleginnen und Kollegen in Beirut leisten. "Die Caritas Libanon bleibt vor Ort und bleibt aktiv", sagt sie. Die Organisation sei erfahren in der Katastrophenhilfe.

Es gibt so viele Obdachlose, die unter der Brücke schlafen.

Ahmad Omeirat Aalener mit libanesischen Wurzeln

Ganz konkret haben die Helferinnen und Helfer in Beirut Erste Hilfe geleistet, Essen, Kleider und Hygienesets verteilt. Psychologen haben traumatisierte Menschen unterstützt. "Wir machen nie etwas alleine, sondern immer mit lokalen Partnern vor Ort", betont Ursula Finger. Langfristig sei es wichtig, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Vor dem Hintergrund des gewaltigen Ausmaßes der Zerstörung und dem Leid im Libanon spricht sie aus, was mancher vielleicht über 6250 Euro an Spendengeld denken mag, dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei. "Nein", sagt sie, "das hilft!"

Bilal Omayrat und sein Cousin haben die Spendenaktion unter anderem in den sozialen Netzwerken und mithilfe der SchwäPo bekannt gemacht. Viele Freunde und Bekannte der beiden haben gespendet. Aber auch die Namen vieler Menschen, die er nicht kennt, hat er auf den Kontoauszügen entdeckt. "Viele deutsche Namen", betont Bilal Omayrat, der in Beirut geboren wurde, aber bereits seit seiner Kindheit in Aalen lebt. Wie dankbar er und sein Cousin Ahmad den Spendern sind, betonen sie immer wieder.

Dankbar ist Bilal Omayrat auch dem FC Bayern München. Mit dem Verein hat er bei einer anderen Hilfsaktion bereits zusammengearbeitet und sich nun wieder an ihn gewandt. Der Verein hat Trikots und T-Shirts gespendet. Die beiden Aalener kümmern sich nun privat darum, dass diese Sachspenden im Libanon ankommen.

Wie die Caritas im Libanon hilft

64 561 Menschen hat die Caritas Libanon nach der Explosion vom 4. August unterstützt.

67 Hausbesuche haben Psychologen abgestattet, um 130 Menschen zu betreuen.

8713 Menschen haben Medikamente erhalten.

507 Verletzte haben medizinische Erste Hilfe erhalten.

97 Begünstigte wurden laut Caritas international mit Kleidung versorgt.

44 575 warme Mahlzeiten haben die Helferinnen und Helfer verteilt.

3705 Lebensmittelpakete wurden ausgeben.

912 Hygienesets wurden verteilt.

644 Häuser und ein öffentliches Grundstück haben die freiwilligen Helferinnen und Helfer der Caritas Libanon verteilt.

Mehr zum Thema

Schutt türmt sich in den Straßen Beiruts.
300 000 Menschen wurden obdachlos.
Zahlreiche Häuser sind nicht mehr bewohnbar.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL