Aalener Tafel erhöht die Preise nicht

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Lebensmittelpreise steigen. Die Aalener Tafel möchte die erhöhten Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben.
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Waren werden laut Pfarrer Richter noch großzügiger ausgegeben. Der Laden ist auf Spenden angewiesen. Von Katharina Scholz

Aalen

Lebensmittelpreise steigen. Für das Team der Aalener Tafel ist klar, dass die Mehrkosten nicht an die Kunden weitergegeben werden. "Lebensmittel dürfen keine Luxusgüter sein", sagt Pfarrer Bernhard Richter. Arbeitslose, Alleinerziehende, Kleinrentner, Studenten, Geflüchtete: Im Aalener Kocherladen können Menschen mit geringen Einkommen günstig Lebensmittel einkaufen. "Bis zu einem Drittel des Normalpreises dürften wir verlangen", erläutert Richter. Doch das wolle man nicht ausreizen. Im Gegenteil. "Unsere Strategie ist, die Waren noch großzügiger auszugeben." Denn gerade jetzt bräuchten viele die Unterstützung mehr denn je. Zu den Stammkunden der Aalener Tafel sind in den vergangenen Wochen rund 100 Frauen aus der Ukraine gekommen, die dort für sich und ihre Kinder einkaufen.

Damit der Kocherladen weiterhin Unterstützung leisten kann, ist die Tafel auf Spenden angewiesen. Und das ebenfalls mehr denn je. Denn wegen der gestiegenen Preise muss der Laden nun mehr ausgeben, um Waren vorhalten zu können. Pfarrer Richter ist daher dankbar für Geldspenden und für Lebensmittelspenden. Vergangenes Wochenende zum Beispiel haben Helferinnen und Helfer bei der Aktion "kauf eins mehr" im E-Center Spenden gesammelt. Wer möchte, kauft dabei zusätzlich zu seinem Einkauf ein zusätzliches Produkt - oder auch mehrere Produkte - und gibt sie beim Hinausgehen für die Tafel ab.

Pfarrer Richter zählt die Lebensmittel auf, die besonders benötigt werden und mit denen man Bedürftigen eine Freude machen kann: "Tee, Reis, Kaffee, H-Milch, Zucker, Nudeln, Mehl, Müsli, Honig und Süßigkeiten." 80 Kisten mit Waren im Wert von rund 3000 Euro sind dabei laut Richter am Freitag und Samstag zusammengekommen. Der Pfarrer freut sich über so viel Solidarität. Im Eingangsbereich im E-Center steht übrigens immer eine Kiste, in die Kunden Spenden für die Tafel hineinlegen können, auch wenn keine Helferinnen und Helfer vor Ort sind.

Bestimmte Waren überhaupt zu bekommen, sei für die Tafel noch kein großes Problem, sagt Richter. Als das Mehl vielerorts in den Regalen knapp wurde, habe der Projektleiter bei der Heimatsmühle angefragt. Von dort habe die Tafel eine großzügige Spende bekommen, erzählt der Pfarrer dankbar. Auch vom Edeka Miller gebe es regelmäßig ganze Paletten voller Lebensmittelspenden, erwähnt Richter als Beispiel. Außerdem bringen Privatleute Lebensmittel vorbei.

Die Zeiten, in denen Supermärkte regelmäßig Waren übrig haben, seien vorbei. Wegen der Digitalisierung wüssten die Läden nun genau, wie viel von welchem Produkt nachgefragt wird. "Früher haben wir 100 Becher Brombeerjoghurt gespendet bekommen, den im Supermarkt niemand gekauft hat", erläutert der Pfarrer an einem Beispiel. Heute würden die Supermärkte keinen Brombeeryoghurt mehr kaufen, wenn sie bereits wüssten, dass der nicht nachgefragt wird.

Geldspenden dürfe der Kocherladen annehmen, um laufende Kosten wie die Miete zu decken. Wenn Menschen "Spende für Lebensmittel" auf einem Überweisungsformular vermerken, dürfe die Tafel auch Lebensmittel dafür kaufen und günstig an ihre Kunden weitergeben.

Info: Wer Geld spenden möchte, kann das unter der folgenden Bankverbindung tun: Aalener Tafel - Kocherladen e.V. , IBAN:  DE61614500501000077908 , BIC:    OASPDE6AXXX 

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