Aalener Verwaltung kämpft gegen Ärztemangel

+
Mit einer Werbekampagne hat die Stadtverwaltung Ende des vergangenen Jahres auf unbesetzte Arztstellen im Welland aufmerksam gemacht. Vier Medizinerinnen und Mediziner haben sich laut Brütting daraufhin bei der Verwaltung gemeldet
  • schließen

Finanzielle Anreize und weitere Aktionen sollen Medizinerinnen und Medizinern eine Niederlassung in Aalen schmackhaft machen. Das plant die Verwaltung. 

Aalen. Ärztinnen und Ärzte nach Aalen, in die Teilorte und aufs Vordere Härtsfeld locken: Dieses Ziel verfolgt die Verwaltung mit einem kommunalen Aktionsprogramm, das den Mitgliedern des Kultur-, Bildungs- und Finanzausschusses vor Kurzem vorgestellt wurde. Denn für die rund 7000 Einwohnerinnen und Einwohner im Welland gibt’s keinen Arzt vor Ort. Auf dem Vorderen Härtsfeld ist die Situation kaum besser: Zwei Ärzte gibt’s dort für fast 6000 Menschen. Die Verwaltung will Medizinern daher eine Niederlassung in Aalen und drumherum schmackhaft machen. Mit finanziellen Anreizen. Mit Hilfsangeboten bei der Suche nach einem Bauplatz, einem Praxisstandort oder Kitaplatz. Auch Kennenlernpakete für die Region Ostwürttemberg könnte es geben. “Das können Aspekte sein, die uns einen Vorteil gegenüber anderen Gemeinden verschaffen”, sagte Wirtschaftsförderer Felix Unseld in der Sitzung. Ziel sei, Ärzte an die Region zu binden. Das Konzept empfahlen die Ausschussmitglieder einstimmig dem Gemeinderat, der am 30. Juni darüber abstimmt. 

Für Dr. Thomas Battran ist es eine “kleine Herkulesaufgabe”, das Projekt erfolgreich abzuschließen. “Es wird nicht leicht sein, aber es ist ein tolles Programm, das die weichen Standortfaktoren verbessert”, betonte er. Das allein sei jedoch kein Garant dafür, dass sich Ärzte in der Region niederlassen, sagte er sinngemäß. Denn trotzdem kommen ein hoher bürokratischer Aufwand und lange Arbeitszeiten auf selbstständige Mediziner zu, wie er erklärte. Die Fraktion der Grünen schlägt daher vor, ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in kommunaler Trägerschaft zu gründen. “Man kann in Teilzeit arbeiten, legt sich nicht für eine Stadt fest und ein wirtschaftliches Risiko ist praktisch nicht gegeben. Das senkt die Hürde enorm”, sagte der Stadtrat. Die Grünen haben dazu im April einen Antrag bei der Verwaltung eingereicht. Diese soll etwa prüfen, ob mit der Gründung von kommunalen MVZs die ärztliche Versorgung in Aalen gesichert werden kann.

“Wir müssen schauen, dass wir eine Niederlassung in Aalen für Ärzte lukrativ gestalten. Das muss uns Anstrengungen und Geld wert sein”, betonte CDU-Mitglied Nadine Patzelt. Dem stimmte Andrea Hatam (SPD) zu. Auch bei Investoren sei das Thema “MVZ” angekommen. So baue die Firma Telenot ein SHW-Gebäude in Wasseralfingen um, sagte sie. Dort gebe es Platz für mehrere Arztpraxen. Marcus Waidmann (AfD) bezweifelt, dass ein angestellter Arzt in einem MVZ das “gleiche Feuer” mitbringt, wie ein niedergelassener Arzt. 

Roland Hamm (Die Linke) bat die Verwaltung, dem Antrag der Grünen zu folgen. Die Verwaltung müsse sich Projekte überlegen, wie die ärztliche Versorgung sichergestellt werden kann - auch wenn sich kein Arzt findet.

Vier Bewerber für Dewangen und Fachsenfeld

Ende des vergangenen Jahres hat die Verwaltung eine Werbekampagne gestartet, um Ärzte für Dewangen und Fachsenfeld zu finden. “Vier Bewerber haben sich auf die Kampagne hin gemeldet”, sagte Oberbürgermeister Frederick Brütting. “Es gibt konkrete Gespräche, die hoffentlich zu einem schnellen Ergebnis führen”, sagte er.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Kommentare