Aalener Wirt ist sauer auf die Stadt

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Der Inhaber der "Baar" kämpft mit angeblich falschen Aussagen der Stadt. Diese weist die Vorwürfe zurück.

Aalen. Gastronom Dimitri Ignatiadis ist sauer auf die Stadt, weil sie sich ihm gegenüber falsch geäußert habe. Für die "Baar" in der Stuttgarter Straße hatte er bereits Nachpächter, die eine Shishabar aus dem Lokal machen wollten. Er selbst habe schon einen neuen Job in Betracht gezogen. Nun ist alles hinfällig. Weitere Shishabars in der Innenstadt werden nicht genehmigt. Das hat der Gemeinderat im vergangenen Jahr beschlossen. Das sei auch alles rechtens, weiß der Wirt. Was ihn jedoch ärgert: Als er im Mai 2019 zum ersten Mal bei der Stadt anfragte, habe man ihm erklärt, dass eine Nutzungsänderung nicht nötig sei, weil in den Räumlichkeiten alle Voraussetzungen für eine Shishabar erfüllt seien.

Wie die Stadt in einer Stellungnahme mitteilt, habe man dem Gastronomen erklärt, dass eine Shishabar nicht vom Bebauungsplan erfasst werde und daher ein Antrag gestellt werden könnte. "Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde jedoch deutlich gemacht, dass aus städtebaulicher Sicht auch weitere Shishabars im Innenstadtbereich unerwünscht sind", so Stadtsprecher Sascha Kurz. Man habe ihn darauf hingewiesen, dass sein Anliegen auch mit anderen Fachbehörden wie dem Stadtplanungsamt abgestimmt werden muss.

Da Ignatiadis den Verkauf laut eigenen Aussagen erst einmal überdenken musste, hatte sich das ganze Prozedere noch einige Zeit hingezogen. Im Februar 2020 habe ihm die Stadt mitgeteilt: Eine Nutzungsänderung müsse doch her. "Dann kam Corona dazwischen", sagt der Wirt. Im Juni habe er die Papiere eingereicht. Aufgrund der Aufstellung des Bebauungsplans im darauffolgenden Oktober konnte der Antrag nicht genehmigt werden. "Dass dies zeitlich mit dem Antrag von Herrn Ignatiadis erfolgt ist, konnte vom Bauordnungsamt zum Zeitpunkt des Antragseingangs nicht erahnt werden", so Kurz. "Ihm wurde aber zu keinem Zeitpunkt zugesichert, dass eine Genehmigung zur Nutzung als Shishabar seitens der Stadt erteilt wird."

Citymanager Reinhard Skusa bedauert die Situation des Wirts: "Es war ja nicht irgendein Lokal. Es war ein sensationelles Aushängeschild für Aalen." Dennoch erwarte er von einem Unternehmer "nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen".

"Mir bleibt jetzt nichts anderes übrig, als die Gastro nach Corona weiterzubetreiben", sagt Ignatiadis. Die Pacht müsse bezahlt werden, die neuen Pächter sind weg. Durch den neuen Job müsse er nun vorerst "zweigleisig" fahren.

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