Aalens Kulturszene lebt wieder

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"Tightrope" spielen am Freitagabend – Besucherinnen und Besucher sind standhaft, trotz Regen.

"Aalen live – we will survive" – unter diesem Motto haben die Besucherinnen und Besucher am Wochenende im Stadtgarten gefeiert. Ein Besuch.

Aalen

Bitte lassen Sie Mund- und Nasen-Schutz die ganze Zeit auf. Wenn Sie sitzen, dürfen Sie diesen abnehmen." Die Security-Frau, die hinter dem eisernen Tor im Stadtgarten in Aalen steht, knipst die Eintrittskarte ab und wiederholt den Satz bei jedem Besucher. Sie ist am Wochenende mit elf weiteren Kolleginnen und Kollegen im Einsatz. Die Gäste des Open Airs "Aalen live – we will survive" nicken knapp und begeben sich über den Schotterweg in Richtung Pavillon. Dort ist eine große Bühne aufgebaut.

Es ist Freitag, 18 Uhr. Die ersten Künstler stehen auf der Bühne und greifen in die Gitarren – insgesamt spielen acht Bands während des zweitägigen Festivals. Am Himmel ballen sich Wolken zusammen und versprechen Regen. Ein Pärchen setzt sich an eine der über 40 Tischgruppen. Eine Helferin vom Team, das aus den Kulturfreunden Galgenberg und dem Verein Kunterbunt besteht, kommt mit einem Fragebogen. "Bitte füllen Sie das aus." Rund 50 Ehrenamtliche sind je Tag im Einsatz, für das Open Air haben die beiden Vereine erstmals fusioniert.

Wenn der Sitzplatz gesichert ist und Name sowie Anschrift notiert sind, geht es weiter zu einer von zwei Kassen. Dort kann man Stempelkarten für Getränke und Essen erwerben. Mit einer detaillierten Beschilderung, Abtrennungen und Pfeilen auf dem Boden wird dafür gesorgt, dass sich die Besucher nicht in die Quere kommen. Es gibt Burger, Pommes, Wein, Bier oder Antialkoholisches. Mit eineinhalb Metern Abstand steht eine lange Schlage vor den Ständen und versorgt sich.

"Als es richtig begonnen hat zu schütten, haben wir gedacht, dass alles auf der Kippe steht", sagt Maximilian Asbrock vom Gasthof Läuterhäusle, der sich mit seinem Team um die Bewirtung kümmert. "Das Wetter gehört zu einem Festival dazu", motiviert Eddie Cichosz, der jede Band auf der Bühne ankündigt. "Der Regen darf in Gmünd und Heidenheim bleiben", gibt OB Thilo Rentschler zu Protokoll. Er hat sich am Freitag unter die Gäste gemischt und verfolgt das Kulturprogramm auf der Bühne. Später entert er diese mit Michael "Flex" Flechsler von den Kulturfreunden Galgenberg und Ingo Hug vom Verein Kunterbunt und lobt das Festival. Es sei wichtig, Flagge für Kultur zu zeigen, betont er.

Trotz literweise Regen bleibt das Publikum am Freitagabend standhaft. Viele packen ihre Regenschirme aus, die Bierschrannen werden mit Lappen trocken gewischt.

Die Leute sind gut drauf, viele haben sich gefreut, dass mal wieder etwas ist.

Michael "Flex" Flechsler Kulturfreunde Galgenberg

Es ist Samstag, 16 Uhr. Michael "Flex" Flechsler beobachtet das Publikum. Sein Gesicht ziert eine Maske mit dem Galgenberg-Logo darauf. Menschen, die sich ohne Mund- und Nasen-Schutz auf der Wiese bewegen oder in Gruppen verharren, werden von den Securitys freundlich aber direkt darauf hingewiesen. "Wenn man so ein Hygienekonzept macht, muss man es auch umsetzen, außerdem wird es sehr gut aufgenommen", bestätigt Michael "Flex" Flechsler.

Pro Tag dürfen maximal 500 Besucher am Festival teilnehmen – auch, wenn diese Zahl an beiden Tagen nicht erreicht wird. Stimmung wird trotzdem gemacht. Einziger Wermutstropfen: "Es ist komisch, nicht tanzen zu können", sagt Doris Wiesenfarth, die mit Beate Ulmer an einer Kasse sitzt. Trotzdem ist Flechsler sehr zufrieden, "die Leute sind gut drauf, viele haben sich gefreut, dass überhaupt mal wieder etwas ist", betont er. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen klappe, denn man ergänze sich gut. Er sei voller Hoffnung, dass man sich nun wieder ans Kulturleben herantasten könne.

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