Ab Montag Präsenzunterricht für alle

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Jannik von der Gemeinschaftsschule Kocherburgschule beim Covid-Selbsttest. Das Prozedere bleibt auch ab Montag so. Zweimal pro Woche wird getestet. Die Tests gelten dann aber 60 Stunden, damit Schüler ohne neue Tests durch die Woche kommen.
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Aalener Schulen wollen am 14. Juni wieder durchstarten. Neues Verfahren für 60 Stunden gültige Schnelltests stellt die Bildungseinrichtungen vor organisatorische Herausforderungen.

Aalen

Die Pfingstferien sind vorbei, die Schule läuft wieder. Und weil die Inzidenzzahlen nun auch im Ostalbkreis deutlich gesunken sind, stehen Veränderungen im Schulbetrieb an. Wir liefern Ihnen einen Überblick.


Diese Woche noch alles wie gehabt: Aktuell läuft an Aalener Schulen alles genau so wie vor den Ferien, bestätigen die geschäftsführenden Schulleiter Michael Weiler (Gymnasien) und Karl Frank (alle übrigen Schularten). Entsprechend der Inzidenzvorgabe von unter 100 gebe es Wechselunterricht. Die Hälfte der Schülerschaft komme Montag, Dienstag und Mittwoch, die andere Hälfte Donnerstag und Freitag an die Schule, in der darauffolgenden Woche dann umgekehrt, nennt Weiler das Beispiel am Kopernikus-Gymnasium. Der erste Tag nach den Ferien sei gut gewesen, meinen beide.


Neue Regeln gelten ab Montag: Veränderungen stehen für kommende Woche an. Der Ostalbkreis kann nämlich frühestens am Mittwochabend, 9. Juni, für fünf Werktage eine stabile Inzidenz von unter 50 offiziell feststellen. Die würde dann, so die Vorgaben, frühestens am Freitag in Kraft treten - mit Veränderungen für den Schulbetrieb. Jedoch: „Wir wollten die getroffenen Planungen wegen eines Tages nicht über den Haufen werfen, weshalb wir uns gemeinsam entschlossen haben, mit den neuen Regelungen erst am Montag durchzustarten“, erklärt Weiler. Der Organisationsaufwand für einen Tag stünde in keiner Relation, bittet er um Verständnis.


Präsenzunterricht für alle: Das Kultusministerium hat die Schulen wie folgt informiert: „Bei einer Inzidenz unter 50 im Stadt- oder Landkreis gilt an allen Schulen, Grundschulförderklassen und Schulkindergärten, dass Präsenzunterricht ohne förmliches Abstandsgebot zu und zwischen den Schülerinnen und Schülern stattfinden kann.“ In Aalen werde dies an allen Schulen ab Montag umgesetzt, so die Schulleiter.

Test- und Maskenpflicht bleiben. Wer nicht von der Maskenpflicht befreit ist, diese aber nicht einhält, erhält ein Zutritts- und Teilnahmeverbot. Gleiches gilt für Testverweigerer.

An den Schulen wurden alle Klassenräume daraufhin untersucht, wie sich dort sachgemäß Lüften lässt. Wo nötig, wurde nachgebessert und in einigen Räumen wurden Raumluftreinigungsgeräte installiert, beruhigt Weiler. Die Stadt habe hier sehr kompetent und verantwortungsvoll gehandelt, lobt er. Inhaltlich wichtig ist Weiler, „dass Schule nun nicht zum reinen Klassenarbeitsbetrieb wird“. Die Schülerschaft solle behutsam an den Alltag herangeführt werden.


Neues Verfahren bei Tests: Hohen Organisationsaufwand bedeutet ab Montag das Testen. Denn das Kultusministerium hat den Schulen eine zusätzliche Aufgabe aufgebürdet. Künftig sollen diese, falls dies verlangt wird, Bescheinigungen für Covid-Tests ausstellen, die dann 60 Stunden gelten. Bislang wird an Aalens Schulen zweimal die Woche getestet. 15 Schüler an 15 Tischen erhalten 15 Testkits. Schüler testen sich selbst, die Lehrkraft beaufsichtigt dies. Nach 15 Minuten liegen die Ergebnisse vor und der Unterricht startet, erklärt Weiler das Prozedere.

Ab Montag herrscht wieder Vollbetrieb an den Schulen. Das bedeutet, dass eine Lehrkraft dann doppelt so viele Testungen überwachen muss. Das kostet weitere Unterrichtszeit.

Auch die Verantwortung werde größer, sagt Weiler, weil die Tests 60 Stunden gelten und die Schüler mit diesen auch die Angebote von Sportvereinen oder andere Freizeitangebote nutzen könnten. Hinzu komme, dass Tests nicht unfehlbar seien. Immer wieder gebe es falsche Positiv-Resultate, was dem Betroffenen Quarantäne aufzwinge. Mit zwei Tests komme ein Schüler so aber künftig durch eine Woche.

An Testzentren werde jedoch einer nach dem anderen getestet, sehr sorgfältig. Es sei daher fraglich, ob Schulen die Aufgabe von Testzentren übernehmen könnten, vor allem sei dies mit viel mehr Verwaltungsaufwand verbunden, als dies das Kultusministerium angekündigt habe. Die Sekretariate würden stark gebunden durch das Ausstellen der Bescheinigungen. Dass die Änderung sehr kurzfristig kommuniziert worden sei, führe zudem zu Verdruss, sagt Weiler.

An Grundschulen gilt bislang, dass Eltern ihre Kinder zuhause testen können. „Das ist sinnvoll und wir vertrauen den Eltern hier“, sagt Frank. Nach der neuen Regelung fürchtet Frank aber, dass dies nun nicht unbedingt so bleiben werde. Er gehe davon aus, dass zumindest dann an den Schulen getestet werden müsse, wenn ein Nachweis ausgestellt werden soll, weil hier die Aufsicht die Testung unterschreiben müsse.


Sportunterricht: Hier hat das Kultusministerium die Inzidenzgrenze 35 eingeführt. Unter 35 ist praktischer Sportunterricht jeglicher Art sowohl im Freien als auch in der Sporthalle möglich.

Bei einer Inzidenz zwischen 35 und 50, wie sie im Ostalbkreis wohl noch eine Weile herrscht, gilt, dass „fachpraktischer Sportunterricht jeder Art im Freien an allen Schulen zulässig ist. In Sporthallen darf er nur kontaktarm erfolgen. Schwimmunterricht ist im Rahmen der Klassenstärke oder Gruppengröße zulässig, wenn fachpraktischer Sportunterricht erlaubt ist. Freibäder können genutzt werden, wenn Sportunterricht im Freien zulässig ist. Ein Hallenbad kann erst genutzt werden, wenn Sporthallen für den fachpraktischen Sportunterricht freigegeben sind“, so das Kultusministerium.

Praktika und Externe: Das Kultusministerium erlaubt wieder Praktika zur Berufsorientierung ebenso wie Sozialpraktika bei einer Inzidenz von unter 100. Ein- oder mehrtägige Praktika, die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen verlangen, sind unabhängig davon möglich. Schulen dürfen im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen nun wieder externe Personen in den Unterricht holen, zum Beispiel Experten im Rahmen der beruflichen Orientierung. Die Entscheidung trifft die Schulleitung.


Zeugnisfeiern: Feiern wie in den Vor-Corona-Jahren werde es in diesem Jahr wohl nicht geben können, meinen Weiler und Frank. Prinzipiell gelten hierfür zwar die Regelungen der Paragrafen 11 und 21 der Landes-Corona-Verordnung. Was bedeutet, dass, sofern die Inzidenz dauerhaft stabil unter 50 bleibt, solche Feiern mit 500 Personen im Freien oder 250 Personen in geschlossenen Räumen stattfinden dürfen. Abstandsgebote und Hygienekonzepte bleiben aber, weshalb Weiler nicht glaubt, dass „das eine Zeugnisfeier werden kann, wie wir sie uns wünschen würden“. Hinzu komme, dass dies sehr kurzfristig organisiert werden müsste. Eine feierliche Zeugnisübergabe werde es aber sicher in irgendeiner Form geben, sind sich die Schulleiter einig. „Wir hatten am KGW im vergangenen Jahr eine kleine Feier im Freien mit Stehtischen für Familien, so etwas ist sicher wieder drin“, sagt Weiler. Bis zu den Abschlüssen sei ja noch etwas Zeit, meint Frank, „wir werden sehen, was möglich ist“.

Es ist fraglich, ob Schulen die Aufgabe von Testzentren übernehmen können.“

Michael Weiler, Geschäftsführender Schulleiter

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