Guten Morgen

Abenteuer einer Sommernacht

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Bernhard Hampp
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Bernhard Hampp begegnet einem Fremden.

Es mag wohl um die zehnte Stunde gewesen sein, als ich, von der frohen Festlichkeit noch halb beseelt, durch den Aalener Stadtgarten schritt. Ich wusste selbst nicht wie, doch wurde mir mit einem Schlage verworren und fremdartig. Raschelte in jenem Holunderbusche eine Schlange? Huschte dort eine Maus mit sieben Köpfen, einen vollgefressenen Kater jagend?

Still, hörte ich da einen unvermittelt hinzugetretenen Fremden zischen. Die hagere Gestalt in weitem Überrocke, Kinn und Nase bizarr vor das Antlitz geschoben, maß mich ernst und durchdringenden Blickes. Aus den Augenhöhlen blitzte ihm schalkhaftes, beinah wildes Feuer. Ehe ich mir ein Wort entrang, wandte sich die Gestalt ab. Der Sommerwind fuhr in seinen Überrock und trieb die Schöße auseinander. Und jetzt? Erhob sich die Gestalt wie ein Geier in die Lüfte und flog davon? Nein, meine Sinne spielten mir gewiss einen teuflischen Streich...

Doch wer war der Fremde? War es der, für den ich ihn hielt? Doch das konnte nicht sein. Jener war ja schon vor 200 Jahren, am 25. Juni 1822, hinübergegangen. Oder?

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