Abwasser in Aalen wird teurer

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Das Aalener Kanalnetz muss saniert werden.
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Betriebsausschuss der Stadtwerke beschäftigt sich mit dem Zustand der Kanäle.

Aalen. Manche Kanäle in Aalen sind so marode, dass sie drohen einzustürzen. Laut Dennis Röhrich vom Tiefbauamt betrifft das 6,5 Kilometer des Netzes. Sofortiges Handeln sei da nötig. Im Betriebsausschuss der Stadtwerke, Eigenbetrieb Abwasser, präsentierte er dem Gremium im Kulturbahnhof das Ergebnis einer Untersuchung. Weitere 40 Prozent des Kanalnetzes sind der zufolge zwar nicht akut einsturzgefährdet, aber älter als 50 Jahre. Das sind etwa 172 Kilometer. Hier bestünde kurzfristiger Handlungsbedarf, was die Sanierung angeht.

30,8 Millionen Euro über 13 Jahre sind laut Tiefbauamt nötig, um das Aalener Kanalnetz wieder in einen guten Zustand zu versetzen. Aufgerundet rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr also. Das hat eine Gebührenerhöhung für die Aalenerinnen und Aalener zur Folge. Erich Bareiter, bei den Stadtwerken zuständig für die Finanzen, rechnet die Auswirkungen vor: 2023 soll die Gebühr für Schmutzwasser um 5 Cent pro Kubikmeter steigen. Bei der Niederschlagswassergebühr setzt er 2023 eine Steigerung von 6 Cent pro Quadratmeter an. In den Folgejahren rechnet er bei beidem mit einer Erhöhung der Gebühren von 10 Cent pro Jahr. "Abhängig von den tatsächlich realisierten Investitionen", steht auf der Folie der Präsentation, die er dazu zeigt. Im Vergleich zu anderen Kommunen seien die Gebühren immer noch moderat, so Barreiter.

Oberbürgermeister Frederick Brütting merkte dazu an, dass Aalen das größte Kanalnetz, aber die niedrigste Schmutzwassergebühr im Ostalbkreis habe. Rund 433 Kilometer Kanäle ziehen sich laut Sitzungsvorlage durch den Aalener Untergrund. In der anschließenden Diskussion im Gremium war der Investitionsstau Thema. Claus Albrecht (Freie Wähler) sagte, "dass wir in den letzten Jahren Dinge übersprungen haben, rächt sich." Arian Kriesch (FDP/FW) ist nach eigenen Worten "regelmäßig schockiert", weil Investitionsstau immer wieder Thema in den Gremien sei. Er fragte: "Ist das normal, wenn man einen neuen OB hat?" Brütting stelle dazu klar: "Die Untersuchungen habe nicht ich angestoßen, sie laufen schon länger." Hannes Baur vom Tiefbauamt bestätigte das. "Ich habe 2017 bei der Stadt angefangen und das gleich als Problem erkannt."

Das Gremium stimmte dem Vorgehen so einstimmig zu. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat in der kommenden Sitzung am Donnerstag, 31. März. Unabhängig von diesem Kanalsanierungskonzept soll die FirmaStegmeier aus Aalen für rund 224 000 Euro beauftragt werden, Arbeiten am Kanalnetz zu erledigen. Laut Sitzungsvorlage geht es um "kurzfristig notwendige Arbeiten" bei "nicht absehbaren Schadensfällen". Auch dem stimmten alle Rätinnen und Räte im Betriebsausschuss zu. Die Entscheidung trifft ebenfalls der Gemeinderat.

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