Abwasser wird erheblich teurer

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Das Aalener Kanalnetz muss saniert werden.
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Gemeinderat beschließt Gebührenerhöhung von elf Cent. In den Folgejahren dreht sich die Preisspirale weiter.

Aalen. Energie, Lebensmittel - und nun wird auch Abwasser teurer: Der Gemeinderat hat am Donnerstag beschlossen, die Abwassergebühr in Aalen im nächsten Jahr um elf Cent zu erhöhen. Hintergrund ist, dass die Stadt viel mehr Geld als bisher ins Kanalnetz investieren muss.

Eine Inspektion des Aalener Kanalsystems ließ buchstäblich tief blicken: Risse, Abflusshindernisse, defekte Anschlüsse, korrodierte oder sogar eingestürzte Rohre - insgesamt sind etwa 180 Kilometer - das sind 41 Prozent des gesamten Netzes sanierungsbedürftig. Sechseinhalb Kilometer davon sind sogar so marode, dass sofort gehandelt werden muss. „Nach Auswertung aller Daten muss der Zustand des Kanalnetzes als ernüchternd“ bezeichnet werden, heißt es seitens der Verwaltung. 30,8 Millionen Euro über 13 Jahre hinweg sind laut Tiefbauamt nötig, um zumindest die vordringlichen Arbeiten erledigen zu können. Etwa 2,5 Millionen Euro im Jahr sind dafür notwendig. In den vergangenen Jahren lag die Priorität stets bei der Ausweitung des Netzes, für Renovierungen und Reparaturen wurden jährlich nur 100 000 Euro ausgegeben.

Im Jahr 2023 wird Schmutzwasser also um 5 Cent pro Kubikmeter teurer, Niederschlagswasser um 6 Cent pro Quadratmeter. In den darauf folgenden Jahren steigen die Gebühren weiter: um durchschnittlich zehn Cent pro Jahr, abhängig von den tatsächlichen Investitionen.

Für kurzfristig zu behebende Schäden am Kanalnetz beauftragte der Gemeinderat die Firma Stegmeier zum Preis von 223 700 Euro. Bea Wiese

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