Ärger auf dem Radfahrstreifen

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In Aalen parken Autofahrerinnen und -fahrer oft auf dem Radfahrstreifen. Das sagen Stadt und ADFC dazu.

Aalen

Wenn Ralph (37) mit dem Fahrrad in Aalen unterwegs ist, muss er sich oft ärgern. Ärgern über Autofahrerinnen und -fahrer, die auf dem Radstreifen parken. "Als Radfahrer wird man in Aalen oft durch zugeparkte Radwege behindert und gefährdet", sagt Ralph, der anonym bleiben will. "Aus reiner Bequemlichkeit stellen die Leute ihr Auto einfach auf dem Radweg ab", erzählt der 37 Jahre alte Mann. Denn: Reguläre Parkplätze seien seiner Ansicht nach in der Regel in der Umgebung genug vorhanden.

In der Vergangenheit habe er die Falschparker darauf angesprochen. Entschuldigt habe sich aber bisher niemand. "Man wird ignoriert, beschimpft, oder die Leute machen sich lustig darüber."

Der Aalener macht daher nun kurzen Prozess: Er fotografiert die Autos und schickt die Fotos ans städtische Ordnungsamt, wie er sagt.

Was dem 37-Jährigen, der drei bis vier Mal in der Woche Rad fährt, wichtig ist: Für Radfahrer sei es sehr gefährlich, wenn sie sich in den fließenden motorisierten Verkehr auf der Straße einordnen müssen. "Und für Kinder ist das noch viel gefährlicher", betont er.

Daher interessiert ihn die Antwort auf die Frage: Was unternimmt die Stadt gegen Autofahrer, die mal kurz auf dem Radstreifen ihr Gefährt abstellen? Sind zusätzliche Schilder geplant?

Man wird ignoriert, beschimpft, oder die Leute machen sich lustig darüber.

SchwäPo-Leser

"Eine zusätzliche Beschilderung seitens der Straßenverkehrsbehörde ist aktuell nicht beabsichtigt", sagt Stadtsprecherin Karin Haisch auf SchwäPo-Anfrage. "Wir appellieren aber an Autofahrer im Hinblick auf gegenseitige Rücksichtnahme und Fairness, das Parkverbot auf dem Radstreifen zu beachten."

Die Zahl der Anzeigen gegen Falschparker auf dem Radstreifen habe zugenommen – vor allem betroffene Radfahrer melden laut Karin Haisch die Vergehen. Wer auf einem Radstreifen parkt, müsse zwischen 10 und 15 Euro Strafe zahlen. Wer einen Verstoß melden will, könne sich mit Foto und Daten des Zeugen an die Bußgeldstelle wenden.

Das Ordnungsamt kontrolliere regelmäßig im Stadtgebiet, sagt die Sprecherin. "Allerdings können wir nicht überall sein." Eine konzentrierte Aktion sei beabsichtigt, sobald sich die Corona-Lage wieder entspanne und man somit wieder volle Kapazitäten habe für andere Dinge.

Auch den Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Aalen ist das Problem bekannt. "Bestimmte Strecken in Aalen sind davon betroffen, etwa die Hegelstraße, die Wilhelmstraße oder die Julius-Leber-Straße", sagt ADFC-Kreissprecher Klaus Berger. "Autofahrer denken meist: Ich steh ja nur kurz hier'", erläutert er. Doch für Radler bedeute dies eine Behinderung. "Manche Autofahrer versetzen sich nicht in den anderen hinein", sagt Berger, der betont, dass auch Radler nicht immer alles richtig machen.

Mit der Stadt tausche sich der ADFC aus. "Er nutzt unsere Erfahrungen." Dennoch: Die eine Lösung gebe es nicht für das Problem. Berger appelliert, im Straßenverkehr gegenseitig Rücksicht zu nehmen.

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