Ärger über die Post: tagelang nichts im Kasten

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Anwohner sind sauer: Mehrere Tage blieben viele Briefkosten im Aalener Stadtgebiet leer. Foto: Oliver Giers
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In verschiedenen Stadtvierteln bleiben die Briefkästen fast zwei Wochen leer. Betroffene beschweren sich, bekommen aber keine Antwort.

Aalen

Rudi Marvin aus der Fichtestraße ist sauer: „Was ist bloß mit der Post los?“ Die ganze vergangene Woche über erhielt Marvin eigenen Angaben zufolge „überhaupt keine Post, und heute (Anm.d.Red: am 17. Oktober), war der Briefkasten übervoll“. Unter anderem seien Briefe vom 13. und 14. Oktober dabei gewesen, teilweise mit Einladungen zu Veranstaltungen, die bereits in der Woche zuvor über die Bühne gegangen waren und deren Besuch der Aalener deshalb leider verpasste.

Tagelang keine Briefe, keine Warensendungen – das Problem gibt es offenbar seit Wochen. Und zwar nicht nur im Grauleshof, sondern auch in anderen Aalener Stadtvierteln. Mehrere Leserinnen und Leser meldeten sich deshalb bei der SchwäPo.

Beispiel Galgenberg: Eine Anwohnerin erhielt neun Tage lang gar keine Post. Sie weiß von „mindestens acht Briefsendungen“ und zusätzlich zwei Geburtstagsgratulationen, die verspätet zugestellt wurden. „Eine einzige Enttäuschung“, sagt sie. Eine Warensendung sei gar nicht angekommen, weshalb ihr auch ein finanzieller Schaden entstanden sei.

Beispiel Zebert: Zwölf Tage lang gähnende Leere im Briefkasten, dann sei ein dicker Stapel Post auf einmal eingetroffen, berichtet eine Anwohnerin, die eine Medienvertretung für Fachverlage betreibt. Schon von Berufs wegen ist sie auch im Internetzeitalter auf Postzustellung angewiesen, zum Beispiel benötigt sie sogenannte Belegexemplare von Fachzeitschriften, die mit der Deutschen Post verschickt werden.

Eine Nachbarin in der gleichen Straße wartete tagelang auf bestellte Konzertkarten. Elf Tage nichts im Briefkasten, schließlich „kamen die Tickets, auf den letzten Drücker“.

Eine weitere SchwäPo-Leserin in diesem Viertel vermisste elf Tage lang wichtige Briefsendungen. Mehrmaliges Nachhaken und Beschwerden bei der Post hätten nichts gebracht.

Beispiel Pelzwasen: Ein Anwohner erwartete ein dringendes Schreiben seiner Versicherung in Stuttgart. Nachdem mindestens acht Tage lang keine Post bei ihm im Kasten lag, rief er bei der Versicherungszentrale an. „Die sagten dann, sie hätten schon mehrmals gehört, dass es mit der Post gerade Probleme gibt. Schließlich waren sie so nett und haben mir den Brief zugemailt.“

Die Kommunikation: In allen diesen Fällen suchten die Betroffenen den direkten Kontakt zur Deutschen Post. Telefonisch oder schriftlich. Die Chefin der Medienvertretung und die Nachbarin im Zebert beschwerten sich darüber hinaus online, nutzten dazu das angebotene Kontaktformular der Bundesnetzagentur. Das Ergebnis: „keine Rückmeldung“.

Die Leserin vom Galgenberg rief drei Mal bei der im Internet angegebenen Servicenummer der Post in Bonn an. Das Ergebnis frustriert sie: „Trotz dreifacher telefonische Beschwerde keine Besserung! Der telefonische Kundenservice rät einem, bei erneutem Ausbleiben der Post, wieder anzurufen. Es würde weitergeleitet. Ein Witz!“

Was ist da los? Die SchwäPo-Leserin vom Galgenberg berichtet von Gerüchten, die Post habe erhebliche Personalprobleme. Sie weiß von offenbar überforderten Aushilfen. Doch Auskunft über Ursachen des Problems bekam sie von der Post keine.

SchwäPo-Leser Rudi Marvin entschied sich, den Stier bei den Hörnern zu packen und marschierte zur Hauptstelle der Post in der Friedrichstraße. Stellte sich in die Schlange, geriet an eine Mitarbeiterin, „die nicht zuständig war“. Er fragte „dann nach dem Chef, der nicht kam“. Marvin notierte dessen Namen, beschwerte sich schriftlich. Auf eine Antwort wartete er bis heute. Er fragt sich: „Ist das die Taktik der Post? Sich tot zu stellen, Vogel Strauß, Kopf in den Sand? Sehr ärgerlich!“

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