Ärger über Gebühr am KubAA: 1 Euro für 30 Minuten Parken

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Parken vor neben dem Kulturbahnhof. In den Abend- und Nachtstunden wird dort 1 Euro pro angefangene halbe Stunde fällig. So teuer ist oberirdisches Parken nirgendwo in der Stadt.
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KubAA-Besucher zahlen den Höchstsatz für oberirdisches Parken in der Stadt. Wer gegen 24 Uhr zum Auto zurückkehrt, zahlt 12 Euro.

Aalen

Er ist tatsächlich „scharf gestellt“, der Parkautomat für die 34 Parkplätze an der Nordseite des Kulturbahnhofs (KubAA). Wer hier abends zwischen 18 und 24 Uhr sein Auto abstellt, um Theater, Musikschule oder Kino zu besuchen, muss neben den Eintrittspreisen auch eine Parkgebühr berappen. Immerhin einen Euro für jede angefangene halbe Stunde muss er dann locker machen, die Höchstgebühr liegt bei 12 Euro.

Der Einordnung wegen: Diese Gebühr am KubAA ist derzeit in Aalen der Höchstsatz für oberirdische Parkplätze. An mit Parkuhren bewirtschafteten Plätzen der Innenstadt zahlt man derzeit lediglich 50 Cent pro angefangene 20 Minuten. Doch dazu später mehr.

Ruth Koch aus Oberkochen besucht seit geraumer Zeit eine Erwachsenenstreichergruppe der städtischen Musikschule, die immer Dienstagabend zwischen 18.15 und 19.15 Uhr im KubAA probt. „Bei der früheren Musikschule in der Hegelstraße konnten wir kostenlos parken und uns nach dem Unterricht auch noch in Ruhe unterhalten.“ Das alles ginge heute am KubAA nicht mehr. „Durch den Umzug der Musikschule in den KubAA ist der Unterricht für uns um bis zu 38 Prozent teurer geworden, denn für einen Unterrichtstermin fallen 3 Euro Parkgebühren an“, rechnet Koch vor. „Wir halten diese Situation für skandalös“, betont sie und spricht damit für die weiteren Mitglieder ihres Streicherensembles. Aus diesem Grunde hat Ruth Koch, wie sie sagt, auch schon OB Frederick Brütting und auch den städtischen Musikschulleiter Chris Wegel angeschrieben. Eine Antwort des OB sei bislang ausgeblieben.

Stattdessen antwortete der Musikschulleiter und der bestätigte, dass man am KubAA solche kostenlosen Parkmöglichkeiten wie in der Hegelstraße nicht mehr anbieten könne. Als Alternative nannte Wegel das Parkhaus P6 am Bahnhof mit einem maximalen Nachttarif von 2 Euro. Von dort, so Wegel, könne man zu Fuß in 5 bis 6 Minuten am KubAA sein. Zudem könne auch auf dem Parkplatz auf dem Gaskesselareal geparkt werden, ab 18 Uhr kostenfrei. Von dort seien es nur 350 Meter Fußweg durchs Stadtoval hindurch zum KubAA.

Mit diesen Antworten wollen sich Ruth Koch und ihre Streicherkolleginnen und -kollegen nicht abspeisen lassen. „Ehrlich gesagt möchte ich da vor allem an den dunklen Abenden in den Wintermonaten alleine nicht zu Fuß langgehen – womöglich noch mit einem schweren Cello auf dem Rücken; weder durch den Bahnhofstunnel und die Hirschbachstraße entlang, noch entlang der Bahnhofsstraße und durch die Düsseldorfer Unterführung.“ Koch ist der Meinung: Wenn Menschen sich kulturell weiterbilden wollen, wieso sollte man dann die Stadt bereichern wollen und mehr Geld fürs Parken zahlen als sonst irgendwo in der Stadt?

Dr. Jan Lugtenburg, Aufsichtsrat des ebenfalls im KubAA beheimateten Kino am Kocher, ist überrascht, dass der Parkautomat am KubAA tatsächlich bereits „scharf gestellt“ ist. Lugtenburg berichtet von anfänglichen vierwöchentlichen Treffen zwischen den Mietern im KubAA und der Stadtverwaltung. Lugtenburg: „Nachdem wir uns ans Ordnungsamt gewandt hatten, hatte die Stadtverwaltung gesagt, die Parkgebühren werden erst einmal ausgesetzt.“ Lugtenburg nennt es eine „unschöne Situation“, dass die Stadtverwaltung die Parkuhr am KubAA nun freigeschaltet hat, ohne das offiziell mitzuteilen. „Wenn man sich dann nach einem Kinobesuch noch an der Bar aufhält, kann es durchaus sein, dass das Parken dann mehr kostet als der Kinobesuch.“

Die Redaktion hatte die Stadtverwaltung bereits am Freitag um eine Stellungnahme gebeten. Diese blieb allerdings auch am Montag aus.

  • Was an vergleichbaren Parkplätzen der City gilt
  • An der Gebührenschraube für die oberirdischen Parkplätze der Stadt wurde zuletzt im September 2017 gedreht. Die Stadtverwaltung hatte damals bereits vorgeschlagen, für oberirdisches Parken im Zentrum einen Euro pro begonnene 30 Minuten zu verlangen. Daraufhin hatten sich Händler und Citymanager eingeschaltet. Die Stadtverwaltung ruderte zurück. Seitdem gilt für Parken an oberirdischen Stellplätzen in der City folgender Tarif: 50 Cent für die ersten 20 Minuten, für jede weiteren angefangenen 20 Minuten ebenfalls 50 Cent. Höchstparkdauer: 2 Stunden.

Kommentar von Ulrike Wilpert über die Parkgebühren im KubAA

Die Parkuhr am KubAA ist „scharf geschaltet“.

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