Ärztin: Schnelltests auch für Schüler

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Erzieher und Lehrer zu testen sei erst dann richtig sinnvoll, wenn auch die Schüler regelmäßig getestet werden, findet Ärztin Dr. Sandra Esber-Schimmel, die hier zeigt, wie einfach moderne Schnelltests unter Anleitung funktionieren.
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Lehrer und Erzieher sollen sich zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen dürfen. Doch ein Schnelltest könnte noch mehr leisten und auch Infektionen durch Mutanten erkennen.

Aalen

Eine Unsicherheit möchte Dr. Sandra Esber-Schimmel gleich zu Anfang aus der Welt räumen: "Corona-Schnelltests können auch Infektionen der mutierten Viren erkennen", sagt sie. Zur Untermauerung der Aussage schickt sie eine Stellungnahme von Siemens Healthcare, einem Anbieter eines solchen Schnelltests. Daraus geht hervor, dass die mutierten Elemente so gering ausfallen, dass "Auswirkungen durch die Varianten B1.1.7 bzw. B.1.351 auf den Clinitest Covid-19 Antigen Test unwahrscheinlich sind".

Esber-Schimmel arbeitet in einer Corona-Schwerpunktpraxis. Sie hält diesen Schnelltest auch sehr gut dafür geeignet, dass sich Schüler ab etwa 14 Jahren unter Aufsicht von geschultem Personal damit ebenfalls zwei Mal die Woche selbst testen.

"Dass sich nur Erzieher und Lehrer testen lassen dürfen, führt nicht weit genug", sagt sie. Schließlich würden sie einer Gruppe von ungetesteten Schülern gegenüberstehen. "Das ist nicht zielführend", sagt sie.

Dass sich nur Erzieher und Lehrer zweimal wöchentlich testen lassen dürfen, führt nicht weit genug.

Dr. Sandra Esber-Schimmel Ärztin

Gerade dieser moderne Schnelltest von Siemens beispielsweise sei auch relativ einfach zu benutzen. Der Tupfer müsse nur noch in den vorderen Bereich der Nase eingeführt werden, etwa zwei bis vier Zentimeter tief. Für diese Methode hat der Test im Januar eine CE-Zulassung für Europa erhalten. In Österreich werde das an Schulen bereits so praktiziert.

Zwar sind Schnelltests nicht so sensibel wie PCR-Tests. Doch bei einer hohen Viruslast, bei der die Ansteckungsgefahr auch entsprechend hoch ist, würden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Infektion erkennen, sagt Esber-Schimmel. Bei einer geringen Viruslast möglicherweise nicht, doch dann würden Maßnahmen, wie Abstand und eine medizinische Maske, zusätzlich für Schutz sorgen. Jeder positive Schnelltest werde außerdem noch von einem PCR-Test überprüft.

Außerdem sei ein solcher Schnelltest im Einkauf für die Schulen deutlich günstiger als die Preise, die in privaten Testzentren – zwischen 30 und 160 Euro – genannt werden. Der Preis betrage, so Esber-Schimmel, lediglich zwischen fünf und zehn Euro pro Test.

Acht weitere Corona-Todesfälle im Ostalbkreis

Während sich die Situation auf den Intensivstationen langsam etwas entspannt, bewegen sich die Todeszahlen im Zusammenhang mit Corona im Ostalbkreis weiterhin auf hohem Niveau. Allein am Donnerstag meldete das Landratsamt weitere acht Todesfälle. Damit erhöht sich die Zahl der Verstorbenen in den vergangenen sieben Tagen auf 25. In der Vorwoche lag die Zahl bei 15.

In den Kliniken Ostalb wurden am Donnerstag insgesamt drei intensivmedizinische Covid-19-Fälle – darunter einer am Beatmungsgerät – gemeldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Donnerstag um fünf auf 42 gesunken. Vor einem Monat lag sie noch bei etwa 170. Der Kreis Heidenheim liegt mit 34 bereits unter der 35er-Marke, ab der es landesweit Lockerungen geben soll. Der Rems-Murr-Kreis hat eine Inzidenz von 41.

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