Albaufstieg: was bisher geschah

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Wer von der B19 auf die A7 fahren will oder umgekehrt, fährt oft über die Ebnater Steige und durch Unterkochen. Eine neue Trasse würde den Ort vom Verkehr entlasten.
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Wie die B19 an die A7 angebunden werden kann, wird seit 45 Jahren überlegt. Ein Überblick über die Geschichte der Diskussion und ein Ausblick auf das weitere Vorgehen.

Aalen

Dieses Jahr beginnt die Diskussion um den Albaufstieg von Neuem. Nach einer Bürgerbeteiligung soll Ende 2022 eine bevorzugte Trasse feststehen. Bereits seit den 70er-Jahren wird überlegt, wie die A7 an die B19 angeschlossen werden kann. Die Chronologie der Diskussion:

1977

Bei der Planung der A7 Ulm-Würzburg ist der Südzubringer zur Anschlussstelle Aalen/Oberkochen vorgesehen. So heißt es in einer Sitzungsvorlage für die vergangene Gemeinderatssitzung. Im August 1977 leitete die Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg ein Anhörungsverfahren für eine erste Albaufstiegsvariante ein, die Variante 1.

1978

Im Mai 1978 wurden weitere fünf Varianten (Varianten 2 bis 6) in die Anhörung gegeben. Die Träger öffentlicher Belange forderten, die Anschlussstelle in die Nähe von Aalen-Niesitz zu verlagern. Daher werden 1978 zwei weitere Trassenvorschläge erarbeitet (Varianten 6b und 6c). Auch eine neue Anhörung führte zu keiner Einigung. Nur die Variante 6c wurde ausgeschlossen. Als neuer Kompromissvorschlag wird Variante 6d entwickelt.

1980

Die Stadt Aalen modifiziert Variante 6d. Daraus wird Variante 6f. 1979 und 1980 stimmt der Gemeinderat der Umsetzung der Variante 6f zu, falls die von der Region Ostwürttemberg favorisierte Variante 6b nicht realisierbar sein sollte.

1983

Das Linienbestimmungsverfahren für den A7-Südzubringer wird 1983 abgeschlossen. Die Variante 6f wird einschließlich einer Nordumgehung für Ebnat festgelegt. Wegen der damaligen gesetzlichen Vorgaben wurde keine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt.

1985

Der Albaufstieg wird in den Bedarfsplan des Bundes aufgenommen. Die Nordumfahrung Ebnat wurde als Maßnahme des vordringlichen Bedarfs, die Aufstiegsstrecke als Maßnahme des weiteren Bedarfs eingestuft. Aufgrund Einwendungen des Naturschutzes gegenüber der Variante 6f wird sie nicht weiter verfolgt.

1999

Die Straßenbauverwaltung bringt zum Ausdruck, dass die Variante 6f wegen der geänderten naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen nicht realisierbar erscheint. Der Gemeinderat beschließt, Variante 6f bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans herauszunehmen.

2008

Der Gemeinderat beschließt, dass die L1084 als Albaufstiegstrasse bestehen bleibt und bedarfsgerecht verbessert wird.

2010

Für eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in der Ortslage Unterkochen wird ein Planungsauftrag erteilt. Im Januar 2010 entschied sich der Gemeinderat dafür, den Lösungsansatz des Planungsteams Dr. Brenner/Prof. Ing. Baldauf/logo verde weiter zu verfolgen.

2011

Anregungen aus dem Ortschaftsrat Unterkochen und einer Bürgerbeteiligung werden bei der weiteren Planung aufgegriffen. Im November 2011 fassen sowohl die Ortschaftsräte Unterkochen und Ebnat sowie der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zur Umstufung der L1084 zur Bundesstraße B29a und gleichzeitig den Beschluss zum Ausbau der L1084 auf Grundlage der Konzeption des Planungsteams. Diese Konzeption sieht eine Absenkung, die sogenannte Troglösung, und ein Abrücken der Trasse von der Wohnbebauung sowie einen Kreisverkehr am ehemaligen Schützen vor.

2015

Nach Zustimmung des Ortschaftsrats Unterkochen im Dezember 2014, fasst der Gemeinderat am 7. Mai 2015 den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Albaufstieg Ebnater Straße – Heidenheimer Straße“. Der dient als Grundlage für den späteren Bebauungsplan für den angedachten Kreisverkehr.

2020

Am 23. Juli 2020 verabschiedet der Gemeinderat ein interkommunales Positionspapier zum Mobilitätspakt Aalen/Heidenheim. Als Handlungsauftrag wird die ergebnisoffene Prüfung einer zusätzlichen ortsdurchfahrtsfreien Mobilitätsachse zwischen der B19 und der A7 gefordert.

2021

Der Ortschaftsrat Unterkochen beantragt am 19. April 2021, dass sich die Stadtverwaltung für einen Planungsstopp der Ausbaupläne für die Ebnater Steige einsetzen soll. Der Gemeinderat leitet mit Beschluss vom 20. Mai 2021 ein Bebauungsplanverfahren für die Errichtung eines Kreisverkehrs ein. Nach heftiger Kritik und zahlreichen Einwendungen aus der Bürgerschaft sowie einem Votum aus dem Ortschaftsrat Unterkochen Anfang Oktober 2021, soll die Bebauungsplanung vorerst nicht fortgeführt werden.

  • Albaufstieg: wie es weitergeht
  • Ortschaftsräte und der Gemeinderat haben Ende vergangenes Jahr ein neues Vorgehen festgelegt. Nach einer Bürgerbeteiligung soll bis Ende dieses Jahres eine bevorzugte Trasse feststehen. Bis März wird ein Verkehrsplanungsbüro beauftragt, das den Prozess begleiten soll, und Vorschläge gesammelt. Eine Online-Beteiligungsplattform ist dazu angedacht.
  • Im März oder April ist eine Einwohnerversammlung geplant, auf der die Vorschläge vorgestellt werden. Bis September werden die Vorschläge geprüft. Bürgerinnen und Bürger können das Planungsbüro in Arbeitsgruppen dabei begleiten. Die Ergebnisse der Prüfung sollen dann in einer weiteren Einwohnerversammlung im September oder Oktober vorgestellt werden.
  • Im November und Dezember sollen Ortschaftsräte und der Gemeinderat beraten und einen Beschluss über die bevorzugte Trassenvariante zum Albaufstieg fassen. ⋌ks

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Die Variante 6f, die wegen des Naturschutzes auf Eis gelegt wurde, taucht nun wieder häufiger in der Diskussion auf. Grafik: ca

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