Alleinerziehende Mutter kämpft ums Überleben

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Noch nie zuvor hat Frau K. (Name geändert) das Gefühl der Einsamkeit so schmerzhaft erlebt, wie seit ihrer Krebserkrankung.
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SchwäPo-Hilfsaktion: Erst hat der Mann sie verlassen. Dann die Krebsdiagnose. Wenn das Leben plötzlich aus den Angeln gehoben wird.

Aalen

Der Infusionsständer steht neben ihr mitten im Wohnzimmer. Wie ein dünner drohender Zeigefinger überragt er ihren Kopf. „Sobald ich wieder Gewicht verliere, muss ich Flüssignahrung anhängen“, beantwortet Frau K. (Name geändert) den fragenden Blick ihrer Besucherin. Der 52-Jährigen fällt das Reden hörbar schwer. Ihre Stimme klingt angestrengt heiser bis rau. Und manchmal bleiben die Töne ganz weg.

Der Krankheitsbefund „Kehlkopfkrebs“ hat das Leben der alleinerziehenden Mutter komplett aus den Angeln gehoben. „Im Frühjahr ging das ganz plötzlich los. Mit starken Hustenanfällen bei der Arbeit. Ich hatte ein Gefühl, als ob es mir den Hals zuschnürt.“ Der Hals- Nasen- Ohrenarzt hat sie sofort ins Klinikum nach Stuttgart überwiesen. Es folgten Chemotherapie und Bestrahlungen, das volle Programm. Monatelang konnte sie nur Flüssignahrung zu sich nehmen, hat dadurch extrem viel an Gewicht verloren.

Frau K. verschränkt die Finger ineinander. „Ich bin Reinigungskraft. Ich hab immer Power gehabt. Teilweise 12 bis 13 Stunden am Tag gearbeitet, für verschiedene Firmen. Es hat mir sogar Spaß gemacht“, sagt sie und ihre Augen glänzen. „Ich habe mir das nicht so schlimm vorgestellt. Aber ... puh ... ich hatte Momente, in denen ich gedacht habe, ich sterbe ...“

Vor einem Jahr, noch vor der Krebsdiagnose, hat ihr Mann sie verlassen. Ist aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, hat die Hälfte der Möbel und den Fernseher mitgenommen. „Ich habe damals die fehlenden Einrichtungsgegenstände und den Fernseher nachbestellt. 2000 Euro. Auf Raten. Ich dachte, das kannst Du mit Deinem Nettoverdienst von 1700 Euro gut abbezahlen. 60 Euro im Monat, vier Jahre lang. Aber dann kam die Krankheit.“ Und damit etliche Zusatzkosten. 32 Euro kostete Frau K. die Zugfahrt zu einer Therapie nach Stuttgart. Und es waren viele Fahrten. Zwei Mal die Woche muss der Verband an ihrer Magensonde gewechselt werden. Frau K. muss dafür monatlich 25 Euro zuzahlen.

Aktuell muss die Mutter einer 16-jährigen Tochter mit Krankengeld, Aufstockung durch das Jobcenter und Kindergeld ihren Lebensunterhalt bestreiten. Knapp 1100 Euro hat sie monatlich zur Verfügung. Davon gehen 650 Euro weg für Miete, 80 Euro für Strom. Mit den Abbuchungen für Versicherungen und Telefon sowie den Ratenzahlungen für die Möbel bleibt so gut wie nichts zum Leben übrig. Ein paar Euro hat sie sich jetzt von Bekannten geliehen, um die Rechnung für die Müllgebühren bezahlen zu können. „Wann ich das Geld wohl zurückzahlen kann?“, fragt sie sich leise.

Stimme muss trainiert werden

Frau K. müsste jetzt, nach all den Therapien, ihre Stimme trainieren. „Doch alle Logopäden sind ausgebucht. Ambulant ist da nichts zu machen“, sagt sie. Auch darum hat ihr die Krankenkasse dringend einen Reha-Aufenthalt angeraten. Frau K. hat ihn bislang abgelehnt. „Das kann ich mir finanziell nicht leisten.“ Was sie meint: Wieder würden Zuzahlungen auf sie zukommen. Zudem müsste sie sich all das anschaffen, wofür sie momentan kein Geld hat, wie Bademantel, Jogging-Anzug, Sportschuhe ...

Das einzige Licht am Ende des Tunnels ist für Frau K. die Perspektive auf die erneute Untersuchung im Januar. „Wenn ich Glück habe bleibt die medizinische Kontrolle ohne erneuten positiven Befund. Dann kann die Magensonde entfernt werden. Und dann werde ich hoffentlich wieder in den Beruf eingegliedert.“

Die SchwäPo-Hilfsaktion Advent der guten Tat will Frau K. auf ihrem harten Weg in einen wieder normalen Alltag begleiten. Mit Ihrer Hilfe, liebe Leserinnen und Leser, können wir sie bei der Monatsmiete unterstützen und all das besorgen, was Frau K. für einen Reha-Aufenthalt benötigt. Bitte helfen Sie mit!

Bitte spenden Sie!

Stichwort: Advent der guten Tat: Konto KSK Ostalb, IBAN: DE 41614500500110050500; oder Konto VR-Bank Ostalb, IBAN: DE 05614901500101010001.

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