Als Freiheit noch eine Frage der Herkunft war

+
Die Autorin Iris Lemansczyk besucht die Klassenstufen 7 und 8 am Theodor-Heuss-Gymnasium.

Die Autorin Iris Lemansczyk stellt am THG ihren Roman „Brennessel-Haut“ vor.

Aalen. Mit einer packenden Lesung aus ihrem Roman „Brennnessel-Haut“, der 2020 im Horlemann Verlag erschien, fesselte die Autorin Iris Lemansczyk die Klassenstufen 7 und 8 am Theodor-Heuss-Gymnasium. Im Rahmen der Kinder- und Jugendliteraturtage 2022, die von der Stadtbibliothek Aalen organisiert werden, fand auch diese Autorinnenlesung direkt im Klassenzimmer statt.

Was es bedeutet, abends nicht mehr spazieren gehen zu dürfen oder unter Vorlage bestimmter Nachweise Eintritt gewährt zu bekommen, haben die Schülerinnen und Schüler in den letzten beiden Jahren auch durch eigene Erfahrungen kennen gelernt. Wie es aber ist, auf einmal nur noch in der letzten Tischreihe im Klassenzimmer sitzen zu dürfen oder seine Haustiere abgeben zu müssen – das sind Szenen, die Iris Lemansczyk Schülerinnen und Schülern des THG in ihrer Lesung präsentierte.

Ihr Roman „Brennnessel-Haut“ erzählt von wahren Begebenheiten und entführt die Leserschaft in die Zeit der 1930er Jahre, als der Nationalsozialismus das Leben in Deutschland veränderte. Der Junge Kajetan, ein begnadeter Boxkämpfer und Sohn einer Sinti-und- Roma–Familie, erlebt Tag für Tag und Woche für Woche, wie seine Welt sich zu verändern beginnt und er Freiheiten entzogen bekommt, bis er nicht einmal mehr die Schule in Ravensburg besuchen darf. Iris Lemansczyk beantwortete im Anschluss an ihre Lesung viele Fragen und erzählte auch, wie sie zu der Geschichte dieses Romans fand, von ihren Gesprächen mit Zeitzeugen und über ihre Recherchen in Archiven.

Auch heute wird immer noch deutlich, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Iris Lemanczyk selbst hat die Welt schon viel bereist und erzählte von weit entfernten Ländern, in denen Schülerinnen und Schüler, die beispielsweise im Unterricht störten, heute noch drastische Strafen bekommen, was auch Wirkung bei den jungen Zuhörerinnen und Zuhörern am THG hinterließ.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare