Alt-OB Pfeifle: Robert Ihl ein „Glücksfall“ für die Stadt Aalen

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Thilo Renschler, Ulrich Pfeifle, Robert Ihl und Frederick Brütting bei Ihls Verabschiedung (v.l.)
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Verabschiedung des Wohnungsbauchefs im Freudenschmaus.

Aalen. Gleich drei Aalener Oberbürgermeister haben es sich es am Montagabend nicht nehmen lassen, Robert Ihl zu verabschieden. Drei von vieren, die ihn während seines 37 Jahre andauernden Wirkens, wenn auch unterschiedlich lang, bei der Wohnungsbau Aalen begleitet haben. Der neue OB Frederick Brütting, sein Vorgänger Thilo Rentschler und Aalens OB a.D. Ulrich Pfeifle haben Ihl mit viel Lob und würdigenden Worten für ihn als Mensch, aber vor allem auch seine Leistungen in den Ruhestand verabschiedet. Im Freudenschmaus, im engen Kreis und mit den Mitgliedern der Gesellschafterversammlung, die zuvor getagt hatte.

Erfolgsgeschichte, bei der es nicht nur um Wohnen ging

„Es ist absolut angemessen, dass wir ihn gebührend verabschieden“, wandte sich Brütting an die Gesellschafterrunde, zu der sich nach der Sitzung auch Mitarbeiter und Gäste gesellt hatten. „Ihre Zeit bei der Wohnungsbau hat 1984 begonnen“, so Brütting. Er selbst sei Jahrgang 1983. „Das zeigt, wie viel Zeit sie investiert haben.“ Es sei heute keine Selbstverständlichkeit, dass Kommunen eine Wohnungsbaugesellschaft halten würden, so der OB. Viele hätten sich davon getrennt, was sie heute vielleicht bereuen würden. Während Ihls Zeit aber habe sich der Wohnungsbestand von 600 auf 1500 erhöht. „Was sie da hingelegt haben, ist wirklich eine Erfolgsgeschichte.“ Eine, bei der es nie nur um Bauen und Wohnen gegangen sei, sondern auch ums soziale Umfeld, das dazugehöre.

Rentschler würdigte Ihl als „außergewöhnlich, verlässlich“, wenn auch „hart in der Sache“. Dem Aufsichtsrat gehe „ein absoluter Profi von Bord“. Das Handlungsprogramm Wohnen und das Jugendwerk seien Teil seiner Erfolgsgeschichte, so Rentschler, der einen SchwäPo-Artikel durch die Reihen gehen lässt: Ihl beim Spatenstich für Kita und Wohnheim auf dem Waldcampus, vielleicht sein letzter. „Genieße die restlichen Tage“, so Rentschler, der auch Vorschläge für Ihls Ruhestand unterbreitet. „Vielleicht schafft er sich einen Hund an“. Auf jeden Fall sei er ein guter Berater für das neue Wohnungsbauministerium.

Ihl selbst blickte zurück bis 1984, als er angestellt worden war als Leiter eines Büros mit vier Mitarbeitern. Auf zehn Jahre, in denen er selbst die Bilanzbuchhaltung gemacht habe. Uli Pfeifle sei dabei für ihn auch eine Art Mentor gewesen. Gemeinsam habe man das Wirtschaftszentrum realisiert, „eine Erfolgsstory“. So wie der Wohnungsbau für 2000 Wohnungslose, die es nach dem Fall der Mauer in Aalen gegeben habe. Wie er das alles 37 Jahre lang als „Quereinsteiger“ ausgehalten habe? Auch mit Hilfe seiner Frau, die ihm immer „ruhender Pol“ und „Beraterin“ gewesen sei. Und auf der Arbeitsebene mit Hilfe seines Teams, „alles gut ausgebildete Leute“, so Ihl. „Unser Ziel war immer, Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten zur Verfügung zu stellen.“

Seine Vorgänger könnten gar nicht wissen, was vor knapp 100 Jahren in Aalen gelaufen sei, ergänzte Ulrich Pfeifle. Dazu gehöre, wie die gemeinsame Idee geboren wurde, im WiZ ein Gründerzentrum einzurichten. „Das war damals revolutionär“, so Pfeifle. Sogar der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel sei zur Einweihung gekommen und habe sich auf ein Wettrennen mit dem damaligen Theaterintendanten Udo Schön eingelassen. Nicht zu vergessen, wie Ihl mal abtrünnig werden wollte, um nach der Wendezeit in Gotha die „blühenden Landschaften“ mitzugestalten. Dann sei er doch geblieben. „Das war ein Glücksfall für die Stadt Aalen“, so Pfeifle.

Dagmar Oltersdorf

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