Ampel steuert Freibadbesuch – mancher sieht rot

  • Weitere
    schließen
+
Maximal 250 Besucher dürfen derzeit ins Spieselbad. Schichtbetrieb gibt es hier keinen.

Warum gibt's in Aalens Schwimmbädern kein Schichtsystem? Der Sprecher der Stadtwerke klärt auf.

Aalen. Die Ostalb lechzt nach Abkühlung, zum Beispiel im Freibad. Das Unterrombacher Bädle ist nur für den Vereins- und Schulbetrieb offen, Spiesel- und Hirschbachbad sind für alle zugänglich. Allerdings gibt es Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie – und die stoßen manchem sauer auf.

Kritik am Ampelsystem: Im Hirschbachbad dürfen sich höchstens 400, im Spieselbad maximal 250 Badegäste gleichzeitig aufhalten. Auf der Homepage der Stadtwerke gibt es deshalb eine Ampel. Sie zeigt jeweils aktuell die Besuchertendenz. An heißen Tagen – so am vergangenen Samstag – standen beide Ampeln schon vormittags auf Rot. Also Stopp – keine Chance mehr auf den Sprung ins kühle Nass. Warum gibt es keine Möglichkeit, Schichten zu buchen, innerhalb derer man wenigstens für ein paar Stunden ins Freibad darf?, fragen SchwäPo-Leser. Die Städte Schwäbisch Gmünd und Heidenheim verfahren so: Sie arbeiten mit Zeitfenstern, für die sich die Gäste anmelden können.

Der Bad-Betreiber, die Aalener Stadtwerke, haben den Schichtbetrieb auch geprüft, aber verworfen, so Unternehmenssprecher Igor Dimitrijoski. Begründung: Zu Anfang und Ende der Schichten könnte es insbesondere an heißen Tagen zu Menschenansammlungen an Ein- und Ausgängen kommen – und damit in Zeiten von Corona zu erhöhter Infektionsgefahr. Das wollen die Stadtwerke vermeiden, deshalb habe man sich für das Ampelsystem entschieden.

Dimitrijoski zeigt Verständnis dafür, dass "man dadurch den Freibadbesuch schlechter planen kann". Doch es lohne sich, gerade am Wochenende, gegen Mittag oder am Nachmittag nochmals auf die Homepage zu schauen. Erfahrungsgemäß blieben die wenigsten Besucher den ganzen Tag über. "Ab 15 Uhr verlassen viele Gäste das Bad", sagt der Pressesprecher und fügt an: "Und unter der Woche ist die Ampel selten auf Rot." Am vergangenen Samstag wurden über 1000 Badegäste im Hirschbachbad gezählt. Dimitrijoski: "Im Schichtsystem hätten wir 900 am Tag gehabt." Im August 2019 wurde das Bad an heißen Tagen von etwa 4000 Menschen besucht, wie er bilanziert. "Wir spüren schon einen Unterschied."

Der Einlass: Anfangs seien die Abstands- und Hygieneregeln für die meisten Gäste ungewohnt gewesen, sagt der Sprecher. "Nun werden sie akzeptiert und die meisten können diese nachvollziehen." Vereinzelt gebe es natürlich Gäste, die die Regeln für übertrieben halten. "Aber wir setzen die Verordnung um", betont Dimitrijoski. Dazu gehöre auch, dass jeder Besucher vor dem Eintritt einen Kontaktbogen ausfüllen müsse. "Ein großer Teil der Gäste füllt diesen vor Ort aus und bringt ihn nicht mit", sagt der Sprecher und betont: "Uns ist es lieber, wenn er daheim ausgefüllt wird."

Einschränkungen: Kreuz und quer durchs Wasser schwimmen ist Corona wegen nicht erlaubt. Kreisschwimmen ist nun angesagt. "Die Gäste schätzen das geordnete Schwimmen und manche wünschen sich, dass es beibehalten wird", sagt er. Wichtig sei, dass sich die Besucher vor dem Baden daheim waschen, denn Duschen und Garderoben seien gesperrt.

Öffnungszeiten: Die Freibäder Hirschbach und Spiesel sind täglich zwischen 9 und 20.30 Uhr geöffnet.

bea/maro

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL