Amt für IT:Personalnot im Rathaus

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Dem neuen Amt für IT und Digitalisierung im Aalener Rathaus fehlt qualifiziertes Fachpersonal.
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Dem neuen Amt für Digitalisierung fehlt qualifiziertes Fachpersonal.

Aalen. Gerade erst gegründet, wird das neue Amt für IT und Digitalisierung der Aalener Stadtverwaltung von den Anforderungen und Bedarfen sprichwörtlich überrollt. Seit 1. Juni dieses Jahres hat das neu gegründete Amt einen Amtsleiter. Robert Gentner schilderte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Kultur, Bildung und Finanzen das Dilemma: Der weitere Personalbedarf ist hoch, gleichzeitig aber ist es angesichts des latenten Fachkräftemangels äußerst schwierig, qualifiziertes Personal für das neue städtische Amt zu gewinnen. Dabei müsse man gleich in mehreren Aufgabenbereichen des Amtes nachsteuern, um die steigenden Anforderungen erfüllen zu können.

So seien zwei zusätzliche Stellen im Team IT-Anwendungen für die Hotline und für Beratung und Hilfe der Anwender nötig. Zudem eine weitere Stelle für die Betreuung des eingeführten digitalen Dokumentenmanagements. Zwei zusätzliche Stellen benötige das Team IT-Infrastruktur, das etwa für die IT-Technik und Software der Verwaltungsarbeitsplätze zuständig ist. Außerdem: Die Amtsleitung IT ist derzeit noch ohne Sekretariat. Den Bedarf gibt Gentner mit einer halben Stelle an.

Auch für das Team IT-Finanzmanagement ruft Gentner nach personeller Verstärkung. Hier müsste man mit 3,2 weiteren Stellen nachsteuern, davon würden 2,2 Stellen bereits für das nächste Jahr benötigt. Weiter seien im Stellenplan für das Jahr 2022 zwei Stellen für die Administrierung der Verwaltungsnetze an den Schulen notwendig. Zudem mahnt Gentner an, „mindestens“ zwei Stellen für die Qualifikation Wirtschaftsinformatiker zu schaffen, für die Umsetzung der Verwaltung 4.0.

Ralf Meiser (Grüne) empfiehlt angesichts des Fachkräftemangels, Aufgaben an externe Dienstleister zu vergeben; vor allem, was die Betreuung der Schul-Digitalisierung anbelange. Sein eindringlicher Appell gilt Schulbürgermeister Karl-Heinz Ehrmann: „Ich bitte Sie, solche Möglichkeiten zu nutzen, sonst wird in den Schulen keine effiziente Arbeit stattfinden!“

Arian Kriesch (FDI) schließt sich Meiser an: „Ohne Externe wird das Amt nicht auskommen.“

Hermann Schludi (SPD) erkennt nur eine Lösung: Die Stadtverwaltung müsse Fachkräften ein attraktiveres Angebot machen. „Wir müssen uns einen Bonus einfallen lassen.“

Roland Hamm (Die Linke) findet es problematisch, wenn vorhandene Kompetenzen nach außen vergeben werden. Alternativ empfiehlt er eine Fachkräftezulage und andere Angebote, „ohne dass man jedesmal den Geldbeutel weit aufmachen muss“. Und: Die Stadt sollte die Anzahl künftiger IT-Ausbildungsplätze im Rathaus nach oben drehen. „Denn das sind unsere Fachkräfte von morgen.“

OB Frederick Brütting tendiert gegen die Vergabe von Dienstleistungen an Externe. „Es ist doch besser, es ist jemand vor Ort, den man auf direktem Wege kontaktieren kann.“ Ansprechpartner im Rathaus und „Gesichter, die man kennt“, seien seiner Aussage nach für eine laufende Verwaltung von Vorteil.

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