An Ostern auf den Spuren des christlichen Glaubens

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Auf dem "Weg nach Emmaus" sind Jemima, Andreas, Lisa und Jakob Stork sowie Melina Heller mit Sabine Weinbrenner (v.l.).
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Wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Singles, Paare oder Familien den Osterweg – "Jesu Weg" – in der Aalener City erleben können.

Aalen

Was passt zum Frühling und zu Ostern besser als Aktionen Open Air? Sich im Freien aufzuhalten, ist am allerbesten. Daher laden katholische wie evangelische Kirchengemeinden zu Osterwegen ein. Einen Osterweg mit neun Stationen findet man zentral in der Aalener City. Am evangelischen Gemeindehaus heißt das Motto bis Sonntag, 11. April: "Jesu Weg – wir gehn ihn mit". Hier können Jung und Alt Glaube erleben und sich in Geschichten rund um den Tod und die Auferstehung hineinversetzen: sehen, hören, lesen, etwas mit den Händen machen und darüber nachdenken.

Sechs Menschen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, sind Andreas und Lisa Stork mit ihren Kindern Jakob und Jemima sowie Sabine Weinbrenner mit ihrer Enkelin Melina. "Der Osterweg ist eine gute Gelegenheit, um die Geschichte mit Kindern gemeinsam zu entdecken", sagt Andreas Stork. Nicht allein die Erzählung stehe im Mittelpunkt. Die Egli-Figuren und die Szenen mit neuen Details seien Inspiration. "Für mich als Christ bietet der Osterweg die Gelegenheit, mich über meinen Alltag hinaus mit der Passionszeit auseinander zu setzen", sagt der 30-Jährige.

Zudem treffe man andere, mit denen man sich über Themen wie Tod und Trauer austauschen könne, die die Gesellschaft vernachlässige. Stork lobt die kreative Umsetzung der Szenen, die einlade, den Weg gleich mehrmals zu begehen. "Vor allem gefällt mir die Auferstehungsstation." Sie stehe dafür, dass am Ende das Leben in Vollkommenheit verwandelt werde.

Sabine Weinbrenner ist eine derjenigen, die den Weg konzipiert haben und freut sich, dass Enkelin Melina die Stationen mit Begeisterung betrachtet und dort aktiv wird, wo es geht.

Die Stationen

Einzug in Jerusalem ist die erste Station. In einem Fenster des Cafés im Foyer erzählen Egli-Figuren, wie sich Jesus auf den Weg macht, seine Mission zu vollenden. Mit Jubelgesten machen die Figuren deutlich, wie die Menschen Jesus begrüßt haben.

Das Abendmahl als zweite Station erinnert an den Gründonnerstag, an dem sich Judas von Jesus abwendet. "Die Geschichte wird aus der Perspektive eines Wasserkrugs erzählt, damit man einen neuen, für Kinder leichteren Zugang finden kann", sagt Pfarrerin Caroline Bender.

Der Garten Gethsemane ist der Ort, an dem Jesus mit den Jüngern betet und sie bittet, ihn zu begleiten. "Die Szene ist intensiv und innig dargestellt", erklärt Bender. Es sei ein tröstlicher Gedanke, dass Gottes Sohn dem, was vor ihm liegt, nicht ausgewichen sei. "Er verbindet sich mit dem menschlichen Geschick."

Der Verleugnung des Petrus gilt die vierte Station. "Es spricht für viel Menschenkenntnis, wenn Jesus Petrus voraussagt, er verleugne ihn – drei Mal", sagt die Theologin und empfindet die Szene der Selbsterkenntnis von Petrus als "berührend". Neben den Egli-Figuren wird man hier aufgefordert, Sätze in den Sand zu schreiben. An jeder Station sind der zugehörige Bibeltext, ein Impuls-Gedanke und ein Gebet zu finden. So ist auch für Jugendliche und Erwachsene genügend Stoff vorhanden.

Der Osterweg bietet mir die Gelegenheit, mich über meinen Alltag hinaus mit der Passionszeit auseinander zu setzen.

Andreas Stork lässt sich vom Osterweg inspirieren

Die Hände in Unschuld waschen – auch hier ist Handeln gefragt. Aus dem Kocher kann man das Wasser mit Eimern schöpfen und dem nachspüren, was Pontius Pilatus vor seinem Urteilsspruch tat, als er sich dem Druck der Massen beugte.

Das Kreuz als bekanntestes christliches Symbol steht dafür, dass "Gott das Schwere auf sich genommen hat und alles, was im Leben tödlich ist, in Lebenskraft verwandelt", sagt Bender. An der sechsten Station kann man unter anderem Zettelchen beschriften mit dem, was einen beschäftigt.

Der Trauertreff – Station sieben – hat die Funktion, mit anderen "Pilgern" an Tischen mit corona-adäquatem Abstand ins Gespräch zu kommen. "Hier kann man sich mit schweren, unangenehmen Frage beschäftigen, sich Zeit nehmen, um über die Themen Tod oder Verluste im Allgemeinen nachzudenken", sagt Bender und verweist auf die christliche Hoffnung, "die durch Ostern in die Welt gekommen ist".

Die Auferstehung wird in der Gartenlaube des Gemeindehauses – der achten Station – symbolisiert. Der Raum ist hoch, in freundliches, gelbliches Licht getaucht und und die Darstellung erinnert an das leere Grab.. Hier kann man innehalten und den Auferstehungstext (Mt, 28) lesen.

Der Weg zurück ins Leben schließt den Kreis, den man um das Gemeindehaus pilgert. "Der Emmaus-Weg verbindet die Geschehnisse von damals mit dem Leben von heute", sagt Caroline Bender. So könne man von Ostern bestärkt, den Weg ins Leben gehen. So kennzeichnen die neunte Station Sprechblasen, beschriftet mit dem, was Jesus für Menschen konkret bedeutet. Zum Mitnehmen am Ende gibt es Schlüsselanhänger oder Samen.

Smartphone An allen Stationen befinden sich QR-Codes, die man mit dem Smartphone scannen kann, um Passionslieder oder festliche Ostermusik zu hören. Anschauen kann man den Osterweg rund um das evangelische Gemeindehaus in Aalen bis Sonntag, 11. April, täglich von 9 bis 20 Uhr.

Station 8: das Grab ist leer. Der Höhepunkt des Osterwegs. Jesus ist auferstanden von den Toten.
Stations 5: die Hände in Unschuld waschen

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