Auf dem digitalen Weg zur Smart City Aalen

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Chefredakteur Lars Reckermann (r.) im Gespräch mit dem Wirtschaftsförderer und Smart-City-Beauftragten der Stadt Aalen Felix Unseld im TV-Studio der Schwäbischen Post.
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Ab Dienstag sollen in Projektwerkstätten Ideen für die Stadt der Zukunft gesammelt werden. Wir begleiten den Prozess in einer Serie.

Aalen.

Smartphone, klar. Smarthome, kann man sich auch noch was darunter vorstellen. Aber Smart City? Was macht eine City smart? Felix Unseld kümmert sich seit zweieinhalb Jahren als Wirtschaftsförderer und Smart-City-Beauftragter der Stadt Aalen genau darum. Was hat die Bürgerschaft davon? Im Studiogespräch mit Chefredakteur Lars Reckermann bringt Unseld sein Verständnis auf den Punkt: "Für mich bedeutet Smart City: die vernetzte Stadt", sagt er.  Zum Beispiel eine durch eine künstliche Intelligenz unterstützte digitale Parkplatzerfassung.  Oder eine bessere Erkennung von Hochwasserereignissen durch bestimmte Sensoren im Stadtgebiet. Am Ende gehe es dann um das Vernetzen und Anbinden dieser Sensoren, entweder im 5G-Mobilfunknetz oder per Breitband.

In den kommenden fünf Jahren sollen Aalen und Heidenheim gemeinsam als interkommunales Projekt eine „Smart City“-Strategie entwickeln und konkrete Anwendungen umsetzen. 17,5 Millionen Euro Fördermittel stehen vom Bund zur Verfügung. Bürgerinnen und Bürger sollen sich einbringen. Dazu starten ab der kommenden Woche bis Ende Juni acht Projektwerkstätten, in die sich die Einwohnerschaft auch einbringen kann. Diese Bürgerbeteiligung ist in den Förderrichtlinien auch festgeschrieben.  Nun gehe es darum, die Vielzahl an Interessen und Ideen zu bündeln. "Wir müssen uns die Frage stellen: Was bringt uns als Stadtgesellschaft wirklich weiter", sagt Unseld. Am Ende des Prozesses entscheide der Gemeinderat, welche der mit der Bürgerschaft entwickelten Ideen umgesetzt werden sollen. 

Ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Umsetzung hat Unseld in der Stadt Solingen entdeckt. Dort stehen digitale Säulen am Eingang zur Innenstadt, über die sich eine Wegbeschreibung zu Geschäften oder Cafés abrufen lässt. "Damit jeder schnell findet, was er braucht und auch die Läden ohne 1A-Lage eine Chance haben, gefunden zu werden", erklärt er.  

Los geht es am kommenden Dienstag, 26. April, von 18 bis 21 Uhr mit der ersten Projektwerkstatt zum Thema Teilorte. Eine Anmeldung ist unter www.aalen.de möglich.  "Wir wollen ganz besonders in einem Workshop nur auf die Teilorte schauen", sagt Unseld. Weil man beispielsweise in Röthardt oder Ebnat andere Bedürfnisse habe, als in der Kernstadt. Diese sollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern herausgearbeitet werden. 

Dabei fange man in Aalen auch nicht bei null an. Auf einer Skala von eins (gar nicht smart) bis zehn (total smart) schätzt Unseld Aalen auf eine solide Sieben. "Für eine mittelgroße Stadt wie Aalen sind wir auf einem sehr guten Weg", sagt Unseld.

Ideen gesucht: Wie wird Aalen eine smarte Stadt?

Zehntausend Aalenerinnen und Aalener haben Post aus dem Rathaus bekommen. OB Frederick Brütting ermuntert sie in dem Brief, mitzumachen bei einer Umfrage, wie die Lebensqualität in Aalen mithilfe der Digitalisierung besser werden könnte. Der Fragebogen ist anonym, die Adressatinnen und Adressaten wurden aufgrund des Melderegisters zufällig ausgewählt. Den Artikel "Ideen gesucht: Wie wird Aalen eine smarte Stadt?" lesen Sie hier. 

Artikelserie "Smart City Aalen"

Jeweils im Nachgang zu den Projektwerkstätten arbeiten wir mit Felix Unseld oder seiner Kollegin Stefanie Benz in den kommenden Wochen die ersten Erkenntnisse und Ergebnisse aus den Projektwerkstätten als kleine Serie unter dem Titel "Smart City Aalen" auf. Die Themen sind:  Mobilität, Teilhabe, Innenstadt, Klimaschutz/Nachhaltigkeit, Teilorte, Tourismus/Kultur, Sport/Freizeit/Jugend und Start-ups/Existenz-Gründung/Unternehmen. 

Für mich bedeutet Smart City: die vernetzte Stadt."

Felix Unseld, Smart-City-Beauftragter

Mehr Informationen zum Großprojekt Smart City

Aktuelle Informationen und erste Ergebnisse der Bürgerbeteiligung gibt es auf der Projekthomepage www.aahdhgemeinsamdigital.de. Unter www.mitmischen-aahdh.de kann man sich auch ohne eine Teilnahme an den Projektwerkstätten mit seinen Ideen einbringen oder bereits vorhandene Ideen und Anregungen diskutieren. Unter anderem gibt es auch Informationen zum geplanten  ”Smart City Showcase” von Juli bis September auf dem Sparkassenplatz. Die Veranschaulichung von digitalen Lösungen soll zeigen, wie konkrete Problemstellungen des Alltages durch digitale Technik und Sensorik zum Vorteil der Bürger gelöst werden können. 

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