Auf dem Rad durch 22 Länder

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Am Dienstagmorgen starteten der Aalener Simon Bihr und seine Freundin in ein Abenteuer. Sie fahren auf dem Fahrrad von Aalen nach Südafrika.

Aalen

Nach dem Abschluss seines Physikstudiums war für Simon Bihr klar, dass er auf große Reise gehen will. "Ich habe viel über Physik gelernt, doch jetzt möchte ich etwas von der Welt sehen", sagt der Aalener. Der 31-Jährige wollte zuerst mit dem VW-Bus quer durch Europa touren, doch "das wäre mir zu langweilig gewesen. Ich wollte mehr Abenteuer".

Also entschied er sich gegen den VW-Bus und für das Fahrrad. Als Simon Bihrs Freundin Tanya Edwards von seinem Vorhaben erfuhr "war sie gleich Feuer und Flamme und wollte mit", erinnert sich der Aalener. Deswegen starten die beiden gemeinsam ins Abenteuer.

Los ging es am Dienstagmorgen in Aalen. In spätestens zwei Jahren möchte das Paar in Tanyas Heimatstadt Port Edward in Südafrika sein. Zwischen Start und Ziel liegen 20 000 Kilometer und 22 Länder. Für das Rad haben sich die beiden entschieden, da es eine günstige Art des Reisens ist. Außerdem kann das Paar die Natur auf dem Fahrrad viel intensiver erleben: "Man riecht, fühlt und hört alles", sagt Bihr. Es sei anders als im Auto hinter einer Windschutzscheibe zu sitzen. Damit sie ihr Ziel erreichen, müssen die beiden pro Tag ungefähr 50 Kilometer radeln, doch sie hätten nur einen groben Plan.

"Wir wollen keinen neuen Weltrekord aufstellen. Sehen wir schöne Orte, dann bleiben wir dort auch eine Weile", sagt der Aalener. An manche Zeitfenster sind die beiden aber gebunden: Die Sahara müssen sie in den Wintermonaten durchqueren, an Weihnachten möchte das Paar in Kairo sein und durch Südafrika wollen sie nicht während der Regenzeit fahren. Außerdem möchten sie zur jährlichen Gnu-Wanderung in der Serengeti sein. Doch das Paar ist nicht nur mit dem Fahrrad unterwegs. Von Istanbul fliegen sie nach Kairo. "Durch Syrien radeln wir nicht. Unsere Eltern haben sowieso schon genug Angst", erzählt die 27-jährige Tanya Edward. Die Alpen durchqueren die beiden mit dem Zug, denn eine "Alpenüberquerung mit dem 60 Kilogramm schweren Gepäck wäre zu anstrengend".

Wir wollen keinen Weltrekord aufstellen.

Simon Bihr

In den sechs Satteltaschen hat das Paar so einiges verstaut: Schlafsack, Zelt, Küchenausstattung, Medizin, Solarzellen und Kletterausrüstung. "Kleider haben wir nicht viele dabei", sagt Edward. Drei Hosen und zwei Oberteile müssen den beiden reichen. Doch etwas Luxus muss auf so einer großen Reise auch sein, findet Bihr. Mit im Gepäck haben die beiden eine kleine Espressomaschine. "Es gibt nichts Besseres als am Straßenrand einen selbst gemachten Kaffee zu trinken." Zwischen den Etappen möchte das Paar verschiedene Kletterorte in Europa besuchen. "In Europa klettern wir mehr, in Afrika fahren wir mehr Fahrrad", sagt Tanya Edward.

Außerdem wollen die beiden Naturschutzprojekte unterstützen. "Der Hauptgrund unserer Reise ist es, ein Abenteuer zu erleben. Doch wir wollten noch einen guten Zweck einbauen", sagt der 31-Jährige. Doch bevor sich das Paar um Tiere kümmert, müssen sie auf sich selbst aufpassen, teilt Bihr mit. Denn der Verkehr in Afrika stelle eine große Gefahr dar. Damit sie von Autofahrern erkannt werden, radeln die beiden nur tagsüber und tragen helle Kleidung. Außerdem sind am Fahrrad Fahnen befestigt. "Doch am meisten Angst haben unsere Eltern."

Wenn das Paar in zwei Jahren in Port Edwards ankommt, warten dort nicht nur Tanyas Freunde und Familie. An einem geheimen Ort in Strandnähe haben die beiden beim letzten Afrikabesuch eine Metallkiste vergraben. Dort ist selbst gemachte Marmelade von Simon Bihrs Mutter und selbstgemachter Likör vom Vater des Aaleners verstaut. Außerdem Briefe von Freunden und der Familie. "Ich hoffe, dass wir sie wiederfinden", sagt Bihr.

In ihrem Blog unter www.rock-road-rhino.com berichten die Beiden von ihren Erfahrungen unterwegs.

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