Auf die Erde kommt es an

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Hier wird Torf abgebaut. Ist ein Moorgebiet zerstört, dauert es Jahrhunderte, bis es sich vollständig erholt hat. „Moore bedecken nur drei Prozent der Erde, aber speichern doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder unserer Erde“, teilt der BUND mit.
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Blumenerde ist nicht gleich Blumenerde: Wer etwas für die Natur tun will, sollte im Garten oder der Wohnung torffreie Erde verwenden. Und: Kompost anlegen – so geht's.

Aalen

Ohne sie geht im Beet oder im Topf gar nichts: die Blumen- oder Pflanzenerde. Ganz unbedarft sollten Gärtnerinnen und Gärtner diese im Handel nicht auswählen. In viele Blumen- und Pflanzenerden steckt Torf aus Hochmooren – er bindet Wasser und hat einen hohen Säuregrad. Der Preis für die Natur ist hoch: Beim Abbau des Torfs werden jahrtausendealte Moore und der Lebensraum von Tieren zerstört. „Auch fürs Klima ist der Torfabbau schlecht: Durch die Entwässerung der Feuchtgebiete entweicht CO₂, außerdem entfällt ein wertvoller Speicher für das Treibhausgas“, teilt das Umweltbundesamt mit.

In einigen osteuropäischen Ländern werde Torf günstig abgebaut und über weite Strecken transportiert, das belastet das Klima zusätzlich, so das Umweltbundesamt weiter.

Ein gesundes Moor wächst in einem Jahr nur etwa einen Millimeter; 1000 Jahre dauert es, bis ein Meter Torf gewachsen ist, wie der BUND mitteilt. „Ist ein Moorgebiet erstmal zerstört, dauert es Jahrzehnte, bis es wenigstens wieder von einigen typischen Pflanzen- und Tierarten besiedelt wird und Jahrhunderte, bis sich die ursprünglichen Lebensgemeinschaften wieder zusammenfinden“, so der BUND weiter.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, torffreie Erde zu verwenden. Achtung: Auf Blumen- und Pflanzenerdesäcken steht oft „torfreduziert“ oder „torfarm“ – dort ist der Torfanteil nur gering reduziert. Nur in „torffreier“ Erde steckt kein Torf. Torffreie Gartenerden werden auf Basis von Kompost, also Rinden- oder Grünschnittkompost, Rindenhumus und Holzfasern, etwa Nadelhölzer oder Kokos, hergestellt, wie der BUND mitteilt.

 Gartentipps gibt es bei Volker Kugels YouTube-Kanal unter Grünzeug.tv.

Kompost anlegen - so geht's

Wer einen eigenen Garten hat, kann Komposterde für die Pflanzen benutzen. Wie Sie einen Kompost anlegen, das erklärt Volker Kugel, Direktor des blühenden Barocks in Ludwigsburg. 

Das Anlegen: 1,20 auf 1,20 Meter groß sollte der Kompost sein. Wer sich das Gerüst nicht selbst bauen will, könne auf recycelte Fertigbauteile aus dem Baumarkt zurückgreifen. Stehen sollte die Konstruktion laut Kugel im Halbschatten. Von einem asphaltierten Untergrund rät der Experte ab. Denn die Feuchtigkeit müsse von unten nach oben ziehen können. Zum Start könnten Kompostwürmer gekauft werden.

Das kommt drauf: Unkraut müsse in den Restmüll, sagt Kugel. „Sonst hat man ein Saatbeet für Unkrautsamen.“ Wichtig sei, den Kompost schichtenweise zu füttern, also Rasenschnitt, Küchenabfälle und klein geschnittene Äste und Stauden abwechseln. „Die Kompostwürmer und Mikroorganismen brauchen die Chance, alles zu verarbeiten“, betont er. Wer Mikroorganismen eine Freude machen will, könne etwas Gartenkalk dazu geben. Kommt viel Rasenschnitt darauf, sollten im Sommer alle paar Wochen 50 bis 60 Gramm Hornspäne auf den Kompost wandern. „Das ist ein Turbo für die Organismen.“ Und was ist mit Essensabfällen? Gekochtes, Zitronen, Orangen – alles könne dort landen. „Man darf aber nichts, was mit Fleisch zu tun hatte, auf den Kompost werfen, auch kein Gemüse, das in Fleischbrühe gekocht wurde“, betont Kugel. Das ziehe Nagetiere an.

So wird er gepflegt: Ein guter Kompost sei wie ein Perpetuum mobile, sagt der Gartenexperte. Das Gute komme raus, das Neue rein. Wer etwa im Frühjahr einen Kompost anlegt, könne im kommenden Spätfrühjahr den Kompost erstmals entnehmen. Nach dieser Phase könnte jedes halbe Jahr Erde entnommen werden. „Dann läuft der Bioreaktor.“ Ein- bis zweimal im Jahr müsse der Kompost zudem umgesetzt werden. „Das frische Material muss mit älterem Material in Kontakt kommen“, erklärt Kugel, für den der Kompost das Gold des Gärtners ist.

Wohin mit der Erde? „Kompost ist keine Blumenerde, da er relativ salzhaltig ist“, sagt der Direktor des blühenden Barocks weiter. Für junge Pflanzen mit frischen Wurzeln sei dies nicht gut. Wer Kompost zum Blumenbeet geben will, soll dies laut Kugel nur in der Mischung mit Blumenerde machen. „Für Bodenverbesserung ist der Kompost optimal. Er fördert die Bodengesundheit im Stauden- oder Gemüsebeet und man braucht weniger Dünger.“ 

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