Auf ein letztes Bier in die Innenstadt

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Kurz nach 23 Uhr: Die letzten Gäste haben das Rambazamba wegen der Sperrstunde verlassen. Für die Angestellten gibt es noch Gläser zu spülen und Stühle aufzustuhlen. Dann ist erst einmal Schluss mit Bewirtung.
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Wirte müssen erneut schließen, dürfen Speisen nur noch liefern oder zum Abholen anbieten. Die Stimmung am letzten Abend, bevor die Gastronomen die Schlüssel im Schloss umdrehten.

Aalen

Auf ein letztes Bier, ein letztes Mal Essen gehen in die Innenstadt. Diesen Plan hatten viele, die am Sonntagabend in der Aalener Innenstadt unterwegs waren. Denn seit Montag gilt der Lockdown II: Gastronomen und Wirte müssen neben anderen Branchen schließen. Nur das Liefern oder Abholen von Speisen ist erlaubt.

20.30 Uhr im Café Podium auf dem Marktplatz: Die Tische im Lokal sind vereinzelt besetzt. Im Außenbereich ist mehr los. Die "letzte Runde", ruft eine der Angestellten aus. Einige Gäste kommen der Aufforderung nach, wiederum andere zahlen und verabschieden sich. Eine Gruppe von Schülern und Studenten aus Aalen ist auch im Podium. Was führt sie ins Lokal? "Einfach ein letztes Mal in schönem Ambiente Essen und Trinken gehen", sagen sie. "Es geht ja jetzt einen Monat nicht mehr." Die sechs seien normalerweise regelmäßig in der Stadt. "Deswegen wird jetzt noch jede Minute genutzt."

Auch zwei Frauen im Außenbereich nutzen die letzte Chance. "Wir sind eigentlich hier, um die Gastronomie zu unterstützen", sagt eine der beiden.

Die Sperrstunde rückt näher

Doch warum macht das Podium bereits früher die Schotten dicht? "Wegen vier Tischen lohnt es sich nicht", erklärt Tina Martin vom Café. Für sie und die anderen Angestellten warten außerdem andere Aufgaben: putzen, spülen, angebrochene Getränke entsorgen. "Wir müssen es so vorbereiten, dass es jetzt vier Wochen so stehen bleiben kann", sagt sie. Die Stimmung im Podium sei trotz des Lockdowns relativ neutral. "Wir sind ja nicht die einzigen, die es trifft. Aber wir werden's vermissen", sagt Martin.

Wir werden's vermissen.

Tina Martin Café Podium

In den Gassen beim Marktplatz ist eine Dreiergruppe unterwegs. "Wir wollten noch einmal Essen gehen und danach einen kleinen Absacker trinken", sagt einer von ihnen. "Zuhause sind wir jetzt noch lange genug."

Länger als im Podium geht der Abend im Rambazamba. Die meisten Tische dort sind gut besetzt. Mal von größeren Gruppen, mal von kleineren. Der nahende Lockdown trübt die Stimmung der Gäste augenscheinlich nicht. Doch auch dort rückt die Sperrstunde um 23 Uhr näher und markiert den Schlussstrich für die Gastronomie. Circa 22.20 Uhr: "Wenn ihr noch was trinken wollt, dann jetzt", sagt eine der Angestellten. "Um elf müsst ihr hier alle raus sein." Auch im Rambazamba stehen einige Gäste auf, um die Rechnung zu begleichen und sich zu verabschieden. Wiederum andere gönnen sich noch ein letztes Getränk.

22.50 Uhr: Die Bedienungen im Rambazamba machen eine Runde durch das Lokal. Die letzten Gäste, die noch da sind, werden an das baldige Ende erinnert. Einige trinken schnell noch aus und beginnen dann auch schon, die Geldbörsen zu zücken und ihre Jacken anzuziehen.

Zu. Mindestens für vier Wochen

23 Uhr: Sperrstunde. Die Gäste verlassen das Lokal, die Angestellten vergewissern sich, dass jeder draußen ist. Für sie gibt es noch Arbeit zu tun. Doch auch dann sperren sie die Eingangstür ab. Vorerst wird sie verschlossen bleiben. Mindestens für vier Wochen.

Wie die Polizei den letzten Gastro-Abend erlebt

Sperrstunde eingehalten: "Wir haben keine Verstöße gegen die Sperrzeit festgestellt", sagt Holger Bienert, Leiter der Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit des Aalener Polizeipräsidiums. Auch anderweitig sei der letzte Abend mit geöffneten Kneipen und Bars nicht auffällig gewesen.

Keine After-Party vor der Kneipe Auch in den Aalener Gassen und Straßen sei der Abend ruhig verlaufen. "Ärger in dem Sinne ist uns ebenfalls nicht aufgefallen", sagt Bienert. Allerdings habe es am vergangenen Samstag vermehrt Beschwerden wegen Ruhestörungen gegeben. "Das hat aber nicht wirklich mit der Gastronomie zu tun." Ob Halloween oder der letzte Samstag der Herbstferien der Grund sind, darüber möchte Bienert keine Vermutung äußern. In den kommenden Wochen werden die Polizeibeamten bei Ansammlungen wieder einschreiten. err

Kurz vor 23 Uhr im Rambazamba. Die meisten Tische sind abgeräumt, hier und da brennen noch ein paar Kerzen.
Die letzte Runde steht an. Danach ist Feierabend.
Auf diesen Plätzen werden vorerst keine Gäste sitzen.

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