Auftrieb für die Aalener City

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Die Aalener Innenstadt kehrt nach dem Lockdown wieder mehr und mehr zum Leben zurück.
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Warum Citymanager Reinhard Skusa zwei Monate nach dem Lockdown wieder Hoffnung schöpft. Und was der Innenstadtverein vom Bund fordert.

Aalen. Das macht Hoffnung, dass die Innenstädte, dass die Aalener City wieder konkurrenzfähig wird.“ Zwei Monate nach Ende des Lockdowns Mitte Juni ist Aalens Citymanager Reinhard Skusa allmählich wieder zuversichtlich. Denn: Die Aalener City gewinnt nach und nach ihre Kundinnen und Kunden wieder zurück. „Die vergangenen zwei Monate in Aalen waren richtig gut. Der Juli war der Knaller und schon der Juni war sehr versöhnlich“, beschreibt Skusa das Einkaufsverhalten der Aalener. Und auch die Gastronomie schreibe Erfolgsgeschichte. „Die Kunden haben tatsächlich die Stadt wieder für sich entdeckt“, zieht der Citymanager eine vorläufige Bilanz.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich die Auswirkungen des monatelangen Corona-Lockdowns dennoch in der Aalener City nicht wegleugnen lassen. „Es ist sicher noch mit der einen oder anderen Filialschließung zu rechnen“, sagt Skusa. Denn aufgrund der großen Menge der bestellten und nicht verkauften Ware hätten gerade die großen Unternehmen ein erhebliches Liquiditätsproblem. Aber nicht nur durch Corona kämen die Innenstädte in Schieflage. Skusa: „Auf dem Rücken von Paketfahrern haben die Online-Riesen Amazon & Co. ein Servicepaket auf die Beine gestellt, mit dem der klassische Einzelhändler nicht mithalten kann.“ Die kostenlosen Lieferungen und Rücksendungen sind in den Augen der Aktiven des Aalener Innenstadtvereins „Aalen City aktiv“ (ACA) ökonomisch und ökologisch „ein Supergau“. „Der Staat muss wieder Waffengleichheit herstellen und die Vorzüge der Innenstädte sichtbar machen“, fordert der ACA. Das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Städte und Gemeinden“ komme daher zur rechten Zeit. Damit fördert das Bundesinnenministerium lebenswerte Innenstädte mit insgesamt 250 Millionen Euro. Städte und Gemeinden sind aufgerufen, bis zum 17. September dieses Jahres Projektvorschläge einzureichen. Laut CDU-Bundestagsabgeordnetem Roderich Kiesewetter können Städte und Kommunen eine 75 bis 90-prozentige Förderung erhalten, unter anderem für innovative Handlungsstrategien zur Aufwertung der vom Strukturwandel betroffenen Städte. Der ACA hat auch schon bereits einige Konzeptideen aufs Papier gebracht:

Verpflichtende Versandkosten – „mindestens 5 Euro“ – für jeden online bestellten Artikel. „Der Ort zum Anprobieren muss wieder im Geschäft sein und nicht im Wohnzimmer.“

Innenstadt-Aktionen finanzieren helfen: Jeder Innenstadtverein soll für jeden Euro seiner Einnahmen einen weiteren Euro vom Staat erhalten.

Citygutscheine weiter fördern: Der Gesetzgeber bietet seither die Möglichkeit, monatlich einen Betrag von bis zu 44 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei an jeden Arbeitnehmer auszuzahlen. „Viele Aalener Firmen machen davon Gebrauch, indem sie Citygutscheine in entsprechender Höhe an Mitarbeiter verschenken“, weiß Skusa. „Wenn der Staat diesen steuerfreien Betrag auf 100 bis 150 Euro erhöhen würde, käme dieses Geld wiederum der Stadt zugute.“

Sonderabschreibungen für City-Immobilien: Wer in seine Immobilien investiert, sollte nach Vorschlag des ACA begrenzt hohe Sonderabschreibungsmöglichkeiten bekommen. „Davon sollen vor allem Investoren profitieren können, die eine Nutzungsänderung planen, so Citymanager Reinhard Skusa.

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