Aufwind-Dach ist völlig zerstört

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Löschwasserschäden im Obergeschoss.
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Welche Folgen das Feuer vom 7. Januar für den gemeinnützigen Verein hat und wie es nun für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeht.

Aalen

Es hat den Verein härter getroffen, als zunächst angenommen. Auf rund 200 000 Euro statt der anfangs veranschlagten 70 000 Euro schätzt der Gutachter den Schaden, der durch den Brand am Aufwind-Verwaltungsgebäude in der Kettelerstraße verursacht wurde, so Geschäftsführer Bodo Wiedenhöfer. Er war es auch, der am 7. Januar um 12.04 Uhr die Einsatzkräfte alarmieren musste. Ein Handwerker, der im Obergeschoss des Gebäudes arbeitete, hatte zuvor bemerkt, dass im Dachgeschoss etwas nicht stimmte. "Dann gingen auch schon die Rauchmelder los und es waren Flammen zu sehen", erzählt Wiedenhöfer. Flammen, die das gesamte Obergeschoss zerstört haben. "Wir gehen nach wie vor von einem technischen Defekt aus", sagt dazu Polizeisprecher Holger Bienert. Es gebe keine Hinweise auf eine andere Brandursache.

Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Glück im Unglück. Denn der materielle Schaden für den gemeinnützigen Verein ist enorm. "Im Dachstuhl war der Besprechungsraum. Der war in Coronazeiten besonders wichtig", so Wiedenhöfer. Hier konnten sich mehrere Menschen mit genügend Abstand zum Gespräch treffen. Live, denn im sozialen Bereich könne man eben nicht alles per Videokonferenz regeln, wie der Geschäftsführer erklärt. "Wenn das Jugendamt mit Klienten und Familien kommt, dann geht das nicht online." Zudem habe nicht jeder einen PC oder einen Internetanschluss. Nun ist alles kaputt, was zu einem Besprechungsraum gehört. Mobiliar, Geräte und mehr. Die werden anders als aller Voraussicht nach die Schäden am Gebäude nicht von der Brandschutzversicherung übernommen. Auf bis zusätzlich 30 000 Euro schätzt der Aufwind-Geschäftsführer diese Schäden. "Aber ich bin natürlich kein Gutachter", sagt er.

Rund 200 Quadratmeter Nutzfläche umfassten Besprechungsraum und die Verwaltungsräume im Gebäude. Die fehlen dem Verein nun. Die Aufwindmitarbeiter nutzen momentan die Büros in der Villa und im Kinderzentrum mit. "Ich wandere dahin, wo es geht", erklärt Wiedenhöfer. Zudem habe man nun einen Schichtbetrieb eingeführt, andere arbeiten ohnehin aus dem Homeoffice. "Ob die Situation vier Wochen oder ein halbes Jahr dauert, das wissen wir noch nicht", sagt Wiedenhöfer. Fest stehe: Das Dach müsse abgedeckt werden, damit die Stockwerke, die durch die Löscharbeiten in Mitleidenschaft gezogen worden sind, nicht noch zusätzlich durch das aktuelle Wetter beschädigt werden. "Das Gebäude ist ja jetzt wie ein Cabrio, da kann es in den Stock unten reinregnen", so der Geschäftsführer. Man hoffe, dass man das Dach noch in dieser Woche abdecken könne.

Zumindest für Besprechungen konnte mithilfe der Stadtverwaltung mittlerweile eine Lösung gefunden werden, erzählt Wiedenhöfer. Vorübergehend könne man bei der Volkshochschule im Torhaus zusammenkommen. Bereits noch während der Löscharbeiten habe der hinzugekommene Oberbürgermeister Thilo Rentschler Hilfe angeboten und sein Versprechen wahr gemacht, sagt Wiedenhöfer.

Das Gebäude ist jetzt wie ein Cabrio, da kann es in den Stock unten reinregnen.

Bodo Wiedenhöfer Geschäftsführer Aufwind e.V.

Beeindruckend sei zudem gewesen, wie sich die Hilfskräfte beim Brand eingesetzt hätten. "Wir waren ja alle live vor Ort", erzählt Bodo Wiedenhöfer. "Das hatte alles Hand und Fuß", fügt er an. Auch durch diesen Einsatz seien noch größere Schäden verhindert worden.

Für die Schäden, für die keine Versicherung aufkommt, muss der Verein nun selbst die Finanzen aufbringen. "Wir versuchen nun Einiges in Eigenleistung", sagt Wiedenhöfer. Aber als gemeinnütziger Verein freue man sich natürlich auch über Spenden.

Aufwind-Geschäftsführer Bodo Wiedenhöfer im Dachgeschoss des Brandgebäudes in der Kettelerstraße. Der Besprechungsraum im Obergeschoss wurde bei dem Brand vollständig zerstört.
Völlig ausgebrannt. Die Küche im Dachgeschoss.
Eine Foto der Drohne zeigt das enorme Ausmaß des Schadens am Dach des Gebäudes.

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