Aufwind-Kita: alles auf Start

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Auf dem bisherigen Bolzplatz dem Kinderzentrum im Grauleshof plant der Verein Aufwind einen Kindergarten zu bauen.
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Das zunächst von der Stadt gestoppte Projekt nimmt nun unter OB Frederick Brütting Fahrt auf. Warum der Neubau für den Grauleshof wichtig ist.

Aalen

Nun klappt's also doch: Die neue Aufwind-Kita im Grauleshof kann gebaut werden. Der Aalener Gemeinderat unter Leitung von OB Frederick Brütting hat dafür am Donnerstag mit einstimmigem Beschluss den Weg freigemacht.

Tiefes Aufatmen bei Wilhelm Schiele, Vorsitzender des Aufwind-Vereins und bei Aufwind-Geschäftsführer Bodo Wiedenhöfer. Denn noch im Sommer hatte alles darauf hingedeutet, dass das Projekt nicht verwirklicht werden könne: Ende Juli wurde öffentlich, dass Aalens damaliger OB Thilo Rentschler das Vorhaben gestoppt hatte und damit ein vom Bund in Aussicht gestellter Sonderzuschuss zu verfallen drohte.

Alsdann trat Wilhelm Schiele in weitere intensive Verhandlungen mit der neuen Aalener Stadtspitze. Dabei spielte ihm die Tatsache in die Karten, dass der Bund sein Sonderförderprogramm zum Bau zusätzlicher Kita-Plätze von Juni 2022 bis Ende 2022 verlängert.

Das geplante Projekt auf dem bisherigen Bolzplatz beim Aufwindzentrum im Grauleshof stellte Schuldezernent Karl-Heinz Ehrmann am Donnerstag als ein „Doppelprojekt zur Verbesserung der Kita-Situation und der Schulkindbetreuung“ vor. Darin sollen künftig eine zweigruppige Kita mit acht U3-Plätzen und 28 Ü3-Plätzen samt Mehrzweckraum und Inklusionsraum sowie auch Räume für die Schulkindbetreuung untergebracht werden. Falls die Kita um eine dritte Gruppe erweitert werden müsse, könne der Hort mit „minimalem Aufwand“ in einen Betreuungsraum umgewandelt werden. Der Mehrzweckraum stehe sowohl für die Betreuung der Kita-Kinder, als auch für die Mittagessenversorgung der Grauleshofschule zur Verfügung. Inkludiert in das Projekt ist zudem die Erneuerung der Außenanlagen.

Was das kostet und wer bezahlt: Für den Neubau von Kita inklusive Hort (4,055 Millionen Euro) und der Sanierung des Außenspielgeländes (250 000 Euro) fallen Gesamtkosten von 4,3 Millionen Euro an. Dafür stehen insgesamt rund 1,57 Millionen Euro Bundesfördermittel in Aussicht. Die Stadt Aalen schießt weitere 1,85 Millionen Euro zu. In der städtischen Förderung berücksichtigt ist der übliche 70-prozentige Investitionskostenanteil der Stadt für Kita-Neubauten. Sowie ein Förderanteil für die Schulkindbetreuung (Hort) von 90 Prozent.

Schneller Bau: Der Spatenstich für den Hybridbau mit vorgefertigten Holzelementen soll schon Ende dieses Jahres beziehungsweise Anfang 2022 erfolgen. Nach zehn bis zwölf Monaten Bauzeit, so Ehrmann, könnten Kita und Hort Anfang 2023 eröffnet werden.

Wem der Neubau nutzt: Mit den neuen Baugebieten „Schlatäcker I und II“ und dem „Wohnen am Tannenwäldle“ erhöht sich sukzessive auch der Bedarf an Kita-Plätzen vor Ort, stellt der Schuldezernent fest. Hinzu kommt: Die Grauleshofschule befindet sich auf dem Weg zur Ganztagsschule mit ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangeboten. Doch der Platz in der Schule ist begrenzt, schon jetzt müssen Klassenzimmer als Betreuungszimmer genutzt werden. Die nahe Schulkindbetreuung im Aufwind-Neubau könnte die Situation entspannen. Ehrmann: „Natürlich wird der Aufwind-Neubau nicht das Platzproblem an der Grauleshofschule beheben. Für eine Umwandlung der Schule in einen Ganztagsbetrieb müssen wir dort noch baulich ran.“

Das sagen die Fraktionen: Allseits gab es großes Lob für die Initiative des Aufwind-Vereins, den anerkannten Träger der freien Jugendhilfe. Doris Klein (Grüne) forderte von der Stadtverwaltung, dass Kita-Neubauten künftig an klimaneutrale Standards gebunden werden. Rückenwind erhielt sie explizit von Peter Peschel (CDU) und Petra Pachner (SPD). Auch Bernhard Ritter (FW) lobte vor allem die angestrebte engere Kooperation zwischen Schule und Aufwind. „Es ist gut, wenn die Kleinsten im Kindergarten schon in Berührung mit den Grundschulkindern kommen. Das kann für deren Entwicklung nur von Vorteil sein.“ Arian Kriesch (FDP) appellierte, darauf zu achten, dass es nicht wieder zu immensen Kostensteigerungen kommt, wie bei den aktuell laufenden Kita-Neubauten etwa in Waldhausen und Dewangen. Thomas Rühl (FW) brachte erneut sein Herzensanliegen zur Sprache: eine vertragliche Neuausrichtung der städtischen überbordenden Kita-Finanzierung.

Der Neubau entsteht nahe der Grauleshofschule. Grafik: ca
Auf dem bisherigen Bolzplatz dem Kinderzentrum im Grauleshof plant der Verein Aufwind einen Kindergarten zu bauen.

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