Ausbildungsplätze vermitteln

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Hannes Maier und Yannick Peitl (von links) im Gespräch mit Berufsberater Nikolaus Pfauth.

Nikolaus Pfauth, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit in Aalen, berichtet von vielen freien Lehrstellen.

Aalen. Nikolaus Pfauth (57) ist seit 15 Jahren der zuständige Berufsberater für die Realschule auf dem Galgenberg (RSG) in Aalen und somit ein wichtiger Ansprechpartner für die Schüler, Eltern und Lehrer. Viele Überlegungen sind bei der Berufswahl vorab nötig. Nikolaus Pfauth hilft dabei geduldig und bereitet schon die Schüler in Klasse 8 auf ihre spätere Berufswahl vor.

Nikolaus Pfauth betreut außer der RSG noch die Realschule und die Werkrealschule in Unterschneidheim sowie die Wirtschaftsschule in Aalen (Teil der Kaufmännischen Schule), davon den kaufmännischen Bereich. Seit 22 Jahren ist er als Berufsberater tätig. Insgesamt arbeitet er seit 42 Jahren bei der Agentur für Arbeit.

Achtklässler der RSG haben Nikolaus Pfauth gefragt:

Herr Pfauth, wie wurden Sie Berufsberater?

Nikolaus Pfauth: Als Schüler hat mich mein Berufsberater auf die Agentur für Arbeit in Aalen aufmerksam gemacht. Ich habe zunächst eine Ausbildung zum Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistung gemacht. Später habe ich mich für agenturinterne Weiterbildungen beworben und bin so zum Berufsberater geworden. Heute muss man ein Duales Studium bei der Bundesagentur für Arbeit Aalen absolvieren. Der Studiengang heißt: Bachelor of Arts – Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung. Man besucht dann die Hochschule in Mannheim.

Welche Voraussetzungen sollte man erfüllen, um den Beruf ausüben zu können?

Man sollte folgende Fähigkeiten mitbringen: eine ausgeprägte Sozialkompetenz und Kommunikationsfähigkeit, die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife, idealerweise erste Berufserfahrungen, Interesse an gesellschaftspolitischen Zusammenhängen und die Bereitschaft, auch außerhalb des Wohnortes zu arbeiten.

Können Sie uns Ihre Hauptaufgaben als Berufsberater beschreiben?

Mein Tätigkeitsbereich ist sehr abwechslungsreich. Die Hauptaufgabe ist die Beratung von Schülern und deren Eltern: Vermittlung in eine Ausbildung, Beratung zu Unterstützungsangeboten (beispielsweise finanzielle Hilfen, Bewerbungskostenerstattung, Nachhilfeunterricht); Informationsabende/Elternabende in Schulen; Besuche von Arbeitgebern, um Kontakte zu knüpfen und Bedarf an Azubis zu klären; Besuche von Ausbildungsmessen (Netzwerkarbeit); Vermittlung von Ausbildungsbotschaftern.

Macht Ihnen Ihre Tätigkeit Spaß?

Auch nach der recht langen Zeit als Berufsberater macht mir die Aufgabe Spaß. Es ist befriedigend, mit vor allem jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Positiv ist vor allem, wenn Schülerinnen und Schüler vermittelt werden können und später zufrieden sind mit ihrem Ausbildungsbetrieb, ihrer Tätigkeit.

Was wünschen Sie sich von den Schülern, die beraten werden?

Ich wünsche mir, dass die Schülerinnen und Schüler sich rechtzeitig anmelden, damit ich mich vorbereiten kann. Dann sollten sie aktuelle Zeugnisse nicht vergessen. Es wäre außerdem gut, wenn sie sich schon Gedanken gemacht hätten, in welchem Tätigkeitsfeld sie gerne arbeiten möchten.

Wie verläuft ein Beratungsgespräch?

Sollten die Schülerinnen und Schüler noch keine Vorstellungen haben, werden Interessen und besondere Fähigkeiten erfragt. Zu diesem Gespräch dürfen die Eltern gerne mitkommen. Manchmal kommen auch zwei Schüler gemeinsam zum Gespräch. Ein Gespräch dauert 60 Minuten und es wird ein Protokoll erstellt, damit die beratene Person zu Hause die Ergebnisse noch einmal nachlesen kann. Später helfe ich natürlich auch bei der Ausbildungsplatzsuche. Dazu werden Anschriften von Betrieben und aktuelle Lehrstellenangebote weitergegeben. Sollten die Noten noch nicht optimal sein, werden weitere Qualifizierungen vorgeschlagen, damit die Schülerinnen und Schüler eher Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben. Zur Zeit gibt es tatsächlich viele unbesetzte Lehrstellen.

Sie sitzen durch ihre Tätigkeit häufig am Schreibtisch. Wodurch finden Sie einen privaten Ausgleich?

Ich habe einen Sohn und ein Enkelkind. Außerdem spiele ich Fußball, laufe und jogge viel in meiner Freizeit. Am Berlin-Marathon habe ich schon viermal teilgenommen.

Das Gespräch führten: Hannes Maier, Yannick Peitl und ZiS-Lehrerin Margitta Dannenmann.

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