Bahnhalt West: Knoten gelöst

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Warum die Planungen jetzt erst in die nächste Runde kommen. Und warum es bis zum Spatenstich noch vier bis fünf Jahre dauern wird.

Aalen

Zwei Jahre lang lagen die Planungen für den Bahnhalt Aalen-West auf Eis. Jetzt soll es weitergehen. Am Donnerstag haben die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) mit überwältigender Mehrheit entschieden, dass die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene kombinierte Bahnsteiglösung vorangetrieben wird. Dagegen stimmte allein Peter Peschel (CDU), bekennender Zweifler am Bahnhalt West. Norbert Rehm (FDI) enthielt sich der Stimme.

Den Zuschlag für die weiteren Ingenieurleistungsphasen 3 und 4 erhält die Mailänder Consult GmbH, Karlsruhe. Die Höhe des Bruttohonorars beläuft sich laut Stadtverwaltung auf rund 153 000 Euro.

Doch mit einem ersten Spatenstich kann laut OB Thilo Rentschler frühestens in vier bis fünf Jahren gerechnet werden. Denn: Voraussetzung ist eine gesicherte Förderzusage des Landes, danach können die Planungen wieder aufgenommen werden.

Derzeit geht die Stadt Aalen von Gesamtkosten in Höhe von knapp fünf Millionen Euro (netto) für den Bahnhalt-West aus. Nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) sei mit einem Förderzuschuss von bis zu 75 Prozent der Baukosten zu rechnen.

Warum die Planung zwei Jahre auf Eis lag: Als Grund führt Rentschler die Debatte um die Bahnsteighöhen an, und die damit nicht geklärte Förderung des Bahnhalts. Erst durch die Einigung der Beteiligten, der Stadt Aalen und der Deutschen Bahn im Januar dieses Jahres auf eine kombinierte Bahnsteighöhe von 55 Zentimetern auf einer Länge von 90 Metern und auf 76 Zentimeter auf 180 Meter Länge könne die weitere Planung wieder aufgenommen werden.

So sind die Bahnsteige geplant: Eine barrierefreie Rampe mit zwei Prozent Steigung verbindet die unterschiedlich hohen Bahnsteige. Je Bahnsteig sind zwei Warteschutzhäuser geplant; jeder Bahnsteig ist etwa 280 Meter lang.

Was der CDU-Fraktion wichtig ist: "Bei der Weiterplanung erwarten die Bürger auch eine Antwort auf die Frage, wie das Umfeld des Bahnhalts, die Platzgestaltung aussehen soll", sagte Fraktionschef Thomas Wagenblast. "Man sollte die Anwohner einbinden", betonte er und knüpfte an die vor zwei Jahren von der CDU veranstaltete Bürgerinformation an. Zudem lege seine Fraktion Wert darauf, dass es ein Bahnhalt für die Weststadt wird und kein Park & Ride-Bahnhalt.

Was die Grünen sagen: "Es muss anschaulich vermittelt werden, wie gebaut werden soll und wie die Erschließung und die Anbindung an den Umweltverbund aussehen wird," meint Fraktionschef Michael Fleischer. Ansonsten sei auch seine Fraktion froh, dass "endlich der Knoten zerschlagen wird".

An was sich Norbert Rehm (FDI) stört: "Wenn wir sagen, wir bauen den Bahnhalt nur für die Bürger der Weststadt, streuen wir ihnen Sand in die Augen." Rehm erkennt ein großes Problem in dem zu- und abfließenden Verkehr.

Das sagt der OB: Der Bahnhalt West richte sich primär an drei Zielgruppen: an Hochschul-Beschäftigte und Studenten, an Beschäftigte und Kunden des Gewerbegebiets Aalen-West und an die Weststadt selbst mit ihren rund 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

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