Bald Family-Mountainbike-Campus hinter Palm

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Es wird ein Mountainbike-Campus für alle - ganz gleich, welchen Könnens: der Christophorus-Family-Campus hinter der Papierfabrik Palm in Neukochen. Das Bild zeigt von rechts die beiden städtischen Mountainbike-Manager, Weltcup-Siegerin Marion Fromberger und Weltmeister Simon Gegenheimer sowie Bike-Experte Steffen Thum.
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Welche Idee die beiden städtischen Mountainbike Manager Simon Gegenheimer und Marion Fromberger gemeinsam mit Bike-Experte Steffen Thum hinter der Papierfabrik Palm umsetzen.

Aalen

Ein Bike-Campus, etwa so groß wie zwei Fußballfelder, entsteht derzeit auf einem freien Grundstück hinter der Papierfabrik Palm, jenseits der B19. Der „Christophorus Family Campus“, so der Name des künftigen MTB-Freizeit- und Schulungsparks, ist momentan noch eine große abgeriegelte Baustelle. Steffen Thum vom Aalener MTB-Racingteam ist zuversichtlich: „In diesem Jahr wird man noch in kurzen Hosen hier mountainbiken können.“

Einzigartig in der Region: „Einen Bike-Campus wie diesen, mit einem Angebot für jede Könnerstufe, den gibt es so noch nicht in der Region“, sagt Simon Gegenheimer, der Weltmeister vom Aalener Racingteam. Einen Tag zuvor hat Gegenheimer den Weltcup in Belgien gewonnen. Am Morgen danach kommt er locker zur Baustelle des Bike-Campus geradelt. Gegenheimer und seine Teamkollegin, Weltcupsiegerin Marion Fromberger, sind seit acht Monaten Mountainbike-Manager der Stadt Aalen. Mit städtischem Rückhalt setzen sie das Projekt gemeinsam mit der Alpen Bike Academy um. Der künftige Campus, so Gegenheimer, biete „im Einklang mit der Natur“ eine Flowline, also eine Anfänger- und Aufwärmstrecke in Kombination mit einer Techline mit technischen Raffinessen wie verbauten Baumstämmen und Steinen, eine Dirtline mit Sprüngen und einer Uphill-Strecke.

Warum das Interesse groß ist: Das Gelände ist schon modelliert. Im Moment laufen laut Thum noch die baurechtlichen Verfahren. „Auch wenn wir schnell sind, müssen wir natürlich die rechtlichen Schritte einhalten“, sagt der Aalener Bike-Experte. Und das hört sich fast an wie eine Entschuldigung. Thum weiß: Der von ihm im Juli organisierte Mountainbike-Weltcup in Aalen hat rund 15 000 Menschen an die Strecke gebracht. „Und die wollen jetzt alle radfahren. Genauso wie die 800 Kinder, die am Kidsday teilgenommen haben.“

Vereinsstrukturen sind angeschoben: Damit das gesteigerte öffentliche Interesse am Mountainbike-Sport nicht verpufft, muss es jetzt rasch weitergehen. Zumal es zusammen mit den beiden städtischen Mountainbike-Managern in den vergangenen acht Monaten bereits gelungen ist, in Aalen Vereinsstrukturen für den Radsport anzuschieben.

„Bis vor Kurzem gab es in Aalen noch kein in Vereinen organisiertes MTB- oder Rennradtraining“, betont Thum. Inzwischen, ergänzt er, haben SSV Aalen, TSG-Hofherrnweiler-Unterrombach und FV Viktoria Wasseralfingen entsprechende Abteilungen eingerichtet.

Ein kostenloses Angebot für jeden: Doch nicht nur Vereine und Profis sollen auf dem künftigen Christophorus Family Campus schulen und trainieren können. „Der Campus ist für alle da, unabhängig vom individuellen Können, der sozialen oder kulturellen Herkunft“, stellen Thum, Marion Fromberger und Simon Gegenheimer klar. Die Idee: Komplette Familien sollen sich hier kostenlos ausprobieren können; vom Papa, der sich hier auspowert, bis hin zum Kleinkind auf dem Laufrad.

Warum der Name „Christophorus“?Hintergrund: Der Heilige Christophorus gilt als einer der 14 Nothelfer der katholischen Kirche und ist Schutzpatron des Verkehrs. Thum weist hin auf den sozialen Hintergrund des Projekts, den christlichen Ansatz: „Der Bike-Campus steht nicht nur für aktive Freizeitgestaltung und die Schulung von Techniken. Sondern hier sollen auch wichtige Werte fürs Leben vermittelt werden - zum Beispiel, wie man respektvoll miteinander umgeht.“ Am Schluss sei der Christophorus Family Campus ein Geschenk für die Gesamtstadt Aalen und ihre Bürgerinnen und Bürger.

Wie der Betrieb laufen soll: Ähnlich den Vorschriften für öffentliche Spielplätze werden auch für den Bike-Campus geregelte Öffnungszeiten gelten. Grundsätzlich aber gelte: Nutzung auf eigene Gefahr. Thum: „Zugang hat grundsätzlich jeder, wie auf einem Spielplatz.“ Kein Verein soll den Platz ausschließlich für sich belegen dürfen - auch nicht zu bestimmten Zeiten. „Wir wollen keine Vereinskonkurrenz schaffen“, so Thum.

Welche Rolle die Papierfabrik Palm dabei spielt: Unter den vielen Unterstützern gilt das Unterkochener Unternehmen als nachhaltiger Ideengeber des Campus. Das Unternehmen, das im September sein 150-jähriges Bestehen feiert, spricht von „fantastischen 150 Jahren“, in denen die Zusammenarbeit mit den Menschen im Ort sehr gut funktioniert habe. „Dafür möchten wir den Bürgerinnen und Bürgern etwas zurückgeben“, sagt Dr. Wolfgang Palm.

Der amtierende Mountainbike-Weltmeister Simon Gegenheimer (Foto) ist seit acht Monaten Mountainbike-Manager der Stadt Aalen.
Auf einem Gelände oberhalb der Papierfabrik Palm in Neukochen entsteht derzeit der "Christophorus Family Campus" - ein Mountainbike-Campus, der für alle zugänglich sein soll.
Der künftige Bike-Campus in Neukochen ist etwa so groß wie zwei Fußballfelder.
Derzeit ist der künftige Bike-Campus in Neukochen noch eine Baustelle.
Einige Hindernisse, wie diese groben Gesteinsbrocken, sind schon verbaut.
Der städtische Mountainbike-Manager Simon Gegenheimer (l.) und Bike-Experte Steffen Thum vom Aalener MTB-Racingteam freuen sich über den Baufortschritt des Christophorus Family Campus in Neukochen. Fotos: hag
Simon Gegenheimer (l.) und Steffen Thum vom MTB Racingteam freuen sich über den Baufortschritt des Bike-Campus in Neukochen.
Simon Gegenheimer (l.) und Steffen Thum vom Racingteam freuen sich über den Baufortschritt des Bike-Campus in Neukochen.
Die rot schraffierte Fläche zeigt das Gelände, auf dem aktuell die Arbeiten für den neuen Mountainbike-Campus laufen.

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