Bandcamp - wenn Metallica im Hörsaal läuft

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„Noting Else Matters“ von Metallica neu interpretiert: Beim Bandcamp wird das Lied auf der Querflöte gespielt.
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Trotz aller Widrigkeiten steigt in der Hochschule in Aalen die 16. Ausgabe des Bandcamps. Ein Besuch.

Aalen

Der Gang durch die Flure der Hochschule in Aalen wird vergangenes Wochenende zu einem Erlebnis – zu einem deutlich hörbaren Erlebnis: hier ein Schlagzeug, dort wummernde Gitarren und wieder woanders Gesang. Wer sich auf Spurensuchen begibt, findet schnell den Grund: Die 16. Ausgabe des Bandcamps steigt – trotz aller Widrigkeiten.

Bandcamp, was ist das überhaupt? Kurz zusammengefasst: Ein dreitägiger Workshop für junge Musikerinnen und Musiker. Mithilfe von Coaches lernen die Nachwuchskünstler, wie es ist, gemeinsam mit Gleichgesinnten Songs als Band einzustudieren. Vor der Pandemie waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Aalener Jugendherberge untergebracht, doch dieses Jahr sei das nicht möglich gewesen, wie Christian Bolz, Mitorganisator, sagt.

Heute, Samstagmorgen, ist bereits der zweite Tag des Bandcamps. Die Mädels und Jungs schleppen Verstärker und Gitarrenkoffer durch die Türe der Hochschule in der Beethovenstraße, die sich automatisch öffnet. Es ist 9 Uhr. Musiker Christian Bolz bildet die Vorhut. Er verteilt Corona-Schnelltest am Eingang an die Gruppenleiter. Nur wenn alle negativ getestet sind, kann der Workshop starten, denn musiziert wird ohne Maske – anders wäre dies auch nicht möglich. Dieses Mal sind mit Gitarristen und Saxofonisten Bolz sieben weitere Coaches am Start. Neben ihm betreuen Sonja Felkel, Jürgen Funk, Thomas Göhringer, Peter Maile, Christian Steiner, Matthias Kehrle und Ralf Meiser insgesamt 40 Jugendliche. Die sind zwischen elf und 21 Jahre alt. „Der jüngste hört Rammstein“, sagt ein Teilnehmer schmunzelnd im Vorbeigehen. Die Jungmusikerinnen und -musiker pilgern in ihre Proberäume, packen die Tests aus und schnappen sich die Wattestäbchen. Tische stehen durcheinander, auf dem einen ein Mischpult, daneben Kabel, Laptop, Drumsticks. Aus einem Raum schallt Musik. Abba aus der Dose, aus einem anderen „The Final Countdown“.

Sind die Tests gemacht, geht es ins Foyer, da leitet Thomas Göhringer in der großer Runde Percussionübungen an, Taktgefühl ist gefragt. Anschließend geht es wieder zurück in die umfunktionierten Studienzimmer. Während die einen noch mit der Songwahl beschäftigt sind, beginnen andere bereits die Lieder einzuüben. Oft sind das Coverlieder, manchmal aber auch selbst geschriebene Songs. „Wenn wir covern, dann machen wir gemeinsam eine eigene Variante draus“, erklärt Göhringer. Seine Gruppe diskutiert noch den passenden Song. Bei Sonja Felkels Schützlingen ist man sich bereits einig und probt „Nothing Else Matters“ von Metallica samt Querflöte.

In Christian Bolz „Proberaum“ unterhalten sich die Teilnehmenden hingegen über das Mittagessen. Doch das muss noch etwas warten, zuerst studieren die Musiker „Cello“ von Udo Lindenberg. Danach sucht sich jede Band einen Namen aus – das gehört zu jedem Bandcamp wie das Abschlusskonzert am Sonntag.

Christina Bolz (Mitte) ist Mitorganisator des Bandcamps. 40 junge Musikerinnen und Musiker sind dabei. Geprobt wird nur mit negativem Corona-Schnelltest.

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