Basketball- und Bolzplätze: Kompromiss für öffentliche Plätze nötig

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OB Thilo Rentschler wirft Körbe mit den Protestierenden auf dem Rathausplatz.

Aalen. Ein Treffpunkt für Erwachsene, die gemeinsam Basketball und Fußball spielen können – ohne in einem Verein zu sein. Das ist beispielsweise der Bolzplatz am Schubart-Gymnasium für viele. Um gegen das Verbot von über 18-Jährigen auf dem Platz zu protestieren, folgten am Donnerstag rund 25 Menschen dem Aufruf von Ehsan Farsi zur Protestaktion auf dem Aalener Rathausvorplatz – trotz strömenden Regens.

"Das Verbot ist wirklich schade – für über 18-Jährige gibt es keinen Ort, an dem sie spielen können", sagt der 23-jährige Farsi. Er spricht auf dem Rathausvorplatz Passanten an, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. Ein junger Mann, der selbst öfter auf dem SG-Platz spielt, ist erschrocken über das Verbot. Er unterzeichnet die Petition.

"Öffentliche Plätze müssen für alle zugänglich gemacht werden", findet Lucian Zimmermann. Er spielt oft auf dem Platz. Und habe schon oft gesehen, dass sich Jugendliche freuen, wenn sie mit Erwachsenen zusammen spielen können. Der Platz sei ein Treffpunkt für Jugendliche und Erwachsene mit unterschiedlichen Hintergründen.

"Es muss dringend ein Kompromiss gefunden werden", sagt Farsi. Derselben Meinung ist auch Oberbürgermeister Thilo Rentschler, der unerwartet auf dem Rathausvorplatz auftaucht und gemeinsam mit den Protestierenden ein paar Körbe wirft.

Auf das Verbot angesprochen sagt Rentschler: "In der Vergangenheit kam es vor, dass Erwachsene die Kinder vom Platz vertrieben haben." Nun müsse man prüfen, ob ein Verbot für Erwachsene auf den Plätzen überhaupt sein müsse. Auch Plätze, die über mehrere Basketballkörbe verfügen, könnten zum Teil für die Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden. "Es muss eine gute Regel gefunden werden, um die Generationen nicht gegeneinander auszuspielen", sagt der Oberbürgermeister.

Laut Stadtverwaltung gab es in den vergangenen Monaten einige Beschwerden wegen Ruhestörung im Umfeld des Schubart-Gymnasiums. Deshalb wurde dort nun auch ein bislang fehlendes Verbotsschild angebracht.

Die Nutzung der Spiel- und Bolzplätze ist in der Umweltschutzverordnung der Stadt geregelt, etwa in Paragraf 18: "Die auf Kinderspielplätzen aufgestellten Turn- und Spielgeräte dürfen nur von Kindern bis zu 14 Jahren benützt werden, es sei denn, die Benutzungsordnung sieht eine andere Regelung vor." Der SG-Bolzplatz sei eine Ausnahme. Denn dort ist die Nutzung bis 18 Jahre erlaubt – die anderen Plätze seien auf 14 beziehungsweise 16 Jahre beschränkt.

"Die Anregungen von Ehsan Farsi nehmen wir gerne als Diskussionsgrundlage auf", teilt Stadtsprecher Sascha Kurz mit. Fehlende soziale Kontrolle an frei zugänglichen Plätzen sei allerdings immer ein Problem.

Es wurden fleißig Körbe geworfen bei der Protestaktion auf dem Rathausvorplatz.

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