Baubeginn fürs erste Aalener Mehrgenerationenhaus

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Aus zwei Gebäuden mit 23 Wohnungen besteht das Mehrgenerationenhaus. Hier die Ansicht von Süden her.
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In den Schlatäckern starten mit dem symbolischen ersten Spatenstich die Arbeiten an einem ganz besonderen Projekt.

Aalen

Das Projekt GENiAAL wird Realität, gestern wurde mit dem offiziellen Spatenstich die Grundlage für das erste Mehrgenerationenhaus in Aalen gelegt. Unter dem Motto „Gemeinsam zuhause“ werden in den nächsten Monaten im Baugebiet Schlatäcker II zwei Häuser mit insgesamt 23 Wohnungen entstehen. Das Besondere: Gebaut wurde das Projekt von der Baugemeinschaft GENiAAL, die aus den Eigentümern der Wohnungen besteht.

„Ein Traum vom Leben in einer Gemeinschaft wird jetzt wahr“, sagte Ulrich Kirner, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Baugemeinschaft in seiner Begrüßung der zahlreichen Gäste. „Es wird real, was wir uns gewünscht haben.“ Ziel sei es, einen Mehrwert für die Bewohner durch die generationenübergreifende Gemeinschaft zu erreichen, denn „zusammen ist man weniger allein“. Er bedankte sich für die Unterstützung der Stadt und der Partner. Drei Jahre habe man intensiv zusammen mit Architekt Peter Widmaier geplant, jeder konnte sich einbringen, die Gruppe sei im Lauf der Jahre ständig gewachsen.

Oberbürgermeister Thilo Rentschler sagte: „Es ist genial, was hier passiert, denn eine solche Gemeinsamkeit brauchen wir in Zukunft immer mehr.“ Es habe einen ordentlichen Anlauf gebraucht, quasi einen Marathon. Aber auch der Gemeinderat habe mitgezogen und das Grundstück „Im Blümert 38 – 40“ früh reserviert und mit einer Preissperre belegt. Bei einer gemeinsamen Fahrt habe man sich in Wien ähnliche Projekte angeschaut und Ideen gesammelt. „Sie haben Hartnäckigkeit, Glauben und Mut bewiesen, und jetzt werden Sie belohnt“, sagte er zur Gemeinschaft. „Nachahmer wären gut, denn dies ist ein zukunftsfähiges Wohnkonzept.“ Unterstützt wird GENiAAL bei der Planung und beim Bau durch die Genossenschaft „pro… - gemeinsam bauen und leben eG“, die schon mehrere solcher Projekte erfolgreich begleitet hat. Deren Vorstand Thomas Schmitt sagte, dass ein lang gehegter Traum verwirklicht werde. Hier zu leben sei wie in einer großen Familie.

Entstehen werden in zwei miteinander verbundenen dreistöckigen Gebäuden 23 verschieden große Wohnungen, mit einer Größe von 30 bis 130 Quadratmetern geeignet für Singles, Paare oder Familien. „Fünf Wohnungen sind übrigens für Interessenten noch frei“, sagte Kirner. Um das Miteinander zu fördern, werden mehrere Gemeinschaftsräume, Begegnungsräume im Freien, ein Kinderspielplatz und ein Grillplatz um die Gebäude entstehen.

Das Grundstück hat eine Größe von rund 2000 Quadratmetern. Unter den Gebäuden werden eine Tiefgarage und gemeinsame und separate Kellerräume gebaut. Geheizt wird mit Erdwärme, auf dem Dach werden PV-Anlagen installiert. „Und wenn alles wie geplant läuft, können wir Weihnachten 2022 bereits hier feiern“, hofft Kirner.

Nach dem gemeinsamen Lied der Baugemeinschaft, das die Entstehungsgeschichte und das Motiv auf die Melodie „Das Wandern ist des Müllers Lust“ darstellte, ging es an den Spatenstich.

„Ein Traum vom Leben in einer Gemeinschaft wird jetzt wahr.“

Ulrich Kirner, ehrenamtlicher Geschäftsführer

So funktioniert Bauen in der Gemeinschaft

Die Baugemeinschaft GENiAAL baut ein Mehrgenerationenhaus, das auf „gemeinsam leben“ beruht. Inhalte dieses Projektes sind „fürsorgliches Interesse füreinander“, gemeinsam länger aktiv und gesund zu sein, Lernen der unterschiedlichen Generationen voneinander, gemeinsam Verantwortung für Mensch und Natur zu übernehmen. Die Eigentümer der Wohnungen konnten sich in die Planungen einbringen, sie finanzieren Grundstück und den Bau der beiden Gebäude inklusive der Gemeinschaftsflächen gemeinsam.

Schon beim Spatenstich legten viele fleißige Hände gemeinsam los.

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