Baustellen in Aalen behindern den Rettungsdienst

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Die Alte Heidenheimer Straße in gesperrt. An dieser Stelle auf der Hochbrücke heißt es also rechts abbiegen.
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Vor allem die gesperrte Alte Heidenheimer Straße macht den Maltesern zu schaffen.

Aalen

Für Autofahrer ist es im Moment nicht einfach, durch Aalen zu fahren. Drei große Baustellen und mehrere kleinere sorgen für Staus. Für die Malteser stellt die Verkehrssituation ein Problem dar. Für andere Blaulichtorganisationen nicht. DRK, Polizei und Feuerwehr kommen im Notfall nach wie vor schnell zum Einsatzort.

Malteser: Vom Pelzwasen aus stadteinwärts zu fahren, sei für den Rettungsdienst der Aalener Malteser ein Problem. Auch nach Ebnat zu kommen, sei eine „dezente Herausforderung“. So formuliert es Alexander Gänßler, der stellvertretende Rettungsdienstleiter. Denn die Ebnater Steige ist im Moment voll gesperrt. Auf die Himmlinger Steige auszuweichen, ist im Moment vom Pelzwasen aus genauso schwierig, wie stadteinwärts zu kommen. Denn die Alte Heidenheimer Straße ist ebenfalls voll gesperrt. Den Weg über die Walkstraße und den Bahnübergang zu nutzen, ist ebenfalls schwierig. „Die Schranken sind gefühlt immer zu“, sagt Gänßler. Dort kommt es auch ohne Baustellen immer wieder zu Staus. Seit Jahren ist daher bereits in der Diskussion, den Bahnübergang zu beseitigen. Um die Kreuzungen an der Alten Heidenheimer Straße und an der Ulmer Straße frei zu halten, reihen sich die Autos vor der geschlossenen Schranke in der Walkstraße oft in mehreren Reihen ein. Da helfen Gänßler zufolge auch Blaulicht und Martinshorn nicht, um durchzukommen. „Wir haben Räder, keine Flügel“, sagt er. Laut Gänßler fahren die Rettungswagen im Moment oft durch Wohngebiete, um Staus und Baustellen zu umgehen. Ihm zufolge ist der Rettungsdienst zwar über die Baustellen informiert worden, ein Mitspracherecht habe es aber nicht gegeben. Eine Lösung des Problems sieht Gänßler im Moment nicht. „Wir hoffen, dass es so schnell wie möglich Ende September wird“, sagt er. Bis dahin ist die Alte Heidenheimer Straße voraussichtlich noch voll gesperrt.

Rotes Kreuz: Ganz anders stellt sich die Situation beim DRK dar. Dessen Rettungswagen sind im Rettungszentrum im Greut stationiert oder starten vom Ostalbklinikum aus einen neuen Einsatz, direkt nachdem sie einen anderen Einsatz beendet haben. Das berichtet Matthias Wagner, der Geschäftsführer des DRK Aalen. „Unsere Hauptachse ist die Friedrichstraße. Solange die offen bleibt, ist alles gut.“ Und für den Fall, dass es dort einen Stau gebe, könnten die Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn an den stehenden Autos vorbeifahren. „Die Friedrichstraße ist ja teils vierspurig ausgebaut, da kommen wir gut durch“, sagt Matthias Wagner. Auch die gesperrte Ebnater Steige verursacht dem DRK-Rettungsdienst laut Matthias Wagner keine Probleme. „Ebnat können wir auch von Neresheim her anfahren.“ In der dortigen Rettungswache ist neben einem Rettungswagen auch ein Notarzteinsatzfahrzeug stationiert. Dass die B29 auf der Westumgehung einschließlich Rombachtunnel gesperrt ist, stelle ebenfalls kein Problem dar. Richtung Essingen nehmen die Rettungswagen die Auffahrt an der Aalener Brezel. „Den Tunnel brauchen wir nicht“, sagt Matthias Wagner. Kay Thiemig von der DRK-Rettungsleitstelle ergänzt mit Blick auf die Hilfsfristen, dass dort keine Auffälligkeiten zu erkennen seien. Heißt: Die Rettungskräfte sind im Notfall genauso schnell vor Ort wie sonst auch.

Polizei: Die Polizei hat ebenfalls keine Probleme, im Notfall schnell vor Ort zu sein. „In der Tat gibt es im Moment ein sehr hohes Verkehrsaufkommen in Aalen“, sagt Rudolf Biehlmaier, ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Er führt das auf die zahlreichen Baustellen zurück. Trotzdem seien aber weniger Verkehrsteilnehmer unterwegs, schließlich ist gerade Urlaubszeit. Das Verkehrsaufkommen im Moment sei also nicht größer als zu anderen Zeiten im Jahr im Berufsverkehr. „Damit können wir umgehen“, sagt Rudolf Biehlmaier. In Einsatzlagen können die Fahrzeuge der Polizei am Stau vorbeifahren. „Wenn wir normal unterwegs sind, dann stellen wir uns auch in den Stau.“

Feuerwehr: Auf die Frage, wie gut die Aalener Feuerwehr im Moment durch die Stadt kommt, antwortet die städtische Pressesprecherin Karin Haisch: „Die Feuerwehr erhält rechtzeitig sämtliche Infos zu Straßensperrungen und Umleitungen, sodass sich die Feuerwehrleute bei der Anfahrt zum Einsatz und dann mit dem Einsatzfahrzeuge darauf einstellen können.“ Wenn nötig, dürften Feuerwehrfahrzeuge auch Sperrungen ignorieren und Strecken nehmen, die noch nicht ganz fertiggebaut sind. „Dazu fahren sie ja mit Sondersignal, damit alle anderen Verkehrsteilnehmer gewarnt werden und damit sie auch den Rettungsfahrzeugen Priorität einräumen können“, sagt Karin Haisch.

Nach Ebnat zu kommen, ist eine dezente Herausforderung."

Alexander Gänßler, stellvertretender Rettungsdienstleiter Malteser Aalen
  • Drei große Baustellen in Aalen
  • Westumgehung: Der Belag auf der B 29 wird derzeit saniert. Die Westumgehung ist daher zwischen Affalterried und Wellandstraße komplett gesperrt. Auch der Rombachtunnel ist gesperrt. Der Verkehr wird durch Aalen geleitet.
  • Ebnater Steige: Ebnat bekommt die Nordumfahrung. Während die Umgehungsstraße an die Ebnater Steige angeschlossen wird, ist die Ebnater Steige komplett gesperrt. Die Umleitung führt unter anderem über die Himmlinger Steige.
  • Hochbrücke: Unter der Hochbrücke entsteht eine neue Unterführung für Fußgänger und Radfahrer. Auch die Ostrampe wird verbreitert. In dem Zug ist die Alte Heidenheimer Straße gesperrt. Ampeln regeln den Verkehr auf der Hochbrücke.
Die Alte Heidenheimer Straße ist gesperrt.
Auf der Hochbrücke regeln Baustellenampeln den Verkehr.

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