Bauzwang: Auf Antrag kann die Stadt die Frist verlängern

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Bauplätze können in Aalen zurückgegeben werden. Manche tun das auch.
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In Aalen einen Bauplatz zu ergattern ist schwierig. Was man beachten muss, wenn man es geschafft hat.

Aalen

Ein Haus zu bauen ist teuer wie nie. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist es wahrscheinlich auch so schwierig wie nie. Handwerker sind ohnehin kaum zu bekommen. Ist ein Unternehmen gefunden, bekommt das vielleicht nur schwer an das benötigte Baumaterial. Probleme, die ein Bauvorhaben oft in Verzug bringen. Vor diesem Hintergrund merkte Thomas Wagenblast (CDU) in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause an, dass es für Häuslebauer mitunter schwierig sei, die Frist für den Bauzwang einzuhalten.

Hintergrund ist, dass diejenigen, die das Glück haben, in Aalen einen Bauplatz zu ergattern, zum Bauen verpflichtet sind. Innerhalb von drei Jahren müssen sie auf dem Grundstück ein bezugsfertiges Gebäude errichten. Das schreiben die allgemeinen Bestimmungen zum Verkauf städtischer Grundstücke so vor. Ansonsten kann die Stadt das Grundstück wieder zurückkaufen.

In der Gemeinderatssitzung erläuterte Baubürgermeister Wolfgang Steidle, dass der Bauraum in Aalen rar sei. Daher wolle man nicht, dass Baulücken bis zum "Sanktnimmerleinstag" bestehen bleiben. Aber man sei schließlich eine bürgernahe Verwaltung. Wenn ein Antrag gestellt werde, sei es möglich, die Frist um ein halbes Jahr zu verlängern.

Von der Stadtverwaltung wollte die SchwäPo darüber hinaus wissen, ob das Interesse an Bauplätzen seit Beginn des Ukraine-Kriegs nachgelassen hat oder ob es vorkommt, dass Bauplätze zurückgegeben werden. "Wir können seit Beginn des Ukraine-Krieges keinen Rückgang des Kaufinteresses feststellen", antwortet die städtische Pressesprecherin Karin Haisch. Allerdings komme es vor, dass Personen und Familien den Bauplatz wieder zurückgeben. Egal ob der Termin beim Notar schon war oder nicht: Solange das Grundstück unbebaut ist, kann es zurückgegeben werden.

"Wobei die Gründe hierfür ganz unterschiedlich sind", schreibt Karin Haisch. Oft bewerben sich ihr zufolge Personen und Familien gleichzeitig auch für weitere Bauplätze in anderen Städten und Gemeinden und bekommen mehrere Zusagen. Manchmal seien es auch persönliche Gründe, warum jemand vom Kauf zurücktritt. "Wegzug, berufliche Umorientierung, Trennung", zählt Haisch auf.

Allerdings müssen Bewerberinnen und Bewerber den Verwaltungsaufwand bezahlen, der der Stadt Aalen entstanden ist, wenn sie einen Bauplatz zurückgeben. Auch das in den allgemeinen Bestimmungen zum Verkauf städtischer Grundstücke so festgeschrieben. Hier kommt es darauf an, wie weit das Verfahren schon gediehen ist. Ist der Bauplatz verbindlich zugesagt, werden 500 Euro fällig. Ist der Kaufvertrag geschlossen, berechnet die Stadt 1400 Euro. Nach der Eintragung ins Grundbuch sind 2000 Euro zu bezahlen.

Bauplatzvergabe nach Punktesystem

Bauplätze sind begehrt. In Aalen vergibt sie der Gemeinderat nach einem Punktesystem. Wer Kinder hat, ehrenamtlich tätig ist, bereits in Aalen wohnt und in Aalen arbeitet, hat höhere Chancen, ein Grundstück zu ergattern als jemand, auf den das nicht zutrifft. Dieses Punktesystem soll demnächst angepasst werden. Im Juni hat die Verwaltung dazu Änderungsvorschläge in den Bauausschuss des Gemeinderats eingebracht. Zur Debatte steht unter anderem, für ehrenamtliches Engagement in dem Teilort, in dem sich der Bauplatz befindet, extra Punkte zu vergeben. Punkte könnte es künftig auch für Ärztinnen und Ärzte geben, die sich verpflichten, in dem Teilort zu praktizieren, in dem sich der Bauplatz befindet. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat nach der Sommerpause.

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