Bewegender Moment: Albrecht Schmid verabschiedet

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Die Gemeinderätinnen und -räte, die Vertreter der Stadtverwaltung und das Publikum erhoben sich von ihren Plätzen und applaudierten Albrecht Schmid.
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OB Brütting und Hermann Schludi danken dem Sozialdemokraten für seine vielfältigen Verdienste.

Aalen. So emotional anrührend wie selten ging es am Donnerstag im Gemeinderat zu: Nach 38 Jahren wurde Albrecht Schmid (SPD) mit stehendem Applaus aus dem Gremium verabschiedet. Er hatte aus gesundheitlichen Gründen sein Ausscheiden beantragt. OB Frederick Brütting und der SPD-Fraktionsvorsitzende Hermann Schludi würdigten ihn in einer jeweils sehr persönlich gehaltenen Rede für seine Lebensleistung für die Aalener Stadtgesellschaft.

1972 kam Schmid nach Aalen, wurde 1980 SPD-Ortsvereinsvorsitzender und 1984 auf Anhieb in den Gemeinderat gewählt. Von 2002 bis 2009 war er Stadtverbandsvorsitzender, 2016 übernahm er das Amt nach einer schwierigen Phase erneut, „Sie halfen der SPD durch schwierige Zeiten“, erinnerte OB Frederick Brütting. 2009, im Vorfeld der Kommunalwahl, habe Schmid besonders um politischen Nachwuchs geworben. So sei er, Brütting, unter anderem auch in den Gemeinderat gewählt worden, „persönlich nochmals herzlichen Dank dafür“. Ehrenamt, das sei für Schmid keine Last, „sondern der Weg zur Glückseligkeit“ gewesen. Er habe viele Ämter ausgefüllt, nicht nur politische, so von 1987 bis 1999 auch den AWO-Vorsitz und 18 Jahre lang den Vorsitz des SSV. 37 Jahre lang unterrichtete Schmid als Lehrer am THG Englisch, Ethik und Philosophie. Legendär, so Brütting, seien dessen Sprüche gewesen. Zum Beispiel: „Ich bin Schwabe und Europäer“ oder „Ich gehe zweimal auf den Wochenmarkt. Einmal zum Einkaufen und einmal zum Schwätzen“.

Hermann Schludi charakterisierte den „hoch geachteten Kommunalpolitiker“ Albrecht Schmid als „respektierten, anerkannten Verfechter und Netzwerker der sozialen Gerechtigkeit und des gesellschaftlichen Ausgleichs“. Er besitze menschliche Wärme, Humor, ein „immenses Elefantengedächtnis“, breite humanistische Bildung und bei aller Bereitschaft zur inhaltlichen Schärfe im Streit doch stets die Bereitschaft zum Kompromiss. Schon früh und dauerhaft habe er sich als Netzwerker zwischen den Kulturen und bei den Städtepartnerschaften engagiert.

OB Brütting überreichte Albrecht Schmid als Abschiedsgeschenk einen Sieger-Köder-Druck und dessen Frau Suse einen Blumenstrauß. Schmid selbst blickte mit kurzen Dankesworten zurück: „Es war für mich eine erhöhte Zeit, für die ich im Tiefsten dankbar bin.“ Er freue sich, dass Wegbegleiter Uschi Barth, Hans Dittrich, Conny Saur und Pfarrer Richter zu seiner Verabschiedung im Gemeinderat gekommen seien. Bea Wiese

Albrecht Schmid, hier mit seiner Frau Suse, bekam zu seiner Verabschiedung von OB Brütting einen Sieger-Köder-Druck.

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