E-Bikes abstellen und laden in Aalener Parkhäusern

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Für Radler ist die Schranke an der Rathaus-Tiefgarage gekürzt.
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Damit noch mehr Menschen auf das Rad umsteigen, investiert Aalen rund 20 Millionen Euro in die Radinfrastruktur. Was aktuell ansteht.

Aalen

Mit dem Fahrrad zur Arbeit, in die Stadt oder zum Einkaufen: Immer mehr Menschen - auch in Aalen - lassen ihr Auto stehen und satteln in Zeiten des Klimawandels um auf die umweltfreundliche Zweirad-Alternative.

Dafür braucht es im städtischen Verkehrsdschungel mehr Radwege, mehr Infrastruktur. Der Gemeinderat hat darum vor eineinhalb Jahren ein Radverkehrskonzept beschlossen, wonach bis zum Jahr 2030 in den Ausbau der Radinfrastruktur rund 20 Millionen Euro investiert werden sollen.

Die städtische Amtsleiterin Maya Kohte, zuständig für umweltfreundliche Mobilität, berichtete jetzt den Mitgliedern des Gemeinderatsausschusses für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) über den aktuellen Stand der Projekte. Laut Kohte habe man bislang im Innenstadtgebiet eine Strecke von rund 30 Kilometern als Randstreifen für Radler markiert.

Fahrräder abstellen in städtischen Parkhäusern: Im Januar hatte Stadtrat Claus Albrecht (FW) die Stadt gebeten zu prüfen, ob und wo Fahrradparken und -laden in den von den Stadtwerken Aalen betriebenen Parkhäusern möglich wäre. Das Ergebnis: „Die Rathaustiefgarage und das Parkhaus Spitalstraße eignen sich besonders als Pilotprojekte“, sagt Kohte jetzt. Sie schlägt vor, direkt am Eingang der Rathaustiefgarage zunächst auf zwei Stellplätzen Fahrradbügel und eine Ladesäule anzubringen. Die Schranke sei bereits gekürzt worden, damit Radfahrer bei der Ein- und Ausfahrt nicht absteigen müssen. Im Parkhaus Spitalstraße sollen Radfahrer der Sicherheit wegen eine extra Ein- und Ausfahrt bekommen.

Mobilitätsstationen - derzeit vier: An Hochschule, Kulturbahnhof (KubAA), Bohlschule und am Wasseralfinger Schloss gibt es bereits diese überdachte Möglichkeit, Fahrräder und E-Bikes sicher abzustellen und auch Ladestationen für E-Bikes. Ladegerät und Akku können in Schließfächern deponiert werden. Vorbereitet werde eine Mobilitätsstation an der Ostseite des Aalener Rathauses mit sieben bis acht neuen Fahrradboxen inklusive Stromanschluss. Ein Standort in Unterkochen werde gerade abgeklärt. Weiter, so Kohte, soll das Waaghäusle in Fachsenfeld zur Fahrradstation ausgebaut werden.

Überdachte Abstellplätze am KubAA: Diese könnten an der nord-westlichen Seite des Kulturbahnhofs montiert werden. „Allerdings müssen wir dafür noch eine Fläche erwerben, die sich im Besitz der Deutschen Bahn befindet“, informierte die Amtsleiterin. Die Antwort der Bahn stehe noch aus.

Was die Gemeinderäte dazu sagen:

Michael Fleischer (Grüne): Zwei Stellplätze, die in der Rathaus-Tiefgarage für Abstellen und Laden verwendet werden sollen, sind ihm zu wenig. Auch im südlichen Stadtgraben bei der alten Ritterschule erkennt Fleischer noch Platz für mehr Fahrradbügel. Er regt dringend überdachte Abstellplätze direkt am Eingang der Aalener Stadthalle an. Für überfällig hält Fleischer einen Fahrradstreifen für Radfahrer, die von Wasseralfingen her kommend auf der Bahnhofstraße nach links in die Düsseldorfer Unterführung zum KubAA abbiegen wollen. Die Stuttgarter Straße, so sein Wunsch, solle schon vor ihrem geplanten Rückbau für Radfahrer markiert werden.

Hartmut Schlipf (CDU) plädiert, bei der Ausarbeitung der Maßnahmen den Blick auch auf für Senioren sichere Radwege zu legen.

Timo Lorenz (SDP) mahnt im Hinblick auf die Stuttgarter Straße: „Da geht es um eine integrative Planung. Wir sollten nicht schon vorher Punkte setzen, die wir dann nicht mehr ändern können.“

Claus Albrecht (FW) ist wie Fleischer für einen überdachten Fahrradabstellplatz an der Stadthalle. Für den überdachten Abstellplatz beim KubAA empfiehlt er einen Plan B, „falls die Verhandlungen mit der Bahn zu lange dauern“.

Manfred Traub (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub) fordert wie Christa Klink (Die Linke) überdachte Radabstellplätze auch an allen Rathäusern, Hallen und besonders Schulen.

Amtsleiterin Maya Kohte antwortete, diesen Auftrag für überdachte Radstellplätze an Schulen, Kitas, Friedhöfen, Rathäusern und Hallen im Rahmen der Förderung durch das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) zu berücksichtigen. Sie sprach von einem Fördervolumen von 200 000 bis 300 000 Euro für Aalen.

Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann sagte auf Nachfrage Sigrun Huber-Roneckers zu, die Sicherheit von Radfahrern in Aalener Kreisverkehren gemeinsam mit der Verkehrsschau zu prüfen.

Die Rathaustiefgarage und das Parkhaus Spitalstraße eignen sich als Pilorprojekte.“

Maya Kohte, Amtsleiterin
Geparkte Zweiräder in der Tiefgarage des Rathauses in Aalen.
Es gibt Vorschläge das an der Kreuzung Bahnhofstraße/Düsseldorfer Straße eine Abbiegespur für Radfahrer eingerichtet wird.
Michael Fleischer (Grüne) drängt auf eine Linksabbiegespur für Radfahrer an der Kreuzung Bahnhofstraße/Düsseldorfer Straße.
Rad- und Fußwege entlang der Friedrichstraße.
Nicht nur mit markierten Radfahrstreifen, sondern auch mit Piktogrammen (hier entlang der Friedrichstraße)weist die Stadt Aalen den Radfahrern den Weg durch den Verkehrsdschungel.
Fahrrad-Verkehrskonzept für Aalen.

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