Bikesharing: Aller Anfang ist schwer

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Nach kleinen Startschwierigkeiten schwingt sich SchwäPo-Redakteurin Sarah Schwellinger aufs geliehene Rad. Wer das Angebot nutzen möchte, sollte sich nicht allein auf die App verlassen, sondern sich vorher durch die Website klicken.
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Mobilitätsstationen sollen das Fahrradfahren attraktiver machen. So einfach wie versprochen geht es nicht. SchwäPo-Redakteurin Sarah Schwellinger hat es getestet.

Aalen

Hiervon sollen noch zehn weitere folgen. In der Rombacher Straße, in direkter Hochschulnähe steht die erste von elf Mobilitätsstationen, die für bessere Luft und mehr Bewegung in Aalen sorgen soll. Weg vom individualisierten Autoverkehr, hin zum Klimaschutz.

Für die Kosten von 44 650 Euro stehen nun sechs Fahrräder und Pedelecs an den Ladeterminals zur Verfügung – samt Unterstand, Informationsstele, Sitzbank, Fahrradbügeln und Schließfächern. Das will ich mir genauer anschauen.

Die Anmeldung: "Die Nutzung ist kinderleicht: die Registrierung ist im Handumdrehen erledigt und erfolgt über die Webseite oder per RegioRadStuttgart-App", heißt es auf der Homepage. Ich entscheide mich für die App und habe bei der Registrierung die Wahl zwischen drei Tarifen. Zwei davon muss man für ein Jahr und drei Euro Jahresgebühr abonnieren. Ich entscheide mich für den Tarif, der ohne Jahresabo daherkommt. Dafür zahle ich pro ausgeliehene Minute zehn Cent und durchschnittlich mehr, als mit anderen Tarifen. Aber das erfährt vorher nur, wer sich auf der Website informiert, denn die App gibt ohne Registrierung keine Infos frei.

Ich muss neben meiner Adresse, E-Mail-Adresse, Handynummer und mein Geburtsdatum angeben. Im nächsten Schritt erfahre ich, dass ausschließlich per Kreditkarte bezahlt werden kann. Per Mail bekomme ich einen Link, mein Konto zu bestätigen, das geht nur mit dem dazugehörigen Code, der als SMS einflattert – bis jetzt ganz schön viel Aufwand, um ein Fahrrad auszuleihen.

Das Ausleihen: Ist man erst einmal registriert, ist alles recht einfach. In der App kann ich mir auf einer Karte anzeigen lassen, wo die nächste Station ist, wie viele Fahrräder und Pedelecs dort stehen und wie viel Akku sie noch haben. Zum Entleihen gebe ich die Nummer des Fahrrads an, das dann für mich gebucht und freigeschaltet wird.

Es gibt auch die Möglichkeit, ein Fahrrad zu reservieren. Doch Vorsicht: Es muss innerhalb von 45 Minuten genutzt werden, sonst kostet's fünf Euro. Stornieren ist innerhalb der App nicht möglich, nur über eine Hotline.

Wie das Schloss des Fahrrads zu öffnen ist, zeigt das Display auf dem Fahrradlenker – Knöpfchen drücken, entriegeln, fertig. Das war ganz einfach.

Das Rad: Der Sattel lässt sich einfach verstellen, für Gepäck ist ein Gepäckträger vorhanden und mit sieben Gängen geht es für mich einmal quer durch Aalen. Ich genieße die Fahrt. Auf steinigem Untergrund wird die aber etwas holpriger, denn eine Federung sucht man am Rad vergebens. Ich lege einen Zwischenstopp ein, stelle das Fahrrad ab. Auch das ist kein Problem, es lässt sich sichern und mit einem Code wieder entriegeln. Im Stadtalltag ist das Rad absolut tauglich und ausreichend.

Das Abgeben: Ein großer Vorteil: Das Rad kann an allen Stationen wieder abgegeben werden. Und das geht tatsächlich einfach und schnell.

Der Preis: In der App kann ich nun meine Buchungen sehen: 47 Minuten Fahrt, Preis: 4,70 Euro. Da lohnt sich doch, das Fahrrad für 24 Stunden zu behalten, zahlt man dann nur noch neun Euro. Am meisten profitieren wohl Polygo-Card-Inhaber, die mit den den günstigsten Preisen davonkommen.

Fazit: Für kurze Strecken ist das Leihen sehr praktisch. Man kommt schnell und ohne Umwege von A nach B und kann das Rad am Zielort stehen lassen. Jedoch braucht die Erstanmeldung Zeit, man sollte sich die Tarife genau anschauen. Der Preis für diejenigen, die das Angebot nicht allzu oft in Anspruch nehmen, leider doch etwas teuer.

RegioRadStuttgart in Aalen

Weitere Stationen. Zehn weitere Standorte für Mobilitätsstationen unterschiedlicher Ausstattung (überdacht und unbedacht, mit und ohne Reparaturstation, Gepäckboxen und Schlauchautomat) sollen folgen.

Standorte. Die Stadtverwaltung hat als Standorte neben dem Hauptbahnhof, die Bahnhöfe Hofen, Wasseralfingen und Unterkochen, Bohlschulplatz, Limesmuseum, Kulturbahnhof, Limesthermen, Tiefer Stollen und das Kundeninfozentrum der Stadtwerke vorgeschlagen. sas

Seit Januar steht nun die erste Mobilitätsstation in Aalen. Sechs Fahrräder und Pedelecs stehen zur Verfügung. Archivfoto: opo

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