Bildungscampus Braunenberg: Wie die Mehrkosten finanziert werden

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Ein aktueller Blick auf die Baustelle des Bildungscampus an der Braunenbergschule in Wasseralfingen. Der Rohbau für die neue Kindertagesstätte steht (rechts vom Kran). Foto: Oliver Giers
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Die überplanmäßigen Ausgaben von zwei Millionen Euro im laufenden Haushalt können nun doch nicht über den Zuschuss fürs Kombibad gedeckt werden.

Aalen

Nach einem Jahr Bauzeit steht am Bildungscampus Braunenberg in Wasseralfingen der Rohbau für die neue Kindertagesstätte. Auch die Verbindungen zu den bestehenden Gebäuden sind geschaffen. Aber die Finanzierung der erst im Juni vom Gemeinderat beschlossenen überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von zwei Millionen Euro kann nun doch nicht - wie ursprünglich vorgesehen - über den Investitionskostenzuschuss für das Kombibad gedeckt werden.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete Markus Haas, Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft, über den aktuellen Stand der Arbeiten: „Der Rohbau ist durch, der Zimmermann ist vor Ort. Jetzt warten wir auf die Fenster. Haas zufolge beginnen in den nächsten Tagen die Tiefbauarbeiten - Abwasserkanäle werden gegraben. „Und ab Montag werden auch die Bauzäune verändert, entsprechend auch die Zufahrt“, fügte er hinzu.

In diesem Jahr bleibe für die Ganztagsbetreuung noch der gewohnte Zugang bestehen. „Nächstes Jahr aber müssen wir diesen Laufweg für die Bauarbeiten sperren“, kündigte der Amtsleiter an.

Weil die Baukosten für den Bildungscampus Braunenberg explodieren, hatte der Gemeinderat erst im Juni eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von zwei Millionen Euro beschlossen. Geplant war eigentlich, diese zusätzliche Finanzierungssumme über den Investitionskostenzuschuss für das Kombibad zu decken. Denn es war absehbar, dass dieser nicht mehr im aktuellen Haushaltsjahr ausgezahlt werden muss.

Nun musste sich Stadtkämmerin Daniela Faußner eine alternative Finanzierungsmöglichkeit überlegen. „Denn in der Krise kann es durchaus sein, dass die Aalener Stadtwerke den Zuschuss nun doch noch in diesem Jahr abrufen“, erläuterte Faußner im Gemeinderat. Also müssen nun nicht benötigte Haushaltsmittel von anderen Projekten helfen, die Finanzierungslücke zu schließen.

Faußner schlug demnach vor, eine Million Euro aus dem diesjährigen Investitionsbudget der Gebäudewirtschaft für Schulen zu entnehmen. Weitere 500 000 Euro werden aus dem für 2022 eingestellten Budget für die Generalsanierung des Aalener Rathauses entnommen und ebenfalls 500 000 Euro aus der Finanzierungsplanung für den Bauhof-Neubau. Die Zustimmung des Gemeinderats war einstimmig.

„Die Generalsanierung des Rathauses wird in diesem Jahr nicht mehr beginnen, die Sanierungsziele werden gerade erarbeitet“, begründete Faußner ihren Vorschlag. Auch was die Schulen anbelange, seien aufgrund von Materiallieferengpässen und begrenzten Personalkapazitäten bei der Gebäudewirtschaft im aktuellen Haushaltsjahr noch Finanzmittel frei, da sie noch nicht benötigt wurden.

Beim städtischen Bauhof werde derzeit die neue Waschhalle geplant und gebaut. Faußner: „Weitere Bauabschnitte erfolgen erst danach.“

Den Kostenrahmen für den Bildungscampus Braunenberg hatte der Gemeinderat erst vor der Sommerpause von 8,1 auf 13,95 Millionen Euro erhöht. Kostensteigerungen und Planungsprobleme des Architekten wurden unter anderem als Gründe aufgeführt.

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