Bolzplätze zu – Jugend protestiert

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Basketball- oder Fußballspielen, ohne im Verein zu sein, ist in Aalen nicht einfach. Die Stadt hat deren Nutzung auf Jugendliche bis 18 Jahre beschränkt. Betroffene protestieren jetzt. Symbolfoto: freepik
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Weil die Stadtverwaltung die Nutzung der Anlagen für über 18-Jährige verboten hat, kicken die Hobbysportler am Donnerstag vorm Rathaus. Zudem gibt es eine Online-Petition.

Aalen

Basketball- oder Fußballspielen, ohne im Verein zu sein, das ist in Aalen nicht einfach. Die Plätze sind rar und zudem hat die Stadtverwaltung inzwischen deren Nutzung auf Jugendliche bis 18 Jahre beschränkt.

"Ein Unding" findet Eshan Farsi. Der 23-jährige Aalener mit Wurzeln in Afghanistan ist beruflich Privatlehrer und nebenbei Kopf und Initiator vieler karitativer Aktionen in der Stadt. Er hat sich an die Spitze des Protestes gestellt und eine Online-Petition gestartet. Sichtbar in der realen Welt wird die Kritik der jungen Leute am Donnerstag, 13, August. "Wir wollen um 16 Uhr vorm Rathaus kicken und Basketball spielen, um auf unser Anliegen hinzuweisen", sagt Farsi.

Etwa 40 Freizeitsportler seien im Pool. Manche unter 18, sehr viele aber älter, erklärt Farsi. Es gebe eine offene WhatsApp-Gruppe und die Sportler träfen sich mehrmals die Woche. "Früher haben wir am Tannenwäldle Fußball gespielt, aber da hat uns das Ordnungsamt weggescheucht. Dann fingen wir an, am Schubart-Gymnasium Basketball zu spielen. Wir können nicht verstehen, dass dies nun nicht mehr möglich sein soll", sagt Farsi.

Ihm seien die Probleme bewusst, er wisse, weshalb sich Anlieger ärgerten, sagt Farsi. An solchen Plätzen würden die Ruhezeiten nicht immer eingehalten, manchmal werde randaliert oder Alkohol konsumiert. "Wir mussten am SG auch schon erst mal Flaschen und Scherben einsammeln, bevor wir spielen konnten. Aber die Plätze einfach zu sperren, kann keine Lösung sein. Da macht es sich die Stadt zu einfach. Auch wer über 18 ist, will spielen und soll das auch dürfen", sagt Farsi.

Die Online-Petition ist gestartet und viele haben bereits unterzeichnet. "Nicht jeder kann sich die Mitgliedschaft in einem Verein leisten", begründet Farsi, weshalb die Gruppe auch ein Angebot für sozial Schwache ist. Viele Jugendliche sagten ihm, sie fänden die Altersmischung in der Gruppe klasse, weil sie von den jungen Erwachsenen einiges lernen. Und zwar nicht nur Tricks auf dem Spielfeld, sondern Sozialkompetenz und reifes Verhalten. Auch ein paar Menschen mit Handicap seien dabei, sagt Farsi. "Und bei diesem Wetter, und während Corona, wo eh' viele daheim sind, ist Sport doch eine super Sache", schließt Farsi und hofft auf viele Unterstützer.

Online-Petition unter: https://www.openpetition.de/petition/online/basketball-und-fussballplaetze-auch-fuer-ueber-18-jaehrige-im-aalener-stadtgebiet-petition-carlenote.

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